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Riesa

Glaubitzer Erzieherinnen richten Kita vor

Vieles konnte in der kinderarmen Zeit nachgeholt und erledigt werden. Ein Vorurteil der letzten Wochen ärgert die Mitarbeiter.

Erzieherin Anne Werner streicht eine Wand im Garderobenraum des Hortes.
Erzieherin Anne Werner streicht eine Wand im Garderobenraum des Hortes. © Jörg Richter

Glaubitz. Theo und Matti sind die Ersten gewesen, die das neue Klettergerüst im Vorgarten der Kita "Bummi" ausprobieren konnten. Die beiden Steppkes nutzten diese Gelegenheit voll aus. Sie wird nicht so schnell wiederkommen. Denn ab Montag müssen die beiden Jungen das Spielgerät mit den anderen Knirpsen aus der Kinderkrippe teilen. Und womöglich auch noch mit Zeitvorgabe, damit sich die Kleinen bloß nicht zu nahe kommen und jeder mal an der Reihe ist.   

"Jetzt ist es endlich soweit. Unser Klettergerüst ist spielbereit. Unsere Kinder müssen es nun nicht mehr im Garten liegen sehen, sondern können darauf spielen und klettern", sagt  Kita-Leiterin Jenny Neumann. Der kleine Spielturm mit Kletternetz, Rutsche und Steuerrad soll nicht nur die Motorik der Krippenkinder fördern, sondern auch ihre Fantasie als Piraten zur See. 

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Rund 4.800 Euro hat das Klettergerüst gekostet. Es konnte dank der großzügigen Spenden der Firmen Ervin und Feralpi angeschafft werden. Mitarbeiter des Glaubitzer Bauhofs und Hausmeister Ingo Herrmann haben es aufgebaut. Auch ein paar Erzieherinnen haben mitgeholfen. 

Theo und Matti waren die Ersten, die das neue Klettergerüst im Außenbereich der Krippe ausprobieren durften.
Theo und Matti waren die Ersten, die das neue Klettergerüst im Außenbereich der Krippe ausprobieren durften. © Kita Glaubitz

Das Spielgerät wird den Eltern, die am Montag ihre Kinder nach langer Zeit erstmals wieder in die Kita "Bummi" bringen, sicherlich zuerst auffallen. Aber es gibt noch weitere Veränderungen. Die Blumenrabatte am Haupteingang, gleich neben dem Parkplatz, ist von den Erzieherinnen neu gestaltet worden. Sie pflanzten nicht nur neue Blumen ein, sondern tauschten gleich die Muttererde aus. "Das hatten wir uns schon lange vorgenommen", verrät Jenny Neumann. Auch der Spielzeugschuppen im hinteren Spielgarten wurde gesäubert und aufgeräumt.

Viel mehr Veränderungen werden die Eltern und Großeltern nicht registrieren können. Denn an der Haustür heißt es vorerst für sie: Stopp und nicht weiter! Hier müssen die Kinder abgegeben werden. Deshalb werden sie nicht sehen, was sich innen alles verändert hat.

Die Glaubitzer Erzieherinnen haben die kinderarme Zeit genutzt, um die Kita zu renovieren. Vor allem die Gruppenräume, aber auch die Garderobe und das Hausaufgabenzimmer im Hort. Deren Wände haben einen neuen Anstrich erhalten. Zudem wurden alle Spielzeuge desinfiziert und alle Kuscheltiere gewaschen. "Selbst die Puppen wurden alle abgewischt", berichtet die Kita-Leiterin. Ihr Büro sei als Letztes an der Reihe. "Es war in erster Linie wichtig, dass die Gruppenräume fertig werden", sagt sie. Denn seit 14 Tagen sind gut ein Drittel der mehr als 120 Kinder wieder da. 

In den Wochen zuvor waren nur sieben Kinder, deren Eltern sogenannte systemrelevante Berufe haben, für die Notbetreuung angemeldet. Zeitweise waren sogar nur vier Kinder in der Kita. "Na, dann haben die Erzieherinnen ja nicht viel zu tun", hieß es hinter vorgehaltener Hand. Das ärgert sie. Zumal sie richtig fleißig waren. 

Auch diese Rabatte am Eingangsbereich haben die Erzieherinnen neu bepflanzt.
Auch diese Rabatte am Eingangsbereich haben die Erzieherinnen neu bepflanzt. © Jörg Richter

Auch Matratzen und Bettdecken wurden gesäubert. "Wir haben auch die jährliche Grundreinigung vorgezogen", sagt Jenny Neumann. Diese war normalerweise im Oktober an zwei Freitagen geplant. Damit sei die Kita den Eltern entgegengekommen, die sonst an diesen Tagen ihre Kinder bereits mittags hätten abholen müssen. 

Wie in wohl vielen Kitas konnten die Erzieherinnen die Zeit nutzen, um die Portfolio-Hefter zu ergänzen. Sie klebten Fotos ein und schrieben Texte dazu. Für jedes Kind gibt es so einen Hefter. Darin werden Aktivitäten und die Entwicklung der Jungen und Mädchen dokumentiert und am Ende der Kita-Ära den Eltern übergeben.  

Auch das Archiv im Büro wurde ausgemistet und einiges, was nicht mehr gebraucht wird, geschreddert. "Dabei haben wir aber auch wertvolle Dokumente gefunden, die wir für die 750-Jahr-Feier im nächsten Jahr nutzen können", berichtet Jenny Neumann. Darunter ist z. B. auch ein altes Fotoalbum mit Bildern ab 1958. Auf einem habe sich sogar eine Kollegin als Kind wiedererkannt. 

Und Montag? "Da müssen wir gucken, wie wir das stemmen", sagt die Kita-Leiterin. "Es ist schwierig, Kindern zu erklären, dass sie entweder nur im Sandkasten spielen oder nur aufs Klettergerüst dürfen." Sie appelliert an die Eltern, dass sie ihre Kinder bringen und abholen, so wie sie die Betreuung tatsächlich brauchen. Wer die Möglichkeit habe, sein Kind schon am Mittag oder nach dem Mittagsschlaf abzuholen, solle das machen.

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