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Glaubitzer sucht dringend einen neuen Augenarzt – bisher vergeblich

Die Mediziner in Riesa weisen neue Patienten ab. Die Behörden sagen jedoch, im Altkreis gebe es ausreichend Augenärzte.

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Von Antje Becker

„Wir nehmen keine neuen Patienten auf!“ Diese Antwort hörte SZ-Leser Gunter Blankschein in den vergangenen Monaten öfter. Der Glaubitzer leidet an einer Augenerkrankung und ist – nach der Pensionierung seines bisherigen Augenarztes – dringend auf der Suche nach einem neuen Mediziner. Doch bei den Riesaer Ärzten ist kein Rankommen.

Zum Teil wird Gunter Blankschein sogar recht unfreundlich abgefertigt, ärgert sich der Glaubitzer in einem Schreiben an die SZ. Noch mehr empört ihn aber die Antwort aus dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales, bei dem er sich über die seiner Meinung nach mangelnde medizinische Versorgung im Altkreis Riesa-Großenhain beschwerte. Um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, habe sich auf Landesebene ein Aktionsbündnis gebildet, das derzeit einen Maßnahmekatalog erarbeitet, so eine Referatsleiterin. Allerdings sei mit sechs Augenärzten im Altkreis (siehe Kasten) eine Überversorgung festzustellen. Laut Bedarfsplanungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen liegt hier die Versorgungsquote bei 102,5Prozent.

Das sehen Patienten wie Gunter Blankschein anders. Er ist aktuell bei einer Augenärztin in Radebeul untergekommen. Das heißt: Zugfahrt, Fußmarsch und mehrere Stunden Wartezeit trotz Termin. Das ist für den Glaubitzer aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes kaum noch machbar. Doch auch nach wiederholter Nachfrage blitzt er in Riesa weiter ab. „Wir schaffen es einfach nicht mehr“, heißt es aus der Praxis von Dr. Ute Langer gegenüber SZ. Nur noch akute Notfälle – wie Verletzungen – hätten kurzfristig eine Chance. Die anderen beiden Augenarztpraxen waren gestern für die SZ telefonisch nicht zu erreichen.