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Gleis-Lücke wird im Herbst geschlossen

Der geplante Schluss der Gleislücke zwischen Sebnitz und dem tschechischen Dolni Poustevna nimmt immer konkretere Züge an. Inzwischen gilt die Finanzierung des fünf Millionen Euro teuren Vorhabens als gesichert, die Bauplanung schreitet weiter voran.

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Von Thomas Möckel

Der geplante Schluss der Gleislücke zwischen Sebnitz und dem tschechischen Dolni Poustevna nimmt immer konkretere Züge an. Inzwischen gilt die Finanzierung des fünf Millionen Euro teuren Vorhabens als gesichert, die Bauplanung schreitet weiter voran. Möglicherweise könnten schon im Herbst 2009 Zeichen des Baubeginns sichtbar werden. Jedoch wird in diesem Jahr noch kein Zug auf der Strecke rollen.

Der Zeitplan

Noch im Januar soll die vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) in Auftrag gegebene Bauplanung für das Projekt fertig werden. Anschließend wird das Verfahren eröffnet, um die erforderlichen Baugenehmigungen zu erhalten. Eingeweihte gehen derzeit davon aus, dass die Bauarbeiten ehestens Mitte 2009 ausgeschrieben werden können. „Möglicherweise beginnen auf dem Stück zwischen Sebnitz und Dolni Poustevna im Herbst erste Rodungsarbeiten, allerdings wird 2009 noch niemand mit dem Zug auf dieser Strecke fahren“, sagt der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU).

DAs Vorhaben

Zwischen Sebnitz und Dolni Poustevna müssen rund 600 Meter Schienen, die derzeit fehlen, neu verlegt werden. Dann wäre der Sächsisch-Böhmische-Schweiz- Ring, der von Rumburk über Sebnitz, Bad Schandau und Decin wieder nach Rumburk führt, durchgängig befahrbar. Damit die Züge künftig durchgehend mit Tempo 70 rollen können, muss zudem vor allem an der Strecke Sebnitz–Bad Schandau neue Sicherungstechnik installiert werden, einige Bahnübergänge sind umzugestalten. Auch wird beispielsweise in Goßdorf ein Kreuzungsbahnhof erforderlich, in dem sich Züge begegnen und einander ausweichen können.

Die Finanzierung

Die Finanzierung des Großvorhabens gilt mittlerweile als gesichert. Rund fünf Millionen Euro kostet es, um die im Schienennetz klaffende Lücke zu schließen und den Eisenbahnring wieder durchgängig befahrbar zu gestalten. Hinzu kommen rund 1,3 Millionen Euro, die der VVO jährlich aufbringen muss, um den Betrieb auf der Strecke zu finanzieren. „Diese Kosten zu decken, erweist sich derzeit aber noch als problematisch“, sagt Landrat Michael Geisler (CDU).

Der Verkehr

Geplant ist, auf der Strecke Rumburk–Sebnitz–Bad Schandau–Decin künftig zwölf bis 16 Zugpaare einzusetzen, um damit täglich rund 800 Fahrgäste zu befördern. Fahren sollen die Züge im Zwei-Stunden-Takt, was der Strecke Sebnitz–Bad Schandau zugute käme. Auf dieser Linie verkehren die Züge derzeit ebenfalls aller zwei Stunden. Durch zusätzliche Züge wird dann beispielsweise Sebnitz stündlich angefahren. „Das wertet die Strecke erheblich auf“, sagt Ruckh. Nutznießer des kürzenen Takts sind vor allem Pendler –zum Beispiel Schüler, die das Sebnitzer Goethe-Gymnasium besuchen. „Der kürzere Takt zahlt sich vor allem für den Schülerverkehr aus“, sagt Geisler.

Die Vorteile

Vorteile vom durchgängig befahrbaren Sächsisch-Böhmische-Schweiz-Ring hätten auch tschechische Pendler. Vor allem Bewohner des Schluckenauer Zipfels, die in Decin arbeiten, kommen per Bahn schneller auf Arbeit und wieder nach Hause, wenn sie über deutsches Gebiet fahren. Auch touristisch bietet die Strecke Vorteile. „Schließlich umkreisen die Züge die Kernzonen beider Nationalparks“, sagt Geisler. Aus seiner Sicht könnten an einigen Stationen – beispielsweise alte Bahnhöfe – Zwischenstopp-Anlaufpunkte eingerichtet werden, die dann ihrerseits als Ausgangspunkt für Tageswanderungen durch die Nationalparks dienen könnten.