merken

Glücklich über neue Gruppenräume

Die Betreuung von Schulkindern mit Problemen findet jetzt im Wilthener Neubaugebiet statt. Das hat Vorteile.

© Carmen Schumann

Von Katja Schäfer

Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Anfangs waren Judith Kubasch und Annett Janetz gar nicht begeistert von dem Umzug. Zweieinhalb Jahre lang hatte die von ihnen geführte Soziale Gruppe für Schulkinder mit Problemen ihr Domizil in einem Flachbau an der Wilthener Schulstraße. Als das Gebäude als Schule gebraucht wurde, musste die Gruppe, deren Träger der Awo-Kreisverband Bautzen ist, raus. Seit einem Jahr nutzt sie eine Drei-Raum-Wohnung im Erdgeschoss eines Plattenbaublockes. Mittlerweile sind die beiden Sozialarbeiterinnen damit sehr zufrieden und wollen dort nicht mehr weg. „Unser Dank – auch im Namen unserer Geschäftsführerin Marina Schneider – gilt der Stadt Wilthen, speziell dem Bürgermeister, der sich stets unseren Belangen gewidmet hat. Ohne die finanzielle Unterstützung der Stadt wäre es nicht möglich, diese Hilfe aufrecht zu erhalten“, sagen die Frauen. Ihr Dank gilt ebenso dem Jugendamt Bautzen, das die grundlegende Finanzierung gewährleistet, sowie den Mitarbeitern des Allgemeinen Sozialen Dienstes für die gute Zusammenarbeit.

Selbstvertrauen stärken

Jugendamt – bei Müttern und Vätern, die Erziehungsprobleme haben, löst dieses Wort Angst aus. Angst, dass ihnen ihre Kinder weggenommen werden. „Es geht aber genau ums Gegenteil. Wir unterstützen die Eltern bei einer konsequenten aber liebevollen Erziehung“, betont Annett Janetz. Acht Plätze für Mädchen und Jungen zwischen sieben und zwölf Jahren bietet die Gruppe. Gedacht ist das Angebot für Kinder, die zu Hause keine Regeln und Grenzen erleben, Entwicklungsdefizite aufweisen, Auffälligkeiten zeigen oder die von anderen ausgegrenzt werden. „Bei unseren Gruppennachmittagen lernen sie, sich gegenseitig wertzuschätzen, Regeln einzuhalten, Aufgaben gewissenhaft und selbstständig zu erledigen und Konflikte friedlich zu lösen. Es geht auch darum, ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen zu stärken“, sagt Judith Kubasch.

Beratung für Eltern

Da ist zum Beispiel ein Junge, der mit der Trennung der Eltern nicht klarkommt, sich aggressiv verhält und in der Schule ständig auffällt. Oder das Mädchen, das von schlimmen sozialen Ängsten geplagt wird. Jeden Morgen, wenn es zur Schule gehen soll, übergibt es sich. Noch nie hatte es getrennt von seinen Eltern irgendwo übernachtet, bis es mit der Gruppe in die Ferien fuhr. – Zweimal in der Woche kommen die Kinder in die gemütlichen Gruppenräume; über welchen Zeitraum, das ist individuell ganz unterschiedlich. „Das Gute am neuen Domizil ist, dass es hier Bad und Küche gibt. Beides hatten wir vorher nicht“, erwähnt Annett Janetz. Von Vorteil ist auch, dass sich der Treff jetzt in einem Block im Plattenbaugebiet befindet. „Also in einer Umgebung, in der viele unserer Kinder leben“, erklärt sie. Ein Plus ist die Nähe zu Grund- und Oberschule, mit denen die Sozialpädagoginnen eng zusammenarbeiten, unter anderem, indem sie die Lehrer für die Probleme der betreuten Kinder sensibilisieren. Ihre Tätigkeit beschränkt sich aber nicht nur auf die Kinder. Vielmehr stehen sie ebenso den Müttern und Vätern zur Seite, und zwar kostenlos. „Wir helfen bei allen Alltagsdingen, zum Beispiel Behördengängen oder finanziellen Problemen“, sagt Annett Janetz. Sie und ihre Kollegin ermuntern Eltern, sich unverbindlich bei ihnen über das Angebot zu informieren.

Gruppennachmittage: Mittwoch 14 bis 17 Uhr und Donnerstags 15 bis 18 Uhr; August-Bebel-Straße 15; Kontakt: 0174 8234736 oder 0162 5161252

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.