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Glühwürmchen-Aktion ist ein voller Erfolg

Im Haus des Gasteswurden gestern Abenddie Ergebnisse der landesweiten Zählung bekannt gegeben.

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Es gibt viel mehr Glühwürmchen in Sachsen als landläufig behauptet. Zu dieser Erkenntnis kommt der Landesverein Sächsischer Heimatschutz. Er gab gestern Abend im Haus des Gastes in Diesbar-Seußlitz das Ergebnis einer dreijährigen Zählaktion bekannt.

In dieser Zeit gab es 3998 Meldungen von teilweise geringen, aber auch massiven Glühwürmchen-Ansammlungen. Die leuchtenden Käfer wurden fast überall in Sachsen beobachtet. Sie flogen in niedrigen Höhenlagern wie in Torgau (80 Meter über den Meeresspiegel), aber auch am Fuße des Fichtelberges in Oberwiesenthal in über 1000 Meter Höhe.

So viele Daten wie noch nie

Weit zurückliegende Erhebungen aus über 200 Jahren belegten bisher nur 143 Fundnachweise in Sachsen. Diese Zahl konnte mit Hilfe vieler freiwilliger Helfer korrigiert werden.

„Wir haben jetzt unglaublich viele Daten, wie es sie in Sachsen noch nie gegeben hat“, sagt Regina Walz, die Leiterin des Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, die diese Aktion unterstützte. Dabei sei die Reaktion aus der Bevölkerung enorm gewesen. 2688 Melder hatten ihre Beobachtungen weiter gegeben. „Wie viele Menschen sich tatsächlich hinter dieser Zahl verbergen, können wir allerdings nicht sagen“, so Regina Walz. Manchmal hätten einzelne Leute, andererseits aber auch Familien, Wandergruppen oder sogar ganze Schulklassen die Glühwürmchenfunde gemeldet.

Diesbarer Schülerin geehrt

Eines sei aber sicher: Glühwürmchen sind nicht seltener geworden oder gar vom Aussterben bedroht. „Das hat sich nicht bewahrheitet“, sagt Regina Walz. Vielmehr werfe das Ergebnis die Frage auf, ob die Leute vielleicht zu wenig in die Natur gehen und winzige Details noch registrieren. Für sie und die anderen Initiatoren, darunter der Naturschutzbund (Nabu) Sachsen und dem gastgebenden Verein Pro Natura Elbe-Röder, steht fest, dass die Umweltbildung in den Schulen verbessert werden muss.

Über 130 Personen hatten übrigens auch im zweiten Jahr bei der Zählaktion mitgemacht. 19 sogar alle drei Sommer lang.

Zu den fleißigsten und ausdauerndsten Meldern zählte unter anderem auch Caroline Möbius aus Diesbar-Seußlitz. Die Schülerin wurde deshalb gestern auf der Abschlussveranstaltung von Sachsens Umweltminister Frank Kupfer ausgezeichnet.Jörg Richter