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Glyphosat ist das kleinste Problem

Zum Leserbrief „Feldmausplage ist hausgemacht“ (SZ vom 18.April, S. 19) schreibt Andreas Wilhelm aus Stauchitz: Auch wenn das Pflügen bei der Mäusebekämpfung hilft, nehmen Landwirte heute oft Grubber, die den Boden nicht komplett wenden und öffnen.

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Zum Leserbrief „Feldmausplage ist hausgemacht“ (SZ vom 18. April, S. 19) schreibt Andreas Wilhelm aus Stauchitz:

Auch wenn das Pflügen bei der Mäusebekämpfung hilft, nehmen Landwirte heute oft Grubber, die den Boden nicht komplett wenden und öffnen. Das wird vom Staat gefördert: Denn der Klimawandel führt zu verändertem Niederschlagsverhalten mit hohen Extremen. Stark gelockerter Boden nach dem Pflügen ist besonders gefährdet, ausgespült zu werden. Meißen hat das erst vergangenes Jahr erlebt , das Triebischtal wurde verwüstet.

Vollständige Bodenwendung führt zu hohem Sauerstoffeintrag in den Boden, zu Oxidation und Humusabbau. Umso weniger der Boden verändert wird, umso weniger wird die natürliche Struktur gestört.

Zur Bekämpfung von Unkräutern ist der Einsatz von Herbiziden notwendig.

Umweltorganisationen werden nicht müde dabei, den Einsatz von Glyphosat-haltigen Mittel zu verteufeln. Trotz ständiger medialer Berichterstattung gibt es aber keinen wissenschaftlichen Beleg für die gesundheitliche Beeinträchtigung durch den Wirkstoff. Bis auf Ausnahmen wird in Deutschland Glyphosat nicht auf abreifende Kulturpflanzen gespritzt, sondern auf Unkräuter. In einem intakten Ökosystem ist Glyphosat nach wenigen Wochen nicht mehr nachweisbar.

Die Frage ist auch: Wo ist die Alternative? Glyphosat ist das geringste Problem des Pflanzenschutzes bei uns. In den USA wird seit mehr als 25 Jahren Glyphosat auf genresistente Soja- und Maisfelder gespritzt. Wäre das ernsthaft gefährlich, würde es in den USA eine Klagewelle geben – wenn Witwen von Rauchern schon Millionen-Entschädigungen bekommen haben.

Die Gründe für das starke Anwachsen der Mäusepopulation sind im Klimawandel, bei den milden Wintern und der fehlenden Pflege der Feldraine zu suchen.