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Gnadenfrist für das Marina-Camp

Die Gemeinde Boxberg hat mit Betreiber Frank Lissy einen neuen Pachtvertrag geschlossen. Unter einer Bedingung.

Von Doreen Hotzan

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Boxberg. Er ist spät dran. Das weiß Frank Lissy nur zu gut. Das Gelände vom Marina-Camp Jasua am Bärwalder See ist noch immer eine Baustelle. Doch der Betreiber des Campingplatzes am Klittener Ufer tut alles, um diesen Zustand zu ändern. „Bis 31. Mai dieses Jahres will ich komplett fertig sein“, sagt Frank Lissy gegenüber der SZ.

Und diesen Termin muss der Bischofswerdaer auch einhalten. Tut er das nicht, kann die Gemeinde Boxberg ihm seinen Pachtvertrag kündigen. Über den haben die Räte in ihrer jüngsten Sitzung erneut beraten. Eine rein formelle Angelegenheit. Denn Frank Lissy braucht einen neuen Vertrag, erläutert Boxbergs Seebeauftragter Roman Krautz. Dahinter steckt ein simpler Grund: Durch die Bauarbeiten auf dem Gelände ist die Pachtfläche größer geworden. Sie ist von vorher 5 000 auf 7 000 Quadratmeter gewachsen. Die logische Konsequenz daraus: „Sein Vertrag muss angepasst werden“, so Roman Krautz.

Aber im Gegenzug will die Gemeinde Fortschritte sehen. Sie hat von Anfang an die Pläne von Frank Lissy befürwortet. Der betreibt seit 2012 den Campingplatz am Klittener Ufer des Bärwalder Sees. Der wird von den Gästen auch gut angenommen. Damit das auch künftig so bleibt, wollte der Betreiber das Marina-Camp Jasua noch attraktiver gestalten. Was ihm da konkret vorschwebte, stellte Frank Lissy den Boxberger Gemeinderäten in der Februar-Sitzung des vergangenen Jahres vor. Vom Bau moderner sanitärer Anlagen war da die Rede. Auch ein Empfangsgebäude sollte auf dem Gelände entstehen.

Um die Voraussetzungen für einen schnellen Baubeginn zu schaffen, gaben die Gemeinderäte grünes Licht für den Abschluss eines Pachtvertrages mit ihm. Voller Elan wollte der Bischofswerdaer so schnell wie möglich loslegen. Doch dann tauchten die ersten Probleme auf. „Die Baugenehmigung lag mir erst im Mai vor, sodass ich nicht eher bauen konnte“, schildert Frank Lissy den Räten in deren jüngsten Sitzung. Und damit nicht genug. Zu diesem Zeitpunkt hat die Saison am See längst begonnen, und somit tummelten sich bereits die ersten Urlauber im Marina-Camp. Ein Bauen war aus Rücksicht auf die Gäste nur eingeschränkt möglich, so Frank Lissy. Zwar sind die sanitären Anlagen im August letzten Jahres zum Großteil fertig. Der ganze Stolz des Betreibers: die eingebauten Regenschauerduschen. Die versüßen den Campern nicht nur das Duscherlebnis, sondern sparen obendrein Wasser. Solche Spielereien können nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Arbeiten generell ins Stocken geraten sind. Der Campingplatz-Betreiber kann das erklären: „Mein Fliesenleger hat mich hängen lassen.“

Die Gemeinde steht auch weiterhin hinter Frank Lissy und will ihn unterstützen, bekräftigt Roland Trunsch. Frank Lissy beteuert, dass er die Arbeiten zum Abschluss bringt. Daran liegt ihm sehr viel. Immerhin hat der Bischofswerdaer jede Menge Geld in die Erweiterung des Campingplatzes gesteckt – mehr als 50 000 Euro. „Ich kenne niemanden, der privat im letzten Jahr so viel Geld in den Bärwalder See investiert hat“, sagt er.

Die Gemeinderäte und der Bischofswerdaer sind sich schlussendlich einig. Sie befürworten einstimmig den neuen Pachtvertrag. Für die Fläche mit einer Größe von mehr als 7 000 Quadratmetern bezahlt Frank Lissy eine Pacht in Höhe von rund 3 041 Euro. Der Vertrag läuft bis 31. Dezember 2025 – wenn sich der Marina-Camp-Betreiber an die Abmachung hält.

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