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Weißwasser

Gnubbel und sein Erfinder erobern die Welt

Sören Flint aus Weißwasser erfand einen besonderen Haltegriff. Ideenvater und Produkt werden weltweit auf Messen und in TV-Shows vorgestellt.

Sören Flint hat den Gnubbel, der sich zur Familie ausgewachsen hat, erfunden.
Sören Flint hat den Gnubbel, der sich zur Familie ausgewachsen hat, erfunden. © Joachim Rehle

Er sieht aus wie ein Knetmännchen. Er hat zwei oder mehrere Arme und Beine, kommt rot, grün, grau, mehrfarbig und sogar fluoreszierend und anschraubbar daher, kann Objekte bis zu einem Kilo halten – und er ist einmalig auf der Welt. Gemeint ist Gnubbel, eine pfiffige Erfindung von Sören Flint aus Weißwasser. Er hat durch viele Varianten schon eine Gnubbel-Familie geschaffen. Trotzdem tüftelt er weiter an Möglichkeiten und Modellen. Sogar in einem Werbe-Animationsfilm soll Gnubbel zum Alltagshelden werden.

Wann der Film fertig ist, kann Sören Flint noch nicht sagen. „Die technische Umsetzung meiner Ideen dauert länger, als ich dachte“, bekennt der 52-Jährige, der im Januar 2016 erstmals seinen Alltagshelfer öffentlich präsentierte. Vorausgegangen waren Jahre voller Ideen, Tüftelei und der Suche nach Kooperationspartnern. Inzwischen wird der universell einsetzbare und multifunktionale Haltefix bereits in vielen Ländern genutzt. „Seit Markteinführung haben wir 20.000 Gnubbel in Deutschland, der Schweiz, Spanien, Frankreich, Österreich, Japan und anderen Ländern verkauft“, erzählt der Weißwasseraner stolz. Immerhin widmet er sich (Weiter-)Entwicklung, Vermarktung und Verkauf seiner Erfindung nur nebenberuflich. So, wie Ehefrau Kati, die Sörens Erfindergeist und die Gnubbel-Vermarktung unterstützt. „Sörens Ziel ist es, dass sich der Gnubbel als Büroklammer des 21. Jahrhunderts etabliert“, verrät sie.

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Die Chancen stehen gut. Schon bald könnte die Nachfrage nach dem Halter, der Zuhause, in Beruf, Pflege, Alltag oder auf Reisen einsetzbar ist, sprunghaft steigen. Denn Gnubbel wurde erst im Januar 2020 auf einer großen Fachmesse in Tokio vorgestellt. Selbst Presse, Rundfunk und Fernsehen seien auf die außergewöhnliche Halterung aufmerksam geworden, erfuhr Sören Flint von seinem japanischen Geschäftspartner. „Meine Erfindung ist in Japan gefragt, da sie klein und vielseitig ist und in Brandenburg produziert wird. In Japan stehen Qualität und Zuverlässigkeit «Made in Germany» nämlich hoch im Kurs.“

Kürzlich stießen Erfinder und Erfindung im arabischen Raum auf reges Interesse. Flint und sein Gnubbel waren nämlich auf der dort größten Gesundheitsmesse, der „Arab Health“ in Dubai, an einem Gemeinschaftsstand sächsischer Unternehmen vertreten. Organisiert hatte die viertägige Messeteilnahme das Sächsische Wirtschaftsministerium, welches den Weißwasseraner – der für Gnubbel bereits den Lausitzer Existenzgründerpreis Lex erhielt – die Teilnahme anbot. „Klar habe ich zugesagt. Als Aussteller hätte ich mir sonst die Messe nie leisten können.“

Vor Ort knüpfte er Kontakte zu interessierten Firmen und Partnern aus Sachsen, Indien, Singapur, Malaysia und Katar. „Erstes Informationsmaterial habe ich verschickt. Auch Preislisten und Produkttests wurden angefragt. Erfahrungsgemäß kommen aber erst viel später Aufträge. Doch ich bin optimistisch. Immerhin war die Messe mit täglich Zehntausenden Besuchern einfach der Wahnsinn.“

Inzwischen sieht es aus, als könne der kleine Helfer aus Weißwasser sogar einen Siegeszug um Erdkugel antreten. Schon Mitte Mai reist Gnubbel dank eines sächsischen Gemeinschaftsstandes zu einer Messe ins südafrikanische Johannesburg. Diesmal ohne Sören Flint. Der präsentiert Gnubbel dafür persönlich vom 8. bis 12. August in den USA auf der Alltags- und Lifestylemesse „New York now“ in New York. Die Einladung kam von der IHK Dresden, die dort sächsische Unternehmen und ihre Produkte vorstellt.

Sören Flint setzt hohe Erwartungen in die USA-Reise. Zum einen, weil er seit 2019 für seine Erfindung eine amerikanische Patent-Urkunde besitzt. Zum anderen, weil die Messe dort sich an Endverbraucher richtet und Flint so direkt testen kann, wie der Haltefix ankommt. „Ich denke, dass sich die Amerikaner vom Gnubbel begeistern lassen“, sagt sein Erfinder, der bei der Eroberung des US-Marktes auch auf die Unterstützung und Erfahrungen sächsischer Firmen setzt, die bereits dort etabliert sind.

Zwischen Beruf, Hobby, Erfindung und Messen – letztere werden auch 2021 besucht – sind Gnubbel und sein Erfinder im TV. Nach der MDR-Sendung „Einfach genial“ folgt nun beim Sender Pro 7 ein Auftritt in der Show „Das Ding des Jahres“ 2020. Hier muss Flint mit seiner Erfindung das Kompetenz-Team, bestehend aus Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, Rewe-Chef-Einkäufer Hans-Jürgen Moog, dem Studio-Publikum und den Moderatoren Lena Gercke und Joko Winterscheidt überzeugen und gegen neun weitere Erfinder antreten. Wer siegt und ins Finale einzieht, erhält 100.000 Euro. Kein Wunder, dass beim Dreh in Köln die Anspannung bei Sören Flint sehr groß war, obwohl er normalerweise in Sachen Gnubbel-Werbung schon ein „abgebrühter“ Profi ist. „In so einer Form in die Öffentlichkeit zu treten, ist aber was Besonderes“, begründet Sören. Ehefrau Kati, die ihn begleitete, meint dagegen: „Die Aufregung merkte man Sören gar nicht an – und er hat alles toll erklärt.“

Zur Show eingeladen wurde der Weißwasseraner übrigens bereits im Sommer 2019. „Es klingelte eines Tages das Telefon und die Produktionsfirma war dran. Locker und gleich per Du erzählten sie, worum es geht und fragten, ob ich beim «Ding des Jahres» mitmachen will. Ich sagte spontan zu. So ein Fernseh-Auftritt ist eine Riesenchance und sehr werbewirksam“, schätzt Sören Flint ein. Ob er es ins Finale schaffte? Das Geheimnis wird am nächsten Mittwoch im TV gelüftet. Wie es mit der Zukunft aussehe, dazu meint Sören Flint nur: „Das ist ein Blick in die Glaskugel! Selbst beim Gnubbel plane ich nur bis 2021“.

Fernsehtipp: „Das Ding des Jahres“: 4. März, 20.15 Uhr, Pro 7

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