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Fridays for Future distanziert sich

Im Demonstrationszug ganz vorn war vergangene Woche in Görlitz ein Plakat der Linksjugend zu sehen. Dessen Inhalt gefiel nicht allen.

Dieses Banner der Linksjugend war am Freitag bei der Fridays-for-Future-Demo in Görlitz zu sehen.
Dieses Banner der Linksjugend war am Freitag bei der Fridays-for-Future-Demo in Görlitz zu sehen. © Foto: privat

Jens Müller* kann es auch im Nachhinein noch nicht fassen. „Ich bin der Fridays-for-Future-Demo am Freitag auf der Bahnhofstraße eher zufällig begegnet“, sagt der Görlitzer: „Das erste, größte und offenbar wichtigste, was mir entgegenprangte, war ein Transparent mit der Aufschrift ,Burn Capitalism not Coal’.“

Zu deutsch heißt das so viel wie „Verbrennt Kapitalismus, nicht Kohle“. Müller befürchtet, dass Linksradikale die Fridays-for-Future-Demos kapern oder das zumindest versuchen – und dabei toleriert werden? „Ist ,Burn Capitalism’ nicht als Aufruf zur Gewalt zu verstehen?“, fragt er. Hinter solch einem Transparent mitlaufen würde er jedenfalls nicht.

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Demo hat vier Organisatoren

Auf dem Banner, das den Demonstrationszug anführte, ist eindeutig erklärt, von wem es stammt: Von der Linksjugend, nicht von Fridays for Future. „Wir vertreten diese Meinung nicht“, erklärt eine 16-jährige Görlitzerin. Sie ist eine der vier Hauptorganisatoren der Demo. Die anderen sind zwei junge Frauen aus Görlitz und ein junger Mann aus Zittau. Für dieses Viererteam stellt die 16-Jährige klar: „Das, was auf dem Banner steht, ist die Meinung von einigen Teilnehmern, aber nicht der Ortsgruppe Görlitz.“

Das Banner sei nicht mit den Organisatoren abgesprochen gewesen – und erst aufgespannt worden, als sich der Demonstrationszug in Bewegung gesetzt hat. Angst vor einer Unterwanderung durch Extremisten habe sie aber nicht, sagt die Mitorganisatorin. Sie kenne einige Leute aus der Linksjugend: „Die sind nicht extremistisch, sondern einfach nur links.“ Sie könne aber nicht für alle sprechen, weil sie nicht alle kenne.

Mit den Verfassern reden

Wenn das Plakat Passanten gestört habe, dann könne sie mit der Linksjugend reden und deren Argumentation erfragen, sagt sie. Von den Argumenten sei dann abhängig, ob ein solches Banner beim nächsten Mal wieder entrollt werden könne oder nicht. 

* ... Name von der Redaktion geändert.

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