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Görlitz hinkt bei der E-Mobilität hinterher

Noch immer gibt es kaum private Ladestationen für E-Autos. Die CDU macht die Stadtverwaltung dafür mit verantwortlich.

Von Daniela Pfeiffer
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Im Sommer nahmen Bürgermeister Michael Wieler (links) und Stadtwerke-Chef Matthias Block die Ladesäule am Görlitzer Bahnhof in Betrieb.
Im Sommer nahmen Bürgermeister Michael Wieler (links) und Stadtwerke-Chef Matthias Block die Ladesäule am Görlitzer Bahnhof in Betrieb. © Nikolai Schmidt

Wir sind mächtig hinterher. So zumindest sieht CDU-Stadtrat Helmut Goltz die Stadt, wenn es um Elektromobiliät geht. Im jüngsten Stadtrat hielt er mit Kritik nicht hinterm Berge. So habe seine Fraktion in der vergangenen Wahlperiode diesbezüglich drei Anträge gestellt, ohne Erfolg. „Wir haben es nicht geschafft, Ladestationen zur Verfügung zu stellen. Es gibt gerade einmal fünf Stück von Privatleuten, der Rest sind Stationen von Institutionen und Unternehmen, die nicht für den öffentlichen Zugang gedacht sind.“ Zudem warf Goltz dem Rathaus vor, Bürgeranfragen schwerfällig zu beantworten. „Bürger, die sich an die Stadt wenden, weil sie eigene Ladestationen errichten wollen, bekommen Absagen. Wir wollen aber, dass die Leute Elektromobilität nutzen können.“

Bürgermeister Michael Wieler wies die Vorwürfe zurück. Das sei ein pauschaler Vorwurf, er versprach trotzdem, sich dazu noch einmal zu erkundigen.

Allerdings könne das Rathaus selbst das Thema nur bedingt voranbringen, da es Wieler zufolge bisher kein relevantes Förderprogramm gebe. Das, was es gibt, betreffe Planung, nicht den Ausbau. „Es gibt keine Programme, die von einer Zuständigkeit der Kommune ausgeht“, so Wieler.

Weitere Säulen im Gespräch

Trotzdem bemüht sich die Stadt, in Sachen E-Mobilität voran zu kommen. So überlegte sie, wo überall Ladesäulen sinnvoll wären – fand etwa bei den Görlitzer Stadtwerken einen interessierten Partner für die Betreibung. Diese sind nicht nur in Görlitz Vorreiter bei der E-Mobilität, sondern betreiben auch in Rothenburg eine Station. In Görlitz haben eine eigene E-Auto-Flotte und mehrere Ladesäulen. Darunter auch die jüngste im Görlitzer Stadtbild, die auch öffentlich genutzt werden darf: jene am Bahnhof, die im Sommer eingeweiht worden war.

Im Gespräch sind weitere öffentliche Säulen. Im Mai hatte der Stadtrat einen Beschluss über acht weitere Ladesäulen gefasst. Sie könnten in Alt- und Innenstadt, zum Beispiel am Obermarkt, in der Hotherstraße und am Wilhelmsplatz stehen. Doch auch in anderen Stadtteilen hat die Stadt Ideen, etwa vor dem Neißebad in der Südstadt, am Diesterwegplatz in Rauschwalde oder der Straßenbahnwendeschleife in Weinhübel.

Wann sie kommen, hängt davon ab, wie schnell Betreiber gefunden werden. Auch die schon fertigen oder geplanten Säulen betreibt die Stadt nicht selbst, sondern der Neißepark, die Enso im Gewerbegebiet, die Stadtwerke am Bahnhof und Kommwohnen am Hafen. Aber keine Privatleute.

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