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Wer Görlitz jetzt den Rücken kehrt

Der positive Trend bei der Einwohnerzahl in Görlitz ist seit einigen Monaten gebrochen. Der Wegzug einer Gruppe ist besonders schmerzlich.

Sie fehlen in Görlitz sehr: Junge Familien.
Sie fehlen in Görlitz sehr: Junge Familien. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Es sind keine großen Veränderungen, aber Monat für Monat gibt es jetzt seit über einem Jahr nur eine Richtung bei der Zahl der Einwohner in Görlitz: Es geht leicht bergab. 

Im März dieses Jahres wohnten 56.694 Menschen in Görlitz nach Angaben des Rathauses, das waren 373 weniger als ein Jahr zuvor. Das ist im Vergleich zum Einwohnerrückgang im Landkreis immer noch wenig. Aber der Trend ist eindeutig.

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Und schmerzhaft. Denn Görlitz verliert ausgerechnet in der Altersgruppe, wo es die Menschen am meisten nötig hat: Zwischen 21 und 30 Jahren. Also in einem Alter, wo sich Paare finden und eine Familie gründen, einen Mittelpunkt für ihr Leben finden und eine Zukunft haben wollen. 4.755 Menschen zählte das Einwohnermeldewesen in diesem März in dieser Altersgruppe.

Das waren 389 oder 7,5 Prozent weniger als im März 2019. Außerdem sinkt auch die Zahl der Kinder im Alter zwischen 0 und zehn Jahren. Hier sind es jetzt noch 5.073, also 119 weniger als vor einem Jahr. Es sind junge Familien, die die Stadt verlassen. Zum Teil ist diese Entwicklung auf die Lage bei ausländischen Familien zurückzuführen. Auch hier gibt es einen deutlichen Rückgang bei den 0- bis Zehnjährigen und 21- bis 30-Jährigen. 

  • 614 Menschen aus Syrien lebten im März in Görlitz, ein Jahr zuvor waren es noch 711, im März 2018 sogar 726.
  • 42 Iraker hielten sich im März in Görlitz auf, 47 waren es ein Jahr zuvor, 65 im März 2018.
  • 15 Kosovaren lebten im März in Görlitz, 17 waren es im März 2019, 25 im März 2018.
  • 23 Albaner waren im März in Görlitz registriert, 28 waren es vor einem Jahr, 34 vor zwei.

Und es gibt noch zwei große Ausländergruppen, die auffallend weniger oft in Görlitz vertreten sind: Rumänen und Tschechen. Lebten in diesem März noch 75 Rumänen in Görlitz, waren es vor einem Jahr 110, im März 2018 sogar 119. Die Zahl der Tschechen ging innerhalb eines Jahres von 93 auf 68 zurück, vor zwei Jahren waren es noch 104.

Dadurch wächst das Gewicht der EU-Bürger aus Polen in Görlitz weiter. Ihre Zahl steigt, wenn auch zuletzt nicht mehr stark. Ihre Gruppe zählte im März dieses Jahres 4.049 Personen, im März 2019 waren es 3.895, im März 2018 erst 3.610.

Betroffen sind vom Rückgang der Bevölkerung mittlerweile fast alle Stadt- und Ortsteile. Nur fünf von 16 schneiden im Jahresvergleich besser ab: Hagenwerder 821 Einwohner (März 2019: 813), Klingewalde 621 (597), Kunnerwitz 532 (515), Nikolaivorstadt 1.658 (1.642) und Schlauroth 409 (407). Manches Quartier hält sich stabil wie Tauchritz 189 (190) oder Ober-Neundorf 263 (264), auch Ludwigsdorf 758 (760) zählt dazu und Klein Neundorf 138 (142). Die anderen Stadtteile verlieren deutlicher: Biesnitz 3.946 (3.962), Altstadt 2.614 (2.653), Königshufen 7.360 (7.379). Am Ende der Statistik stehen Rauschwalde 5.802 (5.857) und Weinhübel 5.139 (5.203), vor allem aber mit der Südstadt (9.118 zu 9.229) und der Innenstadt (16.743 gegenüber 16.869) die größten Stadtbezirke. 

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