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Görlitz will 2009 Ausrichter sein

Wenn die nächste Landesgartenschau für Sachsen auch erst 2009 stattfindet, so wird in Görlitz schon jetzt ernsthaft darüber nachgedacht, sich als Ausrichter für dieses botanische Großereignis zu bewerben.

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Von Frank Fischer

Über das, was da auf die Neißestadt zukommen könnte, wenn sie 2009 die Landesgartenschau ausrichten darf, sprach kürzlich Frank Schmieler von der Landesgartenbau GmbH Großenhain. Er war maßgeblich an der Vorbereitung der Landesgartenschau in Großenhain beteiligt. Die Großenhainer Schau hat voriges Jahr stattgefunden.

Frank Schmieler betonte den langfristigen Nutzen, den die Stadt von solch einer Veranstaltung hat: „Zwar steht für den Besucher die Blütenpracht im Vordergrund. Doch Großenhain brachte die Landesgartenschau auch eine infrastrukturelle Aufwertung.“ Voraussetzung sei aber, dass die zur Verfügung stehenden Freiflächen kommunales Eigentum sind.

Das Veranstaltungsgebiet wählten die Verantwortlichen der Stadt Großenhain so aus, dass auch Industriebrachen und ein heruntergewirtschaftetes Bad mit einbezogen werden konnten. Zur Sanierung dieser Objekte gab es dann Fördermittel, die es unter anderen Umständen nie gegeben hätte. Von den knapp 27 Millionen Euro Gesamtinvestitionskosten für die Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau, hatte die Kommune Großenhain rund sieben Millionen Euro aufzubringen. Sie musste sich verpflichten, alle Bauleistungen europaweit auszuschreiben. Befürchtungen, dass deshalb die regionale Baubranche zu kurz kommen könnte, erfüllten sich nicht. Per Dia-Vortrag dokumentierte Schmieler, wie das einst triste Naturerlebnisbad mit 1,5 Millionen Euro Fördermitteln wieder ein Aushängeschild wurde. Das Bad hat Besucherzahlen, die sich sehen lassen können. In einer Saison tummelten sich hier über 40 000 bis 60 000 Besucher.

Selbst eine Ruine, die sich im Ausstellungsgebiet befand, wurde wieder ein ansehenswertes Gebäude und inzwischen zum Kulturhaus der Stadt umfunktioniert.

Weitere Effekte der Landesgartenschau waren neben dem Tourismuszuwachs, Fördermittel für die Sanierung von Straßen, die zum Ausstellungsgelände führten. Das persönliches Engagement der Anlieger bei der Verschönerung ihrer privaten Grundstücke wuchs, und es gab auch neue Arbeitsplätze. Schließlich kümmerten sich 315 Mitarbeiter um die Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau. „Eine Umfrage hatte ergeben“, so Schmieler, „dass neben den Parkplatz- und Eintrittsgebühren jeder Besucher für Unterkunft und gastronomische Betreuung neun Euro ausgegeben hat. Dieser Wert bezieht sich auf alle 569 000 Erwachsene und Kinder, die das Ereignis besuchten.“ Der Referent sprach von 13,7 Millionen Euro Investitionskosten für Objekte, die auch nach der Landesgartenschau noch komplett nutzbar sind. Großenhain habe mit seiner Konzeption und Vermarktung an Bekanntheit und Image gewonnen und auf wirtschaftlichem Gebiet zugelegt, resümierte Frank Schmieler und ermutigte die Görlitzer zu einer Kandidatur. Eine Entscheidung darüber, soll im nächsten Jahr fallen.