SZ +
Merken

Görlitzer Anwalt lässt kein gutes Haar am Staat

Michael Mochner hat auf 650 Seiten Staat und Recht kritisiert. Seit wenigen Wochen liegt das Werk vor.

Teilen
Folgen

Von Ines Eifler

Der Mensch sei ein durch staatliche Erziehung programmierter Untertan. Der Staat benutze Religion und Wissenschaft, um die Knechtung des Menschen zu rechtfertigen. Und der Staat verkörpere in purer Form die „Opfertod-, Straf- und Todesreligion“.

Solche Thesen vertritt der Görlitzer Anwalt Michael Mochner in dem Buch, das er in den vergangenen drei Jahren geschrieben, selbst verlegt und vor wenigen Wochen herausgegeben hat. „Der Staatswahn“ hat er das 650 Seiten dicke Werk genannt. Er beschreibt darin die Funktionsweisen „des“ Staates in den schwärzesten Farben. Um Ursachen für Unrecht, Leid und Unfrieden zu finden, geht er zurück bis in die Zeit der „Ursprungsgeschehnisse“ und ärgert sich über „falsche Übersetzungen der Bibeltexte“, in denen eine Herrschaft Gottes über den Menschen behauptet werde, obwohl in den Originalen gar keine Rede davon sei. Aber auch ganz heutige Dinge kritisiert der Anwalt: wie die Ungerechtigkeit, dass Arbeitnehmer ihre Werbungskosten nur begrenzt steuerlich geltend machen können, während für Mitglieder des Bundestags eine Aufwandspauschale von etwa 50000 Euro abgabenfrei sei.

„Es ist etwas philosophisch“, sagt Michael Mochner über sein Buch, das versucht, die grundsätzlichen Schwachstellen in der Ordnung der Welt aufzuzeigen und damit traditionelle Festlegungen zu dekonstruieren. Es ist auch polemisch und nicht immer leichte Kost. Vor allem versucht es einen sehr schwierigen Rundumschlag.

Die Idee, ein Buch über die Kritik am „Wahnhaften der Staaten“ zu schreiben, hat Mochner schon seit vielen Jahren. „Weil mich das Thema interessiert hat, habe ich auch Jura studiert“, sagt er. „Ich wollte immer wissen, wie Staat und Recht funktionieren oder besser, warum sie nicht funktionieren.“