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Görlitzer Cannabis-Pärchen muss nicht ins Gefängnis

Der 25-jährige Mann kommt mit Bewährung davon. Das Verfahren gegen seine Freundin wurde sogar eingestellt. Dabei drohten ihnen fünf Jahre Knast.

Eine solche kleine Cannabis-Aufzuchtstation hatte das Görlitzer Pärchen.
Eine solche kleine Cannabis-Aufzuchtstation hatte das Görlitzer Pärchen. ©  Polizeidirektion Görlitz

Das Landgericht Görlitz hat im Fall des Görlitzer Cannabis-Pärchens Milde walten lassen. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Dr. Hauke Hinrichs hat den 25-jährigen Angeklagten wegen des Handelns mit Betäubungsmitteln mit einer Waffe in einem minderschweren Fall und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten verurteilt, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird. Das Verfahren gegen seine 20-jährige Freundin wurde unter Auflagen eingestellt.

Es ist also genau so gekommen, wie es der Richter bereits am ersten Verhandlungstag angedeutet hatte. Richter Dr. Hauke Hinrichs hatte gleich zu Beginn des Verfahrens eingeschätzt, dass es sich um einen minderschweren Fall der ansonsten mit mindestens fünf Jahren Freiheitsentzug bedrohten Straftat handeln würde. Polizisten hatten im  Januar 2019 in der gemeinsamen Görlitzer Wohnung der beiden Angeklagten einen kleinen Cannabis-Anbau gefunden, dazu portionierte und verpackte Drogen, für den Handel mit Betäubungsmitteln erforderliche Utensilien und eine verbotene Waffe, ein Nunchaku. Die war allerdings wohl eher Deko, die Menge der Drogen nicht besonders groß und die beiden Angeklagten bislang gar nicht (sie) oder nur sehr gering (er) strafrechtlich auffällig.

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Von der Droge wegkommen, ist jetzt das Wichtigste

Richter Dr. Hauke Richter stellte das Verfahren gegen die 20-jährige Angeklagte nach Paragraph 47 Jugendgerichtsgesetz ein, weil ihr Tatanteil an dieser Straftat nur gering war und sie bereits Maßnahmen eingeleitet hatte, um von ihrer Cannabis-Sucht loszukommen. Diese Maßnahmen fortzusetzen und so bald als möglich eine Langzeittherapie zu beginnen, erteilte das Gericht als Auflage. Der Staatsanwalt stimmte dem Einstellungsbeschluss des Gerichts zu, der damit nicht mehr anfechtbar ist.

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Etwas anders verhielt es sich bei ihrem 25-jährigen Freund. Hier kam auf Vorschlag des Richters eine Verständigung zustande: vollumfängliches Geständnis gegen eine Bewährungsstrafe. Neben der "Haupttat" musste sich der Mann noch für eine Körperverletzung am Himmelfahrtstag 2019 verantworten, als er alkoholisiert einen polnischen Pkw-Fahrer nach einem Streit ins Gesicht schlug. Diese Tat erhöhte die 18-monatige Freiheitsstrafe für den Betäubungsmittelhandel um einen Monat. Zuzüglich erteilte das Gericht dem im Arbeitsleben stehenden Mann verschiedene Auflagen, unter anderem muss er dem geschlagenen polnischen Pkw-Fahrer 500 Euro zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Anträge auf Revision sind nach der Verständigung aber sehr unwahrscheinlich. 

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