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Klinikum: Der "Fels in der Brandung" ist tot

Dr. Hans-Dieter Grand leitete 16 Jahre die Frauenklinik am Städtischen Klinikum. Und erlebte dabei kaum für möglich gehaltene Umbrüche.

Dr. Hans-Dieter Grand anlässlich seiner Verabschiedung als Leiter der Görlitzer Frauenklinik 2002.
Dr. Hans-Dieter Grand anlässlich seiner Verabschiedung als Leiter der Görlitzer Frauenklinik 2002. ©  Repro: SZ

Die Eröffnung des neuen Frauen-Mutter-Kind-Zentrums Ende dieses Monats am Städtischen Klinikum hätte ihn sicher mit Freude erfüllt. Dr. Hans-Dieter Grand hatte sich schon anlässlich der Einweihung 1998 für den früheren Kreißsaal "viele gesunde Kinder und glückliche Familien" erhofft.

Doch wenige Wochen vor der Eröffnung des Neubaus im Klinikum ist jetzt der frühere Chefarzt der Görlitzer Frauenklinik im Alter von 82 Jahren gestorben. Das Klinikum würdigte ihn nun, dass er "seine Schaffenskraft, sein Wissen und sein Können stets zum Wohlergehen der Patientinnen und des Klinikums eingesetzt" hat.

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Dass viele Geburten keine Selbstverständlichkeit sind, erlebte Grand in den 1990er-Jahren. Wenige Jahre zuvor, 1986, hatte er die Leitung der Frauenklinik vom langjährigen Obermedizinalrat Dr. Ernst Bisch übernommen. Die Unsicherheiten in Folge des Umbruchs von 1989 ließ die Geburtenzahlen damals steil in den Keller fallen. 1980 zählte das Klinikum 2.226 Geburten, Mitte der 1990er-Jahre waren es rund 440, ehe die Zahl der Geburten in den 2010er-Jahren wieder um die 750 bis 800 schwankte. 

Amtszeit war geprägt von Umbrüchen

Grand  war auf seine Tätigkeit gut vorbereitet worden. Nach Beendigung seines allgemeinpraktischen Ausbildungsjahres im Landambulatorium Großschönau wurde er 1964 Assistenzarzt  in der Görlitzer Frauenklinik, 18 Jahre später wurde er deren Chef. Er war erst der zweite nach der langen Amtszeit von Ernst Bisch, der seit 1956  insgesamt 29 Jahre lang amtierte und die moderne Frauenklinik im Städtischen Klinikum erst begründete. 

Die 16-jährige Amtszeit von Grand war geprägt von Umbrüchen: Schwangere haben heutzutage ganz andere Ansprüche bei der Geburt als noch vor 50 Jahren, die Gynäkologie ging mit der Frühgeburten-Medizin auch räumlich eng eine Verbindung ein, die Neurochirurgie fand Einzug in der Gynäkologie, ambulante OPs nahmen zu,  und immer wieder ging es um Umbauten, Umstrukturierungen und Umzüge. Als Hans-Dieter Grand 2002 in den Ruhestand ging, schrieb der damalige Ärztliche Direktor des Städtischen Klinikums nicht umsonst über seine Würdigung für Grand: "Ein Fels in der Brandung".

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