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Görlitz

Görlitzer dürfen selbst entscheiden

2021 wird Görlitz 950 Jahre alt. Noch gibt es keine Pläne, wie das Stadtjubiläum gefeiert werden soll.

So schön sieht es am historischen Untermarkt aus, wenn die Görlitz Altstadtfest feiert. Ob das 950-jährige Stadtjubiläum in zwei Jahren ähnlich bunt und groß begangen wird, ist noch unklar.
So schön sieht es am historischen Untermarkt aus, wenn die Görlitz Altstadtfest feiert. Ob das 950-jährige Stadtjubiläum in zwei Jahren ähnlich bunt und groß begangen wird, ist noch unklar. © Archiv / Pawel Sosnowski

Große Party, viel Tamtam und Festumzug. Ob das in zwei Jahren in Görlitz so sein wird, steht noch völlig in den Sternen. Denn bislang gibt es zum 950. Geburtstag der Stadt noch nicht viel mehr, als erste zögerliche Absprachen. Der städtische Kulturservice, der die großen Veranstaltungen der Stadt, wie Altstadtfest oder Schlesischer Christkindelmarkt organisiert, habe diesbezüglich noch keine Aufgaben erhalten, erklärt Geschäftsführer Benedikt Hummel. Marianne Scholz-Paul vom Stadthallenförderverein hatte sich unlängst verwundert geäußert, dass man zu dem Jubiläum noch keinen Ton höre.

Aber es soll gefeiert werden. Das hat Bürgermeister Michael Wieler gegenüber der SZ bestätigt. Vor zwei Monaten hat es dazu ein Gespräch mit dem Aktionskreis für Görlitz gegeben. Mit dem Ergebnis, dass es eine breite Bürgerbeteiligung geben soll. Heißt: Die Görlitzer sind gefragt, Vorschläge zu machen, wie dieses Jubiläum begangen werden könnte. Nach der Sommerpause soll das angegangen werden, so Michael Wieler. „Wir wollen den Rest dieses Jahres dafür nutzen, damit wir 2020 komplett für die Vorbereitungen haben.“ Natürlich könnte auch die Stadtverwaltung Vorschläge machen, aber dann wirke es dem Bürger gegenüber, als sei alles vorgegeben. Genau das ist es nicht. Es ist alles offen.

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Damit gibt es immerhin schon mal die Gewissheit, dass 2021 etwas stattfinden wird. Schließlich kam unlängst heraus, dass Görlitz eigentlich schon deutlich älter sein soll. Laut Forschungen des Görlitzer Ratsarchivars Siegfried Hoche soll die villa goreliz zwar 1071 erstmals erwähnt worden sein, womit die Stadt also tatsächlich 950 Jahre alt wäre. Aber die Burgsiedlung Biesnitz wurde in der Chronik des Thietmar von Merseburg bereits vor reichlich tausend Jahren, im Jahr 1015, erwähnt. Und Biesnitz gehört ja seit 1951 zu Görlitz dazu. Hin wie her, man hat sich auf 950 Jahre geeinigt und die sollen nun auch angemessen gewürdigt werden.

Yvonne Reich, Bürger für Görlitz-Stadträtin und Vorsitzende des Kulturausschusses sagt: „Wir haben die 950 Jahre Görlitz natürlich im Blick. Vorbereitung läuft schon. Die Handhabung des Festes wird in der neuen Legislatur durch alle Gremien des Stadtrates gehen und die zuständigen Ausschüsse werden sich natürlich intensiv und ich hoffe doch innovativ mit der Umsetzung der eingereichten Ideen befassen.“ Auch sie erwähnt die angedachte, breite Beteiligung der Bürger und Vereine. Görlitz soll sich als 950 Jahre alte Stadt von der besten Seite zeigen dürfen: bunt, elegant und familienfreundlich.

Ein Bürger, der sich darauf schon freuen dürfte, ist SZ-Leser Rüdiger Petzold. Er hat noch die 900-Jahr-Feier in lebhafter Erinnerung, mit vielen Initiativen von Bürgern. Auch gebe es einige Erinnerungsstücke wie Medaillen, Zaubereiartikel, Gläser, Töpfereiwaren oder Schmuck. Und so mahnte Herr Petzold schon vor einem Jahr, dass der Gedanke an 2021 bei den Verantwortlichen schon fest verankert sein müsste, bei den Bürgern zumindest allmählich im Kopf herumschwirren sollte.

Die Touristiker sehen die 950 Jahre übrigens eher als Höhepunkt für die Görlitzer und die Identifikation mit ihrer Stadt. So sagt Eva Wittig von der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ), dass es wahrscheinlich kein wirklicher Reiseanlass für Besucher von außerhalb sein werde, aber je nach Art der Planungen vielleicht doch touristische Relevanz haben könnte, mit der man als EGZ werben könnte.

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