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Görlitzer Musiker setzen auf Pop-Ballade

Spiel deutlicher auf den Punkt, Alexander“, gibt Klavierlehrer und Jazzmentor Johannes Menzel seine Hinweise. „Und du, Lydia, geh hier tiefer in die Tasten.“ Wiesner, der zweite Mentor, zeigt Drummer Reimar noch einen Dreh.

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Von Ines Eifler

Spiel deutlicher auf den Punkt, Alexander“, gibt Klavierlehrer und Jazzmentor Johannes Menzel seine Hinweise. „Und du, Lydia, geh hier tiefer in die Tasten.“ Wiesner, der zweite Mentor, zeigt Drummer Reimar noch einen Dreh. Der schlägt mit seinen Trommelstöcken den Takt vor, Annegret Steglich singt das „Every breath you take“ mit ihrer vollen, warmen Stimme erneut von vorn. Irgendwann nicken die Mentoren zufrieden.

Das Jazzquartett der Johann-Adam-Hiller-Musikschule verleiht seinen Stücken den letzten Schliff, denn an diesem Sonnabend muss alles sitzen. Lydia Becker (21), Annegret Steglich (18), Alexander Pilz (19) und Reimar Gelke (17) sind dann in Chemnitz beim Landeswettbewerb Jugend musiziert und treten mit sieben anderen sächsischen Jazzensembles ihrer Altersgruppe in Konkurrenz. „Und die ist wirklich groß“, sagt Johannes Menzel. Beim Regionalausscheid des Wettbewerbs im Raum Sachsen/Lausitz Ende Januar waren die vier jungen Musiker das einzige Jazzensemble, das überhaupt antrat. Nun aber sind sie eins von vielen aus ganz Sachsen und müssen sich tapfer bewähren.

„Viele der anderen jungen Jazzmusiker haben ihre Ausbildung an Konservatorium und Spezialschule erfahren, damit können wir als Musikschule oft nicht mithalten“, erklärt Karsten Wiesner.

„Dennoch brauchen wir uns nicht zu verstecken“, meint Reimar, der seit drei Jahren bei Hendrik Borsitz, dem Produzenten der Band „Silbermond“, Schlagzeug lernt. „Aber uns fehlt die Bühnenerfahrung und die Übung darin, aus unserem Auftritt eine richtige Show zu machen.“ Denn erst seit Januar machen die zwei Gymnasiasten, der Zivi und die angehende Studentin miteinander Musik. Ein- bis zweimal in der Woche proben sie, vor den großen Auftritten dreimal. Nicht ohne Grund war das Ergebnis des Vorausscheids ein erster Preis und die Höchstpunktzahl. Das Programm vom Regionalwettbewerb aus einem Bossanova, einer Samba und dem Swing „I got Rhythm“ von George Gershwin haben sie für den Landeswettstreit durch die frisch einstudierte Pop-Ballade „Every breath you take“ von Police vervollkommnet.

Trotz dieser guten Voraussetzungen wollen die vier aber nicht zu viel von ihrem Vorspiel in Chemnitz erwarten, die Enttäuschung wäre sonst zu groß. „Wir wollen auch hören, was die anderen Gruppen spielen“, sagt Lydia, die Pianistin. „Aufgeregt werden wir sicher sein“, sagt Alexander, der seit drei Jahren Bass spielt. Besonders vor dem Auftritt sei das Lampenfieber am schlimmsten. „Doch dann dauert es nur wenige Minuten“, sagt Annegret, „und die Jury ist vergessen: So vertieft ist man in die Musik.“