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Görlitzer OB bietet Neustart am See an

Nach heftiger Debatte um den Segelstützpunkt am See ist eine Lösung in Sicht. Und die Anrainer wollen wieder zusammenarbeiten.

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Von Anja Beutler

So offene, deutliche und grundsätzliche Worte hat es in einer öffentlichen Sitzung des Planungsverbandes Berzdorfer See schon lange nicht mehr gegeben: Der seit voriger Woche schwelende Streit, ob der in diesem Jahr geschaffene Segelstützpunkt an der Blauen Lagune von Dauer oder nur eine befristete Lösung sein kann, wirkte wie das Streichholz an einem Zündfass.

Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege hatte sich jüngst in der Ortschaftsratssitzung Hagenwerder zu diesem Stützpunkt und der möglichen Konkurrenz zum großen Hafen geäußert. Nun stellte er – nach erneuter Kritik der Segler im Planungsverband – klar: Er habe sich an den bisher im Planungsverband gefassten Beschlüssen und den Protokollen orientiert und dort sei nirgendwo festgeschrieben, dass in der Blauen Lagune ein permanenter Stützpunkt errichtet werden solle. Zudem sei er an einigen Stellen auch falsch verstanden worden.

Falsch zu verstehen war der OB im weiteren Verlauf der Sitzung nicht mehr: Deinege forderte, dass alle Anrainer-Gemeinden zusammenarbeiten und nicht jeder für sich allein plane. Es könne eben nicht sein, dass zuerst Tatsachen geschaffen werden und der Planungsverband anschließend diese Veränderungen nur noch abnicken soll.

Pläne waren bekannt

Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel, dem die Kritik galt, musste denn auch eingestehen, dass er bei der Formfrage ein bisschen säumig war: Einen Antrag, diesen Segelstützpunkt in die Planungen eintragen zu lassen, hat er bislang noch nicht gestellt. Dieser solle nun aber in der nächsten Sitzung im März vorliegen. Dennoch betonte Hänel, dass man sehr wohl und immer wieder das Projekt im Planungsverband angesprochen, vorgestellt und dabei nie Zweifel daran gelassen hatte, dass man für den Vereinssport etwas Dauerhaftes plane.

Außerdem habe man das auch mit der Stadt Görlitz mehrfach thematisiert. Wie bekannt die Pläne waren, bestätigte auch Hans-Jürgen Zücker vom Bergbausanierer LMBV, der ja bei den Planungen und Diskussionen auch einbezogen war: „Es war immer die Rede davon, dass es ein dauerhafter Standort wird.“

Und so musste auch der Görlitzer Oberbürgermeister am Ende nach Kritik seines Schönauer Amtskollegen und der Segler über den aus ihrer Sicht bislang eher mangelhaften Görlitzer Kooperationswillen konstatieren: „Wir werden als Stadt jetzt präsent sein, und ich bin vor allem sauer, dass wir das bisher nicht waren“, sagte Deinege.

Konkret einigten sich die Verbandsmitglieder darauf, in der nächsten Sitzung über den Segelstützpunkt und dessen Dauerhaftigkeit zu befinden.

Siegfried Deinege, der selbst Segler ist, betonte, dass er keineswegs gegen die Wassersportler eingestellt sei. Er versprach zudem, sie einmal privat an der Blauen Lagune zu besuchen, sich alles anzusehen.

Vor allem diese Signale waren es wohl, die den anwesenden Seglern nun Mut machen: „Ich bin sehr kritisch in die Beratung gegangen, aber mit viel Optimismus wieder hinaus“, resümiert Manfred Dahms, der für den Koordinierungskreis Wassersport im Verband vertreten ist.

Und auch die Schönauer Wassersportler sind nun voller Hoffnung, dass nicht nur ihr Stützpunkt nach jahrelanger, zermürbender Suche endlich unumstritten ist. Sie hoffen auch, dass es am See endlich wieder vorangeht.

Knackpunkte kommen noch

Das allerdings wird sich noch erweisen müssen: Denn im neuen Jahr steht die Debatte um die Gründung eines Zweckverbandes an, der dann Entscheidungsbefugnisse hätte, die der Planungsverband nicht hat. Außerdem könnte er den See insgesamt besser vermarkten. Doch bislang scheiterten die Bemühungen vor allem an den Finanzen. Denn die noch von OB Paulick vorgeschlagene Umlage ist für Schönau zu teuer.