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Görlitzer OB zeigt Seglern rote Karte

Aus Görlitz kommen keine versöhnlichen Signale zum See. Aus dem Rathaus hieß es, der Segelstützpunkt sei keine Dauerlösung. Das schürt Verärgerung.

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Von Anja Beutler

Dieser Auftritt des Görlitzer Oberbürgermeisters Siegfried Deinege hat bis nach Schönau-Berzdorf Wellen geschlagen: Im Ortschaftsrat Hagenwerder erklärte das Görlitzer Stadtoberhaupt jüngst, dass der Segelstützpunkt an der Blauen Lagune keinen dauerhaften Bestand haben werde: „Wir haben einen Hafen. Einen weiteren wird es nicht geben. Das, was die Leute da auf die Beine gestellt haben, ist eine befristete Lösung“, sagte Deinege in Hagenwerder. Er betonte, dass der Planungsverband akzeptiert werden müsse, weil sonst Konfrontationen vorprogrammiert seien.

Aber Konfrontationen wird es wohl bei dieser Haltung ohnehin geben: Denn in Schönau-Berzdorf glaubte man bislang, dass die Diskussion um den Segelsportstützpunkt inzwischen ausgestanden sei. Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel zeigte sich deshalb auch ein bisschen verblüfft, als er von den Äußerungen erfuhr. „Wir haben immer gesagt, dass der Stützpunkt nur für den Vereinssport gedacht ist und keine Konkurrenz für den Hafen sein wird“, betont Christian Hänel.

Auch in puncto struktureller Rahmenplan sieht Hänel die Dinge nicht so eng: „Unsere Planungen sind über Jahre entstanden und die können sich auch mal ändern“, sagt er. Natürlich sei der Rahmenplan ein Gerüst, auf das sich die drei Seeanrainer verständigt haben. Aber durch das Hochwasser 2010 sei beispielsweise deutlich geworden, dass die einstigen Pläne am Ostufer verändert werden müssen. „Da muss man flexibel sein, eine Änderung der Planungen anstreben“, sagt Hänel.

Immerhin haben sich in den vergangenen Monaten auch auf Schönau-Berzdorfer Flur die Planungen deutlich verändert: Der bisherige Partner der Gemeinde, die Golf- und Freizeitanlagen GmbH Görlitz, ist nicht mehr im Boot. Dafür sind mit Schönau-Berzdorf nun drei Investoren im Gespräch, die Großes vorhaben: So sollen neben einem Schulungszentrum für die Firma Euroimmun aus Lübeck, die auch in Rennersdorf einen Standort hat, eine Ferienhaussiedlung und ein Camping- und Caravaning-Angebot entstehen. Offiziell haben sich Görlitz und Markersdorf zu diesem Vorhaben noch nicht positioniert. Hinter den Kulissen soll derzeit aber heftig diskutiert werden.

Diskutieren wollen übrigens auch die Segelsportler selbst noch einmal zu ihrer Herzensangelegenheit, dem Segelstützpunkt. Der Vorsitzende der Abteilung Wassersport beim Schönauer Sportverein war jedenfalls ziemlich irritiert über die Töne aus Görlitz: „Wir werden deshalb bei der Sitzung des Planungsverbandes am Montag dabei sein und auch nachfragen“, sagt Matthias Fiebig. Er könne einfach nicht glauben, dass dies das letzte Wort gewesen sein soll. „Wir machen doch hier nichts für irgendwen, der nur mal eben so Boot fahren will“, unterstreicht er. Im Gegenteil, hier gehe es vor allem auch um Perspektiven für die Jugend in der Region. Und das habe sich ja auch Siegfried Deinege in sein Wahlprogramm geschrieben, sagt Fiebig. Deshalb hoffe er, dass sich der Görlitzer OB sehr bald daran erinnern werde.

Der Planungsverband Berzdorfer See tagt am Montag ab 16 Uhr im Schönauer Vereinshaus.