merken
PLUS Görlitz

Görlitzer wählen 110 wegen lauter Musik

Vielen war ein Festival am Neißeufer zu laut. Das bekam auch die Polizei zu spüren. Andere sehen es entspannter.

Blick auf die Dreiradenmühle in Zgorzelec
Blick auf die Dreiradenmühle in Zgorzelec © Nikolai Schmidt

Das Soundsystem Street Festival hat in der Nacht zum Sonnabend für zahlreiche Beschwerden bei der Polizei geführt. Wie Polizeisprecher Philipp Marko bestätigt, gingen allein neun Anrufe von Anwohnern, denen das Festival am Neißeufer zu laut war, direkt über den Notruf ein. „Man soll die Musik bis weit in die Görlitzer Innenstadt hinein gehört haben“, erzählt Marko.

Seines Wissens nach schritten gegen zwei Uhr am Sonnabend seine Kollegen von der polnischen Polizei ein. Das Soundsystem Street Festival fand dieses Jahr zum zweiten Mal statt, es ist ein grenzübergreifendes Projekt zwischen Zgorzelec und dem Kulturbrücken-Verein. Internationale Künstler bespielten ab 17 Uhr am Freitag sieben Bühnen am Neißeufer. Mitternacht sollte laut den Veranstaltern Schluss ein.

Geld und Recht
Wer den Pfennig nicht ehrt
Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

In den sozialen Netzwerken gehen die Reaktionen auseinander. Die Lautstärke hat offenbar einigen zu schaffen gemacht: „Die Fensterscheiben klirren und man kann sich an der Uferstraße, selbst bei geschlossenen Fenstern, kaum noch unterhalten“, schreibt ein Nutzer auf Facebook. Mit Musik und Kultur habe „dieser über 115 Dezibel laute Krach nun wirklich nichts mehr zu tun.“ Den Facebook-Kommentaren nach soll das Festival durch die Richtung des Windes bis Königshufen zu hören gewesen sein. „Sorry, bei 99 Dezibel, gemessen an der Altstadtbrücke hat auch meine Toleranz für Kultur ein Ende.“

Viele sehen die Sache aber auch anders. „Ist doch cool, dass in Zgorzelec was los ist“, schreibt ein Facebook-Nutzer. „Wieso kann man sich für diese Altersgruppe nicht einfach mal freuen“, fragt eine andere Nutzerin. „Wenn nix los ist, wird ja auch gemeckert.“ Es sei ein schönes Mini-Festival gewesen, kommentiert eine Görlitzerin. „Es haben auch viele Familien genossen und endlich haben mal wieder Leute aus Polen und Deutschland gemeinsam gefeiert.“ Der Kulturbrücken-Verein wollte sich gegenüber der SZ nicht äußern, sondern verwies an die Stadtverwaltung Zgorzelec.

Mehr lokale Artikel:

www.sächsische.de/goerlitz

www.sächsische.de/niesky

Mehr zum Thema Görlitz