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Pirna

Chaos-Bürgermeisterwahl geht in nächste Runde

Nach drei Wochen Hickhack tritt der zum Wahlsieger erklärte Maik Günther das Bürgermeisteramt in Gohrisch nicht an. Das hat Konsequenzen.

Maik Günther (Linke) tritt das ehrenamtliche Bürgermeisteramt in Gohrisch nun nicht an.
Maik Günther (Linke) tritt das ehrenamtliche Bürgermeisteramt in Gohrisch nun nicht an. © Daniel Förster

Der Gohrischer Wahlkrimi hat ein vorläufiges Ende. Erst zum Verlierer, dann doch zum Wahlsieger erklärt, nimmt Maik Günther (Linke) das ehrenamtliche Bürgermeisteramt nun nicht an. 

Er stand bei der Wahl am 26. Mai als Einziger auf dem Stimmzettel. Nur etwa ein Drittel wählte ihn jedoch, viele schrieben den Namen von Christian Naumann drauf, der dann zunächst zum Wahlsieger erklärt wurde. Dann aber wertete der Wahlausschuss zahlreiche Naumann-Stimmen als ungültig, weil der Name nicht eindeutig zuordenbar sei. So wurde Maik Günther doch noch Sieger.

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Das spaltete Gohrisch noch mehr, als es vorher schon der Fall war. Für Günther steht nun fest: „Ich habe nicht die erforderliche Unterstützung, um als Bürgermeister erfolgreich arbeiten zu können. Die letzten Wochen waren für mich sehr belastend und menschlich enttäuschend.“ Kurz vor der Wahl waren Flugblätter verteilt worden, in denen es Unwahrheiten und Falschdarstellungen über ihn gegeben habe. „Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass es in unserem Ort einen derart schmutzigen Wahlkampf geben könnte, schon gar nicht, dass so viele sich davon beeinflussen lassen.“ In dieser Situation sei es ihm auch mit Blick auf seine Gesundheit nicht möglich, Bürgermeister einer offenkundig gespaltenen Gemeinde zu sein. Als Gemeinderat werde er weiterarbeiten.

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Günthers Rückzug bedeutet, dass die Gohrischer noch einmal wählen müssen. Ob er wieder antritt, lässt Maik Günther offen. Christian Naumann sagt auf SZ-Anfrage, dass er diesmal offiziell als Einzelkandidat antreten werde. Bislang liegt dem Landratsamt als Wahlaufsichtsbehörde Maik Günthers Verzicht allerdings noch nicht schriftlich vor. Die Behörde muss entscheiden, ob tatsächlich ein triftiger Grund für Günthers Rückzug vorliegt. Wenn sie das bejaht, kann binnen einer Frist von sechs Monaten neu gewählt werden. (SZ/sab)

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