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Gohrischheide-Tourismus soll in Schwung kommen

Mit neuem Personal und Gebäuden soll die Erschließung des Gebietes vorangetrieben werden. Anwohnern geht das trotzdem nicht schnell genug.

© momentphoto.de/bonss

Von Eric Weser

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Es scheint, als könnte 2015 ein einschneidendes Jahr für die Gohrischheide werden. Vor wenigen Tagen waren – nach jahrelanger Ungewissheit – erste Beweise für die Anwesenheit des Wolfs gefunden worden. Im Mai sollen zudem der erste Besucherpfad eingeweiht, Bustouren durch das Naturschutzgebiet angeboten und der Gohrischheide-Rundweg angeradelt werden. Das ist aber noch nicht alles: Demnächst soll es einen dauerhaften Ansprechpartner vor Ort geben. Das sagte Dr. Jürgen Stein, Leiter der Naturschutzgebietsverwaltung Königsbrücker Heide/Gohrischheide diese Woche der Sächsischen Zeitung.

Denn: Seit 1. Januar dieses Jahres ist die Gohrischheide laut Jürgen Stein ein eigenes NSG-Forstrevier. Bisher hat die NSG-Verwaltung in Zeithain lediglich eine Außenstelle; die Mitarbeiter reisen regelmäßig aus dem knapp eine Autostunde entfernten Königsbrück an, um hier ihre Aufgaben zu erledigen.

Neues Forsthaus

Das soll nun anders werden. Das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) sei damit beauftragt, ein passendes Gebäude zu finden, in dem der neue Förster künftig sein Büro hat, sagt Stein. Und auch der Försterposten sei bis jetzt noch vakant. Er rechne aber damit, dass sowohl die neue Immobilie bald gefunden als auch die Försterstelle im Jahresverlauf besetzt werde, so Jürgen Stein. Was die touristische Erschließung angeht, sagt Stein: „Wir wissen, dass wir in der Gohrischheide viel Nachholbedarf haben“, sagt der NSG-Verwaltungsleiter. „Und wir werden das auch nachholen. Allerdings wird das nicht so schnell gehen, wie sich das viele wünschen.“

Damit spielt Stein auf die Anwohnerinitiative vor Ort an, die sich seit vielen Jahren für eine Öffnung des nach wie vor gesperrten Heidegebietes direkt vor der eigenen Haustür einsetzt. Erst vor einigen Tagen kamen der NSG-Verwaltungschef und Vertreter des Netzwerks Gohrischheide zusammen. Letztere sind nach dem Treffen weitgehend zufrieden. Der Tenor: Nach jahrelanger Funkstille stoßen die Bemühungen bei der NSG-Verwaltung endlich auf offene Ohren. „Wir haben uns als ehrenamtliche Naturführer angeboten“, sagt Gohrischheide-Netzwerker Jens Kraze aus Lichtensee. Das bestätigt auch NSG-Chef Stein, der sich darüber „sehr gefreut“ habe. Da die touristische Erschließung der Gohrischheide aber gerade erst am Anfang stehe, werde es noch etwas dauern, bis hier Naturführungen wie in Königsbrück möglich seien. „Wir greifen aber gern auf das Angebot der Anwohner zurück“, verspricht Stein.

Geld für nächstes Projekt ist da

Aber die NSG-Verwaltung wolle mehr, als nur Versprechungen machen, betont deren Chef. „Wir werden in diesem Jahr auch ein weiteres Gohrischheide-Fenster anschieben.“ Entstehen soll damit der zweite von insgesamt drei Besucherpfaden. Haushaltsmäßig sei das Vorhaben bereits untersetzt, betont Jürgen Stein.

Es wird sich also auch weiterhin etwas tun in der Gohrischheide.

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