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Freital

Goldener Löwe öffnet wieder

Ein Männerteam will der Freitaler Gaststätte zu neuem Glanz verhelfen – mit bodenständiger Küche.

Kevin Schiemanz hat bereits im Goldenen Löwen gekellnert. Nun übernimmt er gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Vater das Restaurant.
Kevin Schiemanz hat bereits im Goldenen Löwen gekellnert. Nun übernimmt er gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Vater das Restaurant. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Tische und Stühle stehen schon draußen, ein paar Meter entfernt rauscht die Weißeritz vorbei. „Unser Biergarten“, wirbt Kevin Schiemanz und stellt zwei Flaschen Wasser und eine Cola auf den Tisch. Alkohol am Vormittag verbietet sich, die Handwerker – darunter Familienmitglieder und Freunde – haben noch viel zu tun. Bereits am Freitag soll der Biergarten hinter dem Goldenen Löwen öffnen. Einen Monat später, am 1. Mai, geht auch das Restaurant wieder in Betrieb.

Dass sich so schnell ein neuer Betreiber für das Ende Januar geschlossene Lokal findet, ist dem Umstand zu verdanken, dass Kevin Schiemanz zuletzt als Kellner im Löwen arbeitete. Er hatte Einblicke in die Organisation, bekam die Meinung der Gäste mit und kann sich von daher ein Bild machen, was in Zukunft anders im Goldenen Löwen laufen muss. Gemeinsam mit seinem Bruder Christoph und seinem Vater Thomas möchte Kevin Schiemanz dem Traditionshaus zu neuem Glanz verhelfen. Wobei die drei Männer gleichberechtigte Chefs sind und alles miteinander absprechen. „Das ist ein Familienprojekt“, sagt Thomas Schiemanz, der in den Neunzigerjahren in Radeburg als Geschäftsführer ein Restaurant leitete.

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Die Familie setzt im Goldenen Löwen auf die sächsische Küche. Es soll beispielsweise Krautwickel, Sauerbraten mit grünen Klößen, Kassler und Biergulasch geben. Auch einige vegetarische Gerichte kommen auf die Karte. Ergänzt wird die sächsische Küche mit wechselnden saisonalen und internationalen Gerichten. „Es wird natürlich auch mal Schnitzel oder Nudeln geben“, sagt Kevin Schiemanz.

In der Küche soll es zugehen, wie einst bei Großmutter. Auf Fertigware oder vorproduzierte Zutaten will man verzichten. Alle Speisen sollen aus frischen Zutaten gekocht werden. Die möchte man nach Möglichkeit von Produzenten aus der Region beziehen. „Es gibt in der Umgebung einige Bauernhöfe. Ich bin optimistisch, dass wir viele regionale Produkte einkaufen können“, sagt Kevin Schiemanz.

Biergarten und Restaurant wird man weitestgehend getrennt führen und in beiden Bereichen unterschiedliche Speisen anbieten. Nur wenige kleine Snacks werden sich doppeln. „Der Biergarten soll kein verlängerter Arm der Gaststätte werden“, erklärt der 23-Jährige.

Sein Vater schildert genauer, wie man sich das vorstellt. So wird im Biergarten eine Holzhütte aufgebaut, an der die Bestellung und Ausgabe erfolgt. Die biergartentypischen Angebote wie Bratwürste, die Salate und Snacks werden dann live vor den Augen der Gäste zubereitet und auf die Teller gepackt. Ein bisschen Wartezeit sollten die Gäste also einplanen.

Es soll gemütlich werden

Bevor die Familie starten kann, gibt es noch viel zu tun. Im und am Goldenen Löwen sind zahlreiche Reparatur- und Sanierungsarbeiten auszuführen. Der Gastraum und die beiden angrenzenden Säle bleiben erhalten, jedoch werden sie anders eingerichtet. Es soll mehr Raumteiler, Sitznischen und warme Farben geben. „Man hatte im Goldenen Löwen immer das Gefühl, in einer Bahnhofshalle zu sitzen“, sagt Thomas Schiemanz. Diese Atmosphäre wolle man aufbrechen. Der Geschmack zweier Generationen soll in die Gestaltung einfließen. Modern und trotzdem gemütlich – so stellen sich die drei Männer ihre Wirtschaft vor.

Acht Jahre lang bewirtschaftete Marlies Büttner das Restaurant. Sie war eine Seiteneinsteigerin, die sich mit dem Löwen einen Traum erfüllte. Büttner bot gutbürgerliche Küche an. Doch viele ihrer Ideen, wie Tanzveranstaltungen, Lesungen, Kabarett scheiterten. Als sie dann aufgrund des Fachkräftemangels monatelang allein den Service, den Einkauf und die gesamte Verwaltung bewältigen musste, machte sich die Arbeitsbelastung gesundheitlich bemerkbar. Auch waren wohl etliche Gäste zum Schluss enttäuscht und wandten sich von der Gaststätte ab.

Die Familie Schiemanz hat den Vorteil, zu dritt zu sein. Dazu sollen noch zwei Köche kommen. „So können wir uns in die Arbeit reinteilen und es kann auch mal jemand freimachen“, sagt der Vater.

Öffnen wolle man ohnehin in der Woche nur mittwochs bis freitags ab 16 Uhr und sich auf den Abendbetrieb konzentrieren. Am Wochenende gibt es beide Tage ab 11 Uhr auch Mittagstisch.

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