SZ +
Merken

Goldmedaille für Steinigtwolmsdorfer Wurst

Die Rauchpeitsche ist ein Knacker, der den Kunden nicht erst seit der Prämierung schmeckt. Zur Grillsaison will Meister Ulbricht überraschen.

Teilen
Folgen

Von Wolfgang Schmidt

Die „Rauchpeitsche nach Art des Hauses“ verkauft Fleischermeister Klaus Ulbricht in seinem Geschäft in Steinigtwolmsdorf derzeit besonders gut. Sie schmeckt den Leuten nun noch besser, seit sie kürzlich auf der Kreismesse „WIR 2013“ das Prädikat „Lausitzer Gold“ gewann. „Wir freuen uns über die Auszeichnung riesig“, sagt Meister Ulbricht, weil in der Jury für den auf der Messe zum zweiten Mal ausgetragenen Wettbewerb nicht nur Fachleute saßen, sondern auch Verbraucher ihre Stimme abgeben konnten.

Die Rauchpeitsche, auch Meterware genannt, ist eine hauseigene Kreation. Diese Wurst gehört zum Standardprogramm der Steinigtwolmsdorfer Fleischerei. Es ist ein herzhaft schmeckender Knacker aus Schweinefleisch, der auch portioniert angeboten wird. Den einmaligen Geschmack, die Würzung, zaubert Klaus Ulbricht. Die Rohgewürze müssen zwar durchkommen, aber nicht vorschmecken, so seine Philosophie. Mit welchen Edelgewürzen das Produkt verfeinert wird, ist Betriebsgeheimnis. „Die Zusammenstellung kenne nur ich. Sie ist schriftlich niedergelegt, verwahrt im Tresor“, sagt lächelnd der Chef.

Jahrelange Erfahrung

Klaus Ulbricht bringt lange Erfahrung in seinem Handwerk mit. Seit 1973 arbeitete er als Leiter der Konsumverkaufsstelle für Fleisch- und Wurstwaren an der Steinigtwolmsdorfer Grenzstraße, einem geschichtsträchtigen Areal. Hier nämlich betrieb bis Anfang der 1970-iger Jahre Alfred Hartmann die weithin bekannte Gaststätte „Blut’scher Knochen“. „Vor allem Arbeiter aus den nahen Steinbrüchen kehrten hier ein , löschten ihren Bierdurst oder tranken einen der berühmten Blümchen-Kaffees.

Noch in der DDR konnte Klaus Ulbricht das Geschäft privat übernehmen und das Grundstück kaufen. Vergessen ist heute, dass vom Antrag bis zur Genehmigung damals fast vier Jahre vergingen. Inzwischen jährte sich die Eröffnung am 25. Januar 1988 zum 25. Mal. Am Anfang wurden vier Mitarbeiter beschäftigt, mit einem Kredit der Kreissparkasse umgebaut, Maschinen gekauft, eine Kesselanlage sowie zwei Rauchkammern installiert. Indes immer wieder ärgerlich war die staatliche Kontingentierung von Rohware und Zutaten. „Nicht immer konnten wir alle Wünsche der Kunden nach Fleisch- und Wurstwaren erfüllen“, erinnert sich der jetzt 63-jährige Fleischermeister.

Den Übergang zur Marktwirtschaft 1990 vollzog Klaus Ulbricht mit seiner Fachfleischerei nahtlos. Die Kundschaft aus dem Ort und weit darüber hinaus blieb ihm treu, bis heute. Ein umfangreiches Sortiment kann er jetzt den Kunden anbieten, an sechs Verkaufstagen in der Woche. Es sind die handgemachten Fleisch- und Wurstwaren, die die Kunden bevorzugen. Kurze Transportwege des eingekauften Rohfleisches, das nur aus Sachsen und Ostthüringen bezogen wird, ermöglichen, dass die Endprodukte frisch angeboten werden können und in hoher Qualität.

Für Fleisch und Wurst hat das Geschäft von Klaus Ulbricht schon mehrere Auszeichnungen bekommen. Bereits zur „WIR 2011“ wurde ihm eine Goldmedaille für eine Hausmacherblutwurst zugesprochen und zur Sachsenmeisterschaft 2012 der Fleischerinnung Sachsen erhielt er Medaillen für eine Bratwurst sowie Kreationen von Bierschinken und Leberkäse.

Leckeres Neues für draußen

Klaus Ulbricht schreibt mit seinem Miniunternehmen, das zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt, schwarze Zahlen. Dazu tragen weitere Geschäftsideen bei: Essen auf Rädern, Bestelldienst, Partyservice und das Mittwoch-Angebot mit Rabatt zur Belebung des Steinigtwolmsdorfer Markttages. Alles, so der Chef, nehmen die Kunden gut an. Darüber hinaus leiht der Fleischermeister Partygarnituren aus und ist oft auf Festen und Märkten mit Verkaufsstand und Gulaschkanone vertreten. Außerdem wird am Sonnabend, 27. April, ab 11 Uhr im Hof der Fleischerei die Grillsaison eröffnet. Hier werden neue Produkte wie Knusper- oder Rostbrätelspieße vorgestellt. Natürlich dürfen die Gäste kosten.

Freizeit hat Klaus Ulbricht wenig. Trotzdem engagiert er sich ehrenamtlich – für die Feuerwehr in Steinigtwolmsdorf und als Vorsitzender im Kreisfeuerwehrverband Bautzen auch weit darüber hinaus.

Fleischerei Ulbricht, Grenzstraße 4, 01904 Steinigtwolmsdorf, 035951 132271, geöffnet dienstags bis donnerstags 8.30 bis 12.30 Uhr sowie 14.30 bis 17.30 Uhr, freitags 8 bis 17.30, sonnabends 7 bis 11 Uhr