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Gottleubas Freunde

Die feierliche Rückkehr der vier Sandsteinfiguren bringt einige Wiedersehen und eine neue Frage.

Gemeinsam mit seinem Nachfolger Christian Walter (l.) enthüllt Bürgermeister a.D. Thomas Mutze die Figur des Frühlings.
Gemeinsam mit seinem Nachfolger Christian Walter (l.) enthüllt Bürgermeister a.D. Thomas Mutze die Figur des Frühlings. © Marko Förster

Am Anfang war eine Frage: „Wo ist der Frühling?“, hatte Stadträtin Sabine Pohlan gefragt. Das Verschwinden der Sandsteinfigur löste im Januar 2016 etliche Debatten und schließlich die Sanierung aller vier Figuren aus.

 Am Sonntag wurde nun der Schlussstrich unter diese Geschichte gesetzt. Die Figuren stehen wieder im Kur- bzw. Goethepark Bad Gottleuba. Das wurde gefeiert. Mit vielen Einwohnern, Kurgästen und zwei Bürgermeistern.

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Richard Hermann Dietrich ist wohl der älteste Gast am Sonntagnachmittag. Uwe Beck schlüpft in die Rolle des Buchdruckereibesitzers und Millionärs, der 1904 bis 1913 in Gottleuba lebte. Er hat zwar nichts mit den 1922 aufgestellten Figuren zu tun, aber er schuf den Park, in dem sie standen und nun wieder stehen. Außerdem macht sich eine historische Figur immer gut. Die kann Dinge sagen, die man sonst vielleicht nicht so sagt. Zum Beispiel, dass auf dem unteren Schwanenteich die Schwäne fehlen und die Stadt ihn mal wieder herausputzen sollte. Aber am Sonntag geht es ja um die Figuren.

Beck als Dietrich erzählt deren Geschichte, die sich auch Bürgermeister a.D. Thomas Mutze noch einmal anhört. Eigentlich kommt er wegen seines Verkaufes der Figuren nicht so gut dabei weg, aber weil die Figuren ohne ihn vielleicht am Ende nicht saniert worden wären, haben ihm die Gottleubaer wohl verziehen. Er selbst hat die Figuren ironisch zu seinen Freunden erklärt. Mutze wirkt gelassen, ohne den Druck des Amtes. Nur der Seitenhieb auf die Presse muss sein.

Restauratorin Dana Krause erklärt anschaulich den Werdegang der Arbeiten. Reinigen, entsalzen, festigen, modellieren, glasieren. „Es war ein wundervolles Projekt“, sagt sie. „Bis zum Aufstellen am wohl heißesten Tag im Juni unter reger Beteiligung der Kinder aus dem benachbarten Kindergarten.“

Gemeinsam mit seinem Nachfolger Christian Walter (parteilos) darf Mutze die Frühlings-Figur enthüllen. Damit ist der Kurpark wieder komplett. Eine Tafel zu den Figuren soll noch aufgestellt werden. Der Kulturverein hat mit und für den Park einiges vor. Die Musik am Sonntagnachmittag ist ein Vorgeschmack darauf. Er eignet sich ideal für Konzerte. Parkstifter Dietrich hat auch noch einen Wunsch, über den die Stadträte ja mal nachdenken könnten: Wieder eine Straße nach ihm zu benennen.

Sabine Pohlan muss die Schleife, die das Tuch festhielt, zurückgeben. Sie hätte sie gern als Andenken mitgenommen. Dafür hat sie schon wieder eine Frage: Wieso stehen die Figuren nicht der Reihe nach, also Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Hoffentlich löst die Antwort nicht wieder eine Diskussion aus …

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