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Gottleubataler Musiknacht wird leiser

Bei der sechsten Auflage fehlen plötzlich drei musikalische Orte, dafür gibt es ein Wiederhören mit einem alten Bekannten.

Von Heike Sabel
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Zweimal „fällt aus“, das Bruno Haensel Haus hatte schon vor Druck des Plakates abgesagt.
Zweimal „fällt aus“, das Bruno Haensel Haus hatte schon vor Druck des Plakates abgesagt. © Repro: SZ

Da sind es nur noch fünf: Zwei musikalische Orte sind auf dem Ankündigungsplakat zur sechsten Gottleubataler Musiknacht am Freitag auf einmal mit „fällt leider aus“ markiert. Eine weitere hat abgesagt. Und das kam so.

Der Berggießhübler Weltenbummler-Wirt Amand Thiele spricht zunächst von „technischen Gründen“. Konkret sind sie eine „dumme Sache“, die für den Gastwirt nicht so dumm ist. Er hatte schon lange vor dem Termin der Musiknacht Bestellungen für zwei Feiern am kommenden Freitag. Zunächst war die Terminüberschneidung auch kein Problem. Thiele wollte die Feiernden im hinteren Teil der Gaststätte platzieren. Doch dann kamen zu einer Feier so viele Gäste dazu, dass sie in den vorderen Gastraum ausweichen muss. Und damit fehlt der Platz für die Musiknacht. Schade, aber nicht zu ändern, sagt Thiele.

Beim Cafe 1a ist Personalmangel der Grund, diesmal nicht dabei zu sein, sagt Chef Holm Mader. Der Schwerpunkt für das Eis-Cafe liegt im Sommer. Am Ende könne man nicht für einen schönen Abend, der die Musiknacht auf jeden Fall ist, das Geschäft riskieren. Denn unterm Strich sei man eben kein Verein, sondern ein Unternehmen, sagt Mader. Wenn man ihn vorher gefragt hätte, hätte er sein Cafe gar nicht erst auf die Liste setzen lassen. Leider sei er aber eben nicht gefragt worden. Aber das werde man intern klären. Es ändert ja nichts daran, dass man diesmal eben nicht dabei ist. Bei der Bruno Haensel Einkehr ist ein Todesfall der Grund für das Fehlen.

Nach Hause kommen

Gestartet wurde die Musiknacht 2014. Die Organisatoren um Cafébetreiber und Musiker Christian Helm wollten zeigen, dass sie, was zum Beispiel in Pirna und Heidenau gemacht wird, auch können. Außerdem sollte die Nacht den Gastronomen etwas Aufmerksamkeit bringen und helfen.

Der Name „Gottleubataler Musiknacht“ war bewusst gewählt. Gottleubatal, um offen für weitere Orte im Umkreis zu sein und Musik- statt Kneipennacht, um auch andere Gastgeber anzusprechen. Beides ist bisher nur bedingt aufgegangen.

Die acht Musikorte sind im Wesentlichen die gleichen geblieben. 2016 waren drei Neulinge am Start, die nun aber wieder nicht mehr dabei sind: das Augustusberghotel, die Berggießhübler Bad-Bar und die medizinhistorischen Sammlungen in Bad Gottleuba. Für das ehrenamtlich geführte Museum war es zwar ein schöner Erfolg, aber eben auch viel Arbeit.

Die Musiknacht hat von Jahr zu Jahr aus den Erfahrungen gelernt. Ein Shuttle wurde eingeführt, seine Fahrten optimiert und schließlich wegen der großen Resonanz ein größerer Bus eingesetzt. Inzwischen fährt der Bus bis Mitternacht im Halbstundentakt zwischen den musikalischen Orten.

Hilligs Gasthof in Gottleuba ist einer der Stammteilnehmer von Anfang an. Dieses Jahr gibt es hier ein Wiedersehen bzw. -hören. Der Liedermacher Thomas Carl spielt diesmal „super Sachen aus den 70ern“, sagt er. Er zog 2013 von Pirna ins Leipziger Land und kommt nun zum zweiten Mal zurück. Voriges Jahr sang er zur Musiknacht im Sächsischen Haus in Berggießhübel französische Chancons. Dass er ausgerechnet nach Bad Gottleuba wiederkommt, ist kein Zufall: Er ist hier geboren. Seine Mutter wohnt noch in der Region, sodass es wie nach Hause Kommen ist. Und er würde gern auch mal wieder in Pirna auftreten. „Vielleicht im Q 24.“ Musikalisch habe er sich weiterentwickelt, sagt er und lädt dazu ein, sich am Freitag davon zu überzeugen. Vielleicht haben ja weniger Orte auch den Vorteil, dass man als Gast überall etwas länger verweilen kann – und das dürfte Musiker wie Gastgeber freuen.

Hier spielt die Musik

St. Petri-Kirche Bad Gottleuba: Eröffnungskonzert ab 19 Uhr, Abendmusik mit Kantor Rene Schmerler an der Jehmlich-Orgel und am Cembalo sowie Alt-Solistin Silvia Janak (Gesang). Es erklingen Werke aus Bach Schemelli und Orgelmusik aus vier Jahrhunderten.

Gasthof Hillig Bad Gottleuba: ab 19 Uhr, Thomas Carl singt Pink Floyd und internationale und deutsche rockige Hits der 70er

Parkcafé „Alter Bahnhof“ Bad Gottleuba: ab 19 Uhr, Swing, Pop und Rock 'n' Roll mit „Blue Alley“

Café Müller Berggießhübel: Die Mainstream Band aus Pirna spielt Oldies, Schlager, Pop und deutschen Rock

Vereinshaus Narrenhäusel Bad Gottleuba: ab 19 Uhr, Herbert, ehemaliger Musiker der regional bekannten DDR-Bands Sachsentrio und Musima, spielt Schlager und Oldies 

Quelle: Veranstalter

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