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Graffiti-Park am Puschkin-Platz?

Jahrelang wucherten auf der Brache Hecken und Sträucher. Schon bald sollen sich Sprayer darauf austoben können.

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© Ina Frantzke/Stadt Dresden

Von Kathrin Kupka-Hahn

Seit Wochen fragen sich die Pieschener, was mit der Brache an der Ecke von der Leipziger zur Eisenberger Straße geschehen soll. Ende 2013 wurde das umzäunte Gelände beräumt, Wildwuchs und Müll beseitigt. Doch seither herrscht Stillstand auf der Brache. Neuer Unrat hat sich darauf angesammelt. Gerüchte, dass ein Wohnhaus gebaut wird, machten die Runde.

Doch die Stadt hat mit ihrem Grundstück etwas ganz anderes vor. „Hier soll ein Platz für Graffiti entstehen“, sagt Landschaftsarchitektin Ina Frantzke. Sie ist beauftragt worden, das rund 2.000 Quadratmeter große Grundstück, das direkt an der Straßenbahnhaltestelle Alexander-Puschkin-Platz stadteinwärts liegt, entsprechend neu zu planen. Ihren Entwurf stellte Frantzke nun in der jüngsten Pieschener Ortsbeiratssitzung vor.

Dieser sieht vor, dass auf dem Gelände ein kleiner öffentlicher Park entsteht. Mehrere Graffiti-Wände sollen zwischen Wiesenflächen als überdimensionierte Ausstellungstafeln angeordnet werden. Diese sind zwischen fünf und zehn Metern lang und 2,50 Meter hoch. Die Wände sollen zunächst aus Holz gebaut werden. Um ihre Standsicherheit zu gewährleisten, werden sie mit Fundamenten im Boden verankert. Pro Wand sind, je nach Länge, zwei bis drei Fundamente notwendig, so Frantzke. Die Oberfläche der Graffiti-Tafeln wird mit Siebdruckplatten versehen. Da der eine oder andere Farbklecks beim Besprühen nach unten tropft, soll um die Wände nur ein einfaches Betonpflaster gelegt werden. Für die leeren Farbdosen sind mehrere Müllbehälter direkt neben den Tafeln vorgesehen.

Die Bäume, die bereits auf dem Grundstück stehen, sollen erhalten werden. Ansonsten wird auf dem Areal viel Rasen angelegt, um die Pflege kostengünstig zu halten. Die angrenzende Kleingartenanlage soll durch zusätzliche gepflanzte Sträucher geschützt werden. Sitzgelegenheiten sind auch vorgesehen. Frantzke stellt sich dafür Betonwürfel vor, die ebenfalls mit Graffiti besprüht werden können.

Rund 59.000 Euro kostet der neue Graffiti-Park. Das Geld dafür kommt aus dem lokalen Handlungsprogramm für Ordnung und Sauberkeit, das als Pilotprojekt seit 2012 im Ortsamtsbereich Pieschen läuft. Nächste Woche entscheidet der Bauauschuss über das Vorhaben. Sobald dieser sein Okay gibt, beginnen die Arbeiten.