merken
PLUS

Granit als Blickfang

Torsten Schölzel verpasst seinem Wohnblock in Demitz ein schickes Gelände – mit typischem Gestein und netten Details.

© Steffen Unger

Von Manuela Paul

Demitz-Thumitz Er ist definitiv ein Hingucker – der bunte Wohnblock am Kiefernbuschweg 3 bis 5 in Demitz-Thumitz. Nicht nur wegen der kräftig-bunten Fassade und den am Dach balancierenden Seiltänzern aus Stahl. Seit Neustem ziehen auch zwei Dutzend Granit-Pfosten die Blicke vieler Vorübereilenden oder -fahrenden auf sich. Denn Eigentümer Torsten Schölzel hat seinen Wohnblock nun noch mit einem schicken Außengelände komplettiert. Mit jeder Menge ortstypischem Gestein, viel Grün und netten Details.

Anzeige
Vernünftige Rendite mit Nachhaltigkeit
Vernünftige Rendite mit Nachhaltigkeit

Einfach, bequem und flexibel in die Zukunft investieren. Langfristig gute Chancen bietet der Anlage-Assistent MeinInvest.

Neben 28 Parkplätzen entstand unter anderem auch eine Grillecke. Es gibt einen Wäscheplatz und Ruheoasen. „Hauptsächlich Granit zu verwenden, fand ich ganz passend. Schließlich leben wir ja im Granitdorf.“ Nicht jeder kann der in Stein gehauenen Optik Schönes abgewinnen. Doch das stört den Demitzer Elektromeister Torsten Schölzel weniger. „Damit kann ich leben“, erklärt der Haus-Eigentümer augenzwinkernd. Schließlich habe auch der Wohnblock seinerzeit schon für gespaltene Meinungen gesorgt. Neben vielen, denen die Neugestaltung gefalle, gebe es eben auch einige, die sie unmöglich finden, weiß er. „Da hat Demitz mal wieder was zu reden.“

Fördermittel für die Gestaltung

Für das Gestalten des Außengeländes soll der Unternehmer Fördermittel bekommen. Die Ile-Region Bautzener Oberland, zu der Demitz gehört, steuert Geld für das Vorhaben bei. Außerdem hat Torsten Schölzel auch Auszubildende der Demitzer Steinmetzschule mit in die Projektplanung einbezogen. Er bot den jungen Leuten an, mal etwas Bleibendes zu schaffen. Und so konnte, jeder, der Lust dazu hatte, Ideen einbringen. Das Angebot sei tatsächlich auf Interesse gestoßen, verrät der Demitzer. Ein ganzes Bündel an Zeichnungen ging bei ihm ein. Ein Teil der Vorschläge floss am Ende auch ins Projekt mit ein.

2012 kauften Torsten Schölzel und seine Frau Cathrin den 1980 gebauten Wohnblock von der Gemeinde und rekonstruierten ihn aufwendig. Damals war er trist, grau und in erbärmlichem Zustand. „Der Block war der Schandfleck in Demitz, die Modernisierung bitter nötig.“ Die Gemeindeverwaltung hätte die Sanierung finanziell nicht stemmen können. Also nahm der Elektromeister die Sache selbst in die Hand. Die Antwort, auf die Frage, warum er sich das neben dem ohnehin schon anstrengenden Job als Firmenchef noch angetan hat, ist einfach: „Weil ich jeden Tag auf diesen Wohnblock schaue“, erklärt der Demitzer. Er wollte nicht länger ein hässliches graues Gebäude mit abgewetztem DDR-Charme vor der Nase haben, sondern auf etwas Schönes blicken.

Einzug im Juni

Dass es sich in dem Hingucker-Haus auch gut leben lässt, zeigt die Tatsache, dass von den 24 Wohnungen, momentan lediglich eine frei ist – weil sie renoviert wird. Ab nächstem Monat kann sie bezogen werden. Torsten Schölzel glaubt nicht, dass sie lange frei bleibt. 17 Wohnungen sind inzwischen grundlegend saniert. Das lasse sich allerdings nur bewerkstelligen, wenn die Wohnungen leer sind. Deshalb gebe es im bunten Wohnblock auch noch unsanierte Wohnungen. Denn Torsten Schölzel zwingt niemanden, für die Rekonstruktion seine vier Wände aufzugeben. Wer bleiben will, muss sich mit den Gegebenheiten arrangieren. Die Modernisierung erfolgt dann eben beim Auszug. So wird auch innen Stück für Stück alles schick. Den Zuschnitt der 60 Quadratmeter großen Wohnungen habe man allerdings nicht verändert. Er ist noch so, wie im Original erbaut. Außer im Erdgeschoss. Denn diese Wohnungen seien vor allem für ältere Menschen gedacht. Dort habe man aus drei Zimmern zwei gemacht, um das Bad vergrößern zu können. Vom Balkon führt eine kleine Tür hinaus. Bei Bedarf könne dann ein Treppenlift für den leichteren Zugang eingebaut werden, erklärt Torsten Schölzel.

Nun haben die Mieter es auch rings ums Haus schön. Wenn die angesäte Wiese wächst und der gepflanzte wilde Wein sich an den Granit-Stelen emporrankt, dann wird das bunte Haus in Grün eingebettet.