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Gregor Gysi setzt auf Rot-Rot-Grün

Die Linken erhielten gestern in Weißwasser prominente Wahlkampfhilfe. Rund 60 Bürger kamen zum Forum.

Gregor Gysi war gestern in Weißwasser Gast beim Wahlforum der Linken.
Gregor Gysi war gestern in Weißwasser Gast beim Wahlforum der Linken. © Foto: Sabine Larbig

Von Sabine Larbig

Weißwasser. Es war ein ungewohnter Ort, den sich Die Linke für die Veranstaltung gesucht hatte: der Stadtstrand Weißwasser. Rund 60 Bürger aus Stadt und Umland kamen zum Gespräch mit Landtagskandidatin Antonia Mertsching und Gregor Gysi, Präsident Europäische Linke. 

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Wie erwartet übte Gysi, der so entspannt wie sein Umfeld wirkte, reichlich Kritik an deutscher Innen- und Außenpolitik. So äußerte er, dass wachsender Nationalismus und Entsolidarisierung in Deutschland und Europa von Bundeskanzlerin Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik ausgingen; Ostdeutschland keine Chance zur eigenen Entwicklung bekam; Wasser, Energie, Wohnen, Krankenhäuser, regelmäßiger Bus- und Bahnverkehr – auch im ländlichen Raum – zu den Aufgaben öffentlicher Daseinsvorsorge gehören und entsprechend gefördert werden müssen statt privatwirtschaftlich zu sein.

„Ich rege mich noch heute darüber auf, dass das Schienen-, Strecken- und Bahnhofnetz der DDR zerschlagen wurde. Es ist auch ein Skandal, dass Löhne und Renten im Osten nach 30 Jahren deutscher Einheit noch immer geringer sind als im Westen und die Förderung der Ballungsgebiete im Vordergrund steht, weil die meisten Politiker in Großstädten wohnen und keinen Bezug zum ländlichen Raum haben.“ Zudem erklärte Gysi, erneut eine Initiative für billigeres Schulessen in Deutschland zu starten. „Es kann nicht sein, dass 19 Prozent Mehrwertsteuer bei Schulessen und nur 7 Prozent bei Lebensmitteln erhoben werden“, begründete er unter Beifall.

Auf den Strukturwandel in und um Weißwasser angesprochen, forderte er ökologische Nachhaltigkeit in sozialer Verantwortung. „Den Leuten muss gesagt werden, was und wo zeitgleich zur Schließung der Braunkohlereviere an Arbeitsplätzen aufgebaut wird, mit welchen Mitteln, für welche Zwecke und Wirtschaftszweige. Das geschieht nicht. Und ich warne seit langem davor, dass der Osten zur Rentenregion der BRD wird. Genau diese Gefahr besteht hier!“ Allerdings, so der Spitzenpolitiker der Linken, dürften Engagement und Selbstorganisation der Menschen vor Ort für Kunst, Kultur, Feste, gesellschaftliches Leben und Miteinander ebenfalls nicht aufhören. „Wer aufhört, verkümmert.“

Was Bundes-, Landes- und Regionalpolitik betreffe, so forderte Gysi ein Ende der CDU-Regierungen. „Sie sprechen oft die falsche Sprache, bemühen national und international Argumente, wie sie gebraucht werden. Es fehlen Kämpfer und Menschen mit Leidenschaft für Sozialdemokratie an der Spitze“, erklärte Gysi und appellierte: „Die AfD ist der falsche Weg. Man müsste für eine Regierung aus Linken, Grünen und Sozialdemokraten kämpfen.“

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