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Grenzdebatte geht weiter

Über Monate soll die Grenze dicht sein. Das sorgt für Unfrieden. Doch nicht jeder ärgert sich darüber.

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Von Anja Weber

Die geplante Schließung des Grenzübergangs an der Böhmischen Straße in Sebnitz von Mitte Juli bis Mitte Dezember dieses Jahres sorgt weiter für Diskussionen. Die Meinungen gehen auseinander.

Kritisch gesehen wird die Grenzschließung vor allem auf tschechischer Seite. Die komplette Wirtschaft, vom Friseur über Läden bis hin zur Tankstelle fühlt sich offenbar bedroht. Dazu kommt, dass auch die Arbeitskräfte aus dem Schluckenauer Zipfel große Umwege fahren müssten, um ihrer Arbeit in Sebnitz und Umgebung nachgehen zu können. Zum anderen gibt es Stimmen in Sebnitz, die hoffen, dass die Grenzschließung die heimische Wirtschaft ankurbelt. Das dürfte umstritten sein, denn die Billigtanker aus Bautzen und Kamenz werden kaum nach Sebnitz zum Tanken oder zum Essen kommen, geschweige denn zum Einkaufen oder zum Friseurbesuch. Damit bleibt es weiter spannend. Bis zum Beginn der Bauarbeiten sei noch etwas Zeit, sagt der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU). Derzeit laufen die Ausschreibungen für das Vorhaben.

Beim Stadtgespräch in Ottendorf war die Rede davon, dass man noch Möglichkeiten der Verkehrsführung prüfe, vielleicht nur für Sebnitzer Einwohner. Welche das sein könnten, lässt der Stadtchef offen. Sollten sich andere Möglichkeiten ergeben, werde man vielleicht den Zeitraum der Sperrung überdenken. Generell sei festgelegt, dass die auf ein Mindestmaß begrenzt bleiben soll.

Das Bauen an der Böhmischen Straße ist kompliziert. Um die Stützmauer zu errichten, müssen große Pfähle im Erdreich versenkt werden. Das geht nur mit schwerer Technik. Darüber hinaus wird ab September an der Kreuzstraße gebaut. Zusätzlichen Grenzverkehr über Mannsgrabenweg, Tannertstraße, Obergasse, Hertigswalder Straße, Markt und Lange Straße wollte man Anwohnern nicht zumuten.