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Was Liberec für Familien bietet

Ob Zoo, Jump Arena, Babylon oder Wissenszentrum - in der böhmischen Großstadt findet jeder reichlich Angebote. Teil 4 der Serie "Grenzgänge".

Das Neorenaissance-Rathaus, erbaut in den 1890er Jahren, ist das Herzstück der böhmischen Stadt Liberec (Reichenberg). Hier tummeln sich normalerweise viele Touristen. Doch durch Corona gibt es momentan genug Platz für alle.
Das Neorenaissance-Rathaus, erbaut in den 1890er Jahren, ist das Herzstück der böhmischen Stadt Liberec (Reichenberg). Hier tummeln sich normalerweise viele Touristen. Doch durch Corona gibt es momentan genug Platz für alle. © Matthias Weber/photoweber.de

1. Erlebnispark und Altstadtflair

Zirkus oder Leistungssport ist das, was – auch einige ganz junge – Besucher in der Urban Jump Arena im böhmischen Liberec (Reichenberg) veranstalten, hat Artistenniveau. In einem unscheinbaren Bau nahe der Neiße, der eher nach Wohnhaus aussieht, gibt es Trampoline und Schaumstoffbecken, eine Kletterwand, einen Ninja-Parcours. Hier können Kinder und Erwachsene hüpfen, Salti schlagen, springend Basketball spielen oder sich federleicht als Breakdancer versuchen. Die Arena ist damit eines der modernen Gesichter einer knapp 700 Jahre alten Stadt.

© Babylon

Die hat für Kulturinteressierte ein Neorenaissance-Rathaus, Kirchen, ein Theater, Galerien und Museen zu bieten. Aber eben auch viel für Familien. Darunter ist mit dem Centrum Babylon (Foto) eine Art Freizeitzentrum mit Badepark, der die Romanwelten eines Jules Vernes als Vorbild hat. Es gibt einen Rummel im Stil eines altböhmischen Jahrmarktes. Bowling, 4D-Kino, Labyrinth, Hotel und Gastronomie. Wegen Corona gelten aber noch viele Hygieneauflagen. Beim Baden kann der Mundschutz runter, ansonsten muss er meist getragen werden. Mit dem Zug können Interessierte nun wieder täglich ab Dresden nach Liberec fahren.

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© Gernot Grunwald

2. Im Wissenszentrum von gestern, heute und morgen

Ist das was zum Werfen? Ein Knirps fragt etwas ratlos nach. Aber so eine alte Diskette kann ein Kind des Streaming-Zeitalters schon ins Grübeln bringen. Genauso wie die Videokassette mit Magnetband. Oder eine Kaffeemühle. Im Liberecer Wissenszentrum iQLandia gibt es all diese „rätselhaften“ Dinge. Über sie erfahren Kinder und Erwachsene die Welt von gestern; und sie lernen so den Weg von Entwicklungen kennen. Ausgestellt sind die „Oldies“ in der Abteilung „Überholte Erfindungen“.

© iQlandia

Aber, was heißt ausgestellt. Das iQLandia, direkt an der Lausitzer Neiße gelegen, hat mit einem Museum so gut wie gar nichts zu tun. Es ist ein Haus, das Besucher in zehn Themenwelten zu Entdeckern macht. Die Besucher können anfassen, bauen, experimentieren, hören, fühlen, riechen, sich optisch täuschen lassen (Foto) – Wissenschaft und Forschung anschaulich erleben. Das ist in der Coronazeit nicht einfach. Wochenlang war das iQLandia in einem futuristischen Komplex aus Glas, Metall und Stahl geschlossen. Jetzt stehen an allen Exponaten zum Anfassen Spender mit Desinfektionsmittel. Einige besonders heikle Objekte wurden entfernt. Dafür gibt es nun auf der Terrasse riesige Xylofone und eine Trommel zum Musikmachen. Achtung: Der Bereich über Sexualität ist erst für Kinder ab zwölf Jahre geeignet.

Geöffnet ist derzeit Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr, der iQPark für kleine Kinder mit 200 interaktiven Exponaten ist täglich zugänglich.

3. Im Zoo bei den letzten ihrer Art

Er ist eine grüne Oase – der Zoo von Liberec. Aus der Vogelperspektive vor lauter Bäumen kaum auszumachen. Gerade wenn es heiß wird, suchen Einheimische und Gäste hier gern Zuflucht. Optisch ist die 101 Jahre alte Anlage mit ihren 14 Hektar Fläche ein klassischer Tierpark. Die rund 160 Arten leben meist getrennt voneinander in einzelnen Gehegen. Zu vergleichen mit modernen Einrichtungen wie in Leipzig ist der Liberecer Zoo nicht.

© Jan Skvara

Dennoch lockt er bis zu 370.000 Besucher pro Jahr an. Darunter sind viele Deutsche, auch wenn es keine Führungen in ihrer Sprache gibt. Dafür hat der Park Raritäten zu bieten. Darunter sind die in freier Wildbahn ausgestorbenen Berberlöwen. Einst waren die Raubtiere mit der besonders starken dunklen Mähne bei den männlichen Tieren in Nordafrika zu Hause. Doch 1920 wurde der letzte Vertreter in Marokko geschossen.

Von der Zucht der berühmten Weißen Tiger musste sich der Zoo aus finanziellen Gründen verabschieden. Doch es gibt Rote Pandas, Ameisenbären, Elefanten, Leoparden, viele Vogelarten, Giraffen, Reptilien und mehr. Außerdem findet man kleine Cafés und Restaurants auf dem Gelände. Im Freien ist Mund-Nasen-Schutz nicht nötig.

4. Im Dinopark bei den Urzeitriesen

Vorbei an Sportklamotten, Fotoladen und Spielwaren im Liberecer Shopping-Center Plaza führt der Weg in die Vergangenheit. Aber so richtig – etwa 250 bis 66 Millionen Jahre geht es zurück. Damals bevölkerten Diplodocide, Iguanodons und Coelophysoiden die Erde. Falls Sie über diese Begriffe stolpern, fragen Sie den Nachwuchs! Was vielen Erwachsenen völlig unverständlich ist, löst bei Kindern oft wissendes Kopfnicken aus. Mit Urzeitviechern kennen sie sich aus.

© Jan Skvara

Zu sehen gibt es einige Dutzend im Liberecer Dinopark – als Nachbau natürlich. In einer künstlich geschaffenen Erlebniswelt können Besucher beim Rundgang in zwei Etagen und auf dem Dach auch einem Mammut, dem Neandertaler und einem Krokodil begegnen. Über eine Wendeltreppe in einem riesigen Baobab-Baum geht es nach oben. Dort sind die Urzeitwesen mal in einer Wüste mit großen Kakteen, mal in tropisch anmutenden Gefilden aufgestellt. Kinder können in einem paläontologischen Sandkasten buddeln und das versteckte Skelett eines prähistorischen Tieres freilegen. 

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