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Grenzkriminalität nimmt deutlich zu

In Ostritz liegen die Zahlen deutlich über denen des Vorjahres. Die Polizei hat deshalb reagiert und will nun auch die Bürger informieren.

Die Grenzbrücke in Ostritz wird von vielen Dieben als Fluchtweg benutzt.
Die Grenzbrücke in Ostritz wird von vielen Dieben als Fluchtweg benutzt. © Archiv: Ronald Bonß

Transporter versucht zu stehlen, Getriebemotor entwendet - diese oder ähnliche Straftaten musste die Polizei in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder aus Ostritz vermelden. Es vergeht kaum eine Tag, an dem es nicht zu Vorfällen kommt, berichten Anwohner und Betroffene. Diese Einschätzung wird von den Zahlen der Polizeidirektion Görlitz untermauert. Demnach hat die Eigentumskriminalität im Zeitraum Januar bis Juli deutlich zugenommen. Um circa 227 Prozent gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres. Die Steigerungen beziehen sich auf alle Deliktfelder der Eigentumskriminalität, wie Polizeisprecher Philipp Marko erklärt. Lediglich bei den Diebstählen in und aus Wohnungen gibt es einen Rückgang der Delikte, so der Pressesprecher weiter.

Im besagten Zeitraum wurden in 72 Fällen insgesamt fünf Verdächtige ermittelt. Dabei handelt es sich bei vier Tätern um polnische Staatsbürger, ein Verdächtiger ist laut Polizei Deutscher.

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Die Grenzbrücke an der Bahnhofstraße wird vor allem von den Tätern aus dem Ausland genutzt, um ihr Diebesgut wegzubringen. Deshalb hatten die Stadt Ostritz, Landkreis, Polizei und auch die polnische Seite nun reagiert und den Fluchtweg erschwert, in dem ein Findling vor der Brücke positioniert wurde und auch die abgerissenen Metallbügel am Brückengeländer wieder angebracht.

Gleichzeitig hat auch die Polizei auf die Entwicklung reagiert. Seit März 2019 wurden laut Marko die polizeilichen Einsatz- und Fahndungsmaßnahmen in der Neißestadt verstärkt. Die Kollegen des zuständigen Polizeireviers Zittau-Oberland haben zu verschiedenen Zeiten Kontrollen innerhalb des Stadtgebietes durchgeführt. Darüber hinaus seien sie auch ohne Anlass verstärkt in Ostritz präsent gewesen. "Diese Maßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit der örtlich zuständigen Bundespolizeiinspektion Ebersbach, welche mit eigenen und unterstellten Kräften ergänzende Maßnahmen veranlasste", erklärt der Polizeisprecher. 

An ausgewählten Tagen haben die Polizisten des Zittauer Reviers bei ihren Einsätzen auch Unterstützung bekommen. "Hierbei kamen insbesondere die geschlossenen Einheiten der Inspektion Zentrale Dienste, Fachdienst Einsatzzug als auch Kräfte der Bereitschaftspolizei zum Einsatz"sagt Philipp Marko. Teilweise seien auch Kräfte der Polizeireiterstaffel eingesetzt worden. Zwischen dem 1. März und dem 31. Juli 2019 kamen diese Unterstützungskräfte an insgesamt 30 Kalendertagen zum Einsatz. "So konnte die Polizeipräsenz spürbar erhöht werden", betont Marko.

Mit dem positiven Effekt: Mehrere Tatverdächtige konnten auf frischer Tag gestellt oder ermittelt werden. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen seien aber noch nicht in allen Fällen abgeschlossen.

Mit dem Hintergrund der stark gestiegenen Eigentumskriminalität hat die Stadt Ostritz am Dienstag (27. August) einen Bürgerinformationsabend im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) St. Marienthal organisiert. Ab 18 Uhr soll es um die Kriminalitätslage in Ostritz und Leuba gehen. Bei der Veranstaltung sind auch der Leiter des Polizeireviers Zittau-Oberland, Carsten Weber, und ein Vertreter der Polizeidirektion Görlitz anwesend.

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