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Doch bald ein Grenzübergang in Neustadt?

In Langburkersdorf sind offenbar Landvermesser am Werk. Das macht die Einwohner stutzig. Was läuft da hinter den Kulissen?

Geht es bald an dieser Kreuzung geradeaus nach Tschechien? Die Langburkersdorfer hoffen es nicht.
Geht es bald an dieser Kreuzung geradeaus nach Tschechien? Die Langburkersdorfer hoffen es nicht. © Steffen Unger

Das Verkehrsaufkommen an dieser Kreuzung im Neustädter Ortsteil Langburkersdorf könnte womöglich bald noch höher werden. Offenbar wird hinter den Kulissen weiter an einem Grenzübergang von Langburkersdorf nach Lobendava (Lobendau) in Tschechien entlang der Staatsstraße 159 gearbeitet. Der Neustädter Stadtrat Klaus Anders (NfN) hat Wind davon bekommen, dass vermutlich Landvermesser des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr im Ort unterwegs waren. Er erinnerte daran, dass der Stadtrat von Neustadt eindeutig abgelehnt hat, den Verkehr an einen möglichen Grenzübergang durch den Ort zu leiten. An der Auffassung habe sich auch nichts geändert.

Die alte Straße über den Raupenberg in Langburkersdorf galt früher als wichtiger Handelsweg zwischen Böhmen und Sachsen. Heute kommen hier nur noch Wanderer und Radler über die Staatsgrenze. Sachsens Wirtschaftsministerium und auch die tschechische Seite forcieren seit vielen Jahren einen Grenzübergang weiter, dort wo die Staatsstraße S 159 in einem Feldweg endet. 

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Tschechien will damit den gesamten Schluckenauer Zipfel beleben und nicht zuletzt auch Ausflügler und Einkaufstouristen in die Region bringen. Allerdings würde der komplette Verkehr über Langburkersdorfs schmale Straßen führen. Deshalb will man im Neustädter Rathaus die Langburkersdorfer schützen, die sich vor dem zunehmenden Verkehr fürchten. Und daran hat sich auch nichts geändert. Bürgermeister Peter Mühle (NfN) bestätigte, dass ihn ein Schreiben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr erreichte. Er sollte in seinem Amtsblatt die Anwohner unter anderem darüber informieren, dass sie den Mitarbeitern den Zutritt zu ihren Grundstücken gewähren sollten.

Ziel war ein faunistisches Gutachten, keine Landvermessung, heißt es aus dem Landesamt. Es sollte also untersucht werden, welche Tiere entlang der Straße und in den angrenzenden Gebieten beheimatet sind, ob es schützenswerte Tiere sind oder nicht. Alles Untersuchungen, die vor einem Straßenausbau stattfinden. Eine Antwort auf die Frage, ob auch eine mögliche neue Trasse mit untersucht werden sollte, steht noch aus. Für Neustadt jedenfalls ein Indiz, dass der Ausbau der Straße durch den Ort noch nicht vom Tisch ist. Der Bürgermeister ging in Widerspruch. Dabei ist es auch vorerst geblieben. Aber er ist sicher, dass die Sache nicht erledigt ist, solange keine eindeutige Entscheidung auch seitens des Wirtschaftsministeriums getroffen wurde. 

Bürgermeister Peter Mühle verweist auf den Stadtratsbeschluss. Und in diesem wird eindeutig der Ausbau der Staatsstraße durch den Ort Langburkersdorf in Richtung Grenze abgelehnt. Wenn schon Grenzübergang, dann mit einer Ortsumgehungsstraße. Er sieht kritisch, dass nun offenbar das Landesamt im Auftrag des Wirtschaftsministeriums die Planungen hinter dem Rücken der Stadt weiter führt. "Wir sind ja nicht gegen einen Grenzübergang, aber eben nicht über die Straße durch den Ort", sagt er. Die Straße durch Langburkersdorf ist viel zu schmal, schon gar nicht für Schwerlastverkehr geeignet. Dazu kommt, dass die Häuser meist dicht an der Straße stehen. Die Verkehrssicherheit für die Anwohner wäre wohl nicht mehr gegeben. 

Eines ist sicher, der Grenzverkehr der jetzt in Richtung Sebnitz unterwegs ist, würde sich entzerren. Ein Großteil würde dann hier sicherlich schon in den Schluckenauer Zipfel abbiegen, um sich den Umweg über Sebnitz zu sparen. Das Verkehrsaufkommen wäre tatsächlich enorm. Auch aus diesem Grund spricht man sich schon länger gegen einen Ausbau über diese Trasse aus. Nach wie vor bleibt aber auch aus Neustädter Sicht eine Umgehungsstraße im Gespräch, die neben dem Schloss entlang führen könnte. Auch diese Ideen gibt es schon länger. Eine Aussage des Wirtschaftsministeriums, inwiefern diese ebenfalls weiter verfolgt werden, steht noch aus. Deshalb ist offenbar auch noch keine Ende in dieser Geschichte abzusehen. Für die Langburkersdorfer bitter. Sie fordern endlich eine Entscheidung zum möglichen Grenzübergang. Alles andere würde nur weiter für Unruhe und Unfrieden im Ort sorgen.

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