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Griechenland glückt das Comeback

Athen. Fast vier Jahre nach dem Finanzkollaps ist Griechenland furios an die Kapitalmärkte zurückgekehrt. Erstmals seit dem Hilferuf an die Euro-Partner vertrauen private Investoren dem Land wieder längerfristig ihr Geld an.

Athen. Fast vier Jahre nach dem Finanzkollaps ist Griechenland furios an die Kapitalmärkte zurückgekehrt. Erstmals seit dem Hilferuf an die Euro-Partner vertrauen private Investoren dem Land wieder längerfristig ihr Geld an. Anleger rissen sich regelrecht um die neuen Anleihen. Das größte Krisenland im Währungsraum löst sich damit vom Tropf der Geldgeber – zumindest ein Stück weit.

Nach Angaben des Finanzministeriums sammelte das Land drei Milliarden Euro ein, rund eine halbe Milliarde mehr als angepeilt. Die Anleger erhalten dafür einen Zinssatz von 4,75 Prozent. Entsprechend positiv über das Comeback fielen erste Reaktionen aus. Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras zeigte sich erfreut. Zugleich warnte er seine Landsleute davor, im Kampf gegen die Krise nachzulassen. „Macht keinen Fehler: Wir haben noch einen langen Weg vor uns“, erklärte Samaras im griechischen Fernsehen.

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Überschattet wurde der Neustart am Kapitalmarkt von einer Autobombe in der Landeshauptstadt. Sie richtete einen Tag vor dem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schweren Sachschaden an, verletzt wurde jedoch niemand. Für heute hat die Polizei alle Demonstrationen im Regierungsviertel verboten. Sie vermutet, dass eine der linksgerichteten Untergrundorganisationen hinter dem Anschlag steckt – zunächst bekannte sich aber niemand zu dem Vorfall. Merkel will die griechische Regierung bei ihrem Besuch in ihrem Sparkurs bestärken. Zahlreiche Gewerkschaften, die stärkste Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken (Syriza) und autonome Gruppierungen haben zu Protesten aufgerufen. (dpa)