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Grippe, Defekte - was ist los beim Trilex?

Weil's an Personal und Technik hapert, lässt die Länderbahn viele Züge ausfallen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht.

Beim Trilex läuft's gerade nicht rund. Viele Bahnreisende können froh sein, wenn der Zug kommt.
Beim Trilex läuft's gerade nicht rund. Viele Bahnreisende können froh sein, wenn der Zug kommt. ©  Archivfoto: Rafael Sampedro

Für Trilex-Fahrgäste klingen die Worte von Länderbahn-Pressesprecher Jörg Puchmüller wenig tröstlich: "Wir haben die Auswirkungen auf ein Minimum zurückgefahren", kommentiert er die aktuelle Grippewelle unter Trilex-Lokführern. In die Realität übersetzt heißt das: Es fallen auf den Strecken von Dresden nach Zittau und Görlitz nicht alle Züge aus - aber viele.

So waren am Dienstag, 14. Januar, der Frühzug (4.43 Uhr) von Bischofswerda nach Zittau und die Rückfahrt (Zittau ab 6.06 Uhr) ausgefallen. Hier empfahl Trilex Reisenden über seine Facebookseite, von Zittau aus den Bus der Linie 27 nach Löbau zu nutzen und dort in den Regionalexpress umzusteigen. Auch die Verbindung von ab 6.07 Uhr von Bischofswerda nach Görlitz entfiel und der durchgehende Zug von Görlitz (7.23 Uhr) nach Dresden. Später meldete Trilex auf Facebook den Ausfall von sechs weiteren Zügen zwischen 14.25 Uhr und 20.07 Uhr auf der Verbindung Dresden, beziehungsweise Bischofswerda nach Görlitz. "Alle Informationen sind im DB Navigator und in der Fahrplanauskunft bei bahn.de hinterlegt. Wir bitten um Entschuldigung", hieß es dort weiter.

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Kein Ersatzverkehr - aber ab Mittwoch wieder Regelverkehr

Sieben Lokführer hätten sich in den letzten Tagen krank gemeldet. "Das können wir nicht mehr abfedern", so Länderbahn-Sprecher Jörg Puchmüller auf SZ-Anfrage. Und vor allem: Reisende müssen auf den nächsten Zug warten - oder sehen, wo sie bleiben. Denn einen Schienenersatzverkehr für die ausgefallenen Züge bietet Trilex nicht an. Der würde Bahnreisenden bei Ausfällen einzelner Züge auf längeren Abschnitten auch keinen Vorteil bringen, erklärt Puchmüller: "Die Busse müssten alle Stationen anfahren. Wenn die dann so langsam sind, dass sie vom Nachfolgezug überholt werden, hat ihr Einsatz keinen Sinn."

Die gute Nachricht hat Jörg Puchmüller aber auch: "Ab Mittwoch, 15. Januar, fahren wir wieder im Normalbetrieb." Einige Lokführer seien aus dem Krankenstand zurückgekommen. Zusätzlich setze man Verwaltungsmitarbeiter, die einen Lok-Führerschein haben, in die Führerstände. 

Indes ist der Ausfall von Lokführern nicht die einzige Panne, die Fahrgäste und Trilex derzeit plagen. Denn auch auf der von der Länderbahn betriebenen Verbindung L7 von Liberec über Zittau, Großschönau und Varnsdorf nach Seifhennersdorf läuft's in diesen Tagen nicht wie vorgesehen. Einige Züge werden hier auf den tschechischen Streckenabschnitten durch Busse ersetzt und laut Mitteilung der Länderbahn könnte auf anderen Abschnitten die Zugkapazität eingeschränkt werden.

Grund dafür ist laut Pressesprecher Puchmüller, dass ein Triebwagen gerade wegen der fälligen Hauptuntersuchung aus dem Verkehr genommen wurde. Eigentlich ein planbarer Vorgang, aber: "Die Hauptuntersuchung dauert normal sechs bis acht Wochen. Wegen Lieferschwierigkeiten benötigter Teile verzögert sie sich aber", erklärt Puchmüller. Zusätzlich seien einige Triebfahrzeuge wegen kleinerer Reparaturen in der Werkstatt in Görlitz. "Wir hoffen, den Zugbetrieb noch in dieser Woche normalisieren zu können."

Schon Neujahr gab's eine Panne

Auch über den Jahreswechsel hatte die Länderbahn beim Trilex schon mit Zugausfällen zu kämpfen und das mit einem Personalengpass begründet. Einen Schienenersatzverkehr hatte das Unternehmen damals ebenfalls nicht angeboten. Die Begründung: Einerseits fehle dafür das nötige Buspersonal, andererseits sei auch in diesem Fall der Einsatz von Bussen nicht sinnvoll gewesen. Vertragsgemäß ist dieses Vorgehen eigentlich nicht wie Pressesprecherin Sandra Trebesius vom Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) erklärt: „Kommt es ungeplant zu einem Zugausfall, so muss das Eisenbahnverkehrsunternehmen spätestens 60 Minuten nach Bekanntwerden des Zugausfalles eine Ersatzbeförderung mit Bussen sicherstellen.“ Das Gleiche gelte, wenn ein Zug aus irgendeinem Grund nicht weiterfahren könne. „Damit das reibungslos klappt, muss das Eisenbahnverkehrsunternehmen einen Rahmenvertrag mit einem Busunternehmen abschließen, in der die entsprechende Reaktionszeit geregelt ist“, so Trebesius weiter. Fallen planmäßig Züge aus – etwa bei Bauarbeiten – müsse das Eisenbahnverkehrsunternehmen Schienenersatzverkehr mit Bussen organisieren und das kommuniziert werden.

Zugausfälle haben auch finanzielle Folgen für ein Eisenbahnunternehmen. „Wenn Züge ganz oder teilweise ausfallen, dann wird diese Leistung durch den Zvon nicht vergütet. Wenn das Unternehmen keinen Schienenersatzverkehr oder keinen Busnotverkehr einrichtet, dann werden Vertragsstrafen fällig“, erklärt die Pressesprecherin. Die Höhe solcher Vertragsstrafen wollte sie nicht nennen.

Der Zvon sei sich sicher, dass die Länderbahn alles dafür tue, den Verkehr reibungslos für den Fahrgast abzusichern. Leider sei das nicht immer möglich. „Durch äußere Einflüsse, wie Bauarbeiten, Unfälle oder Krankheitsfälle bei Mitarbeitern treten planbare oder auch nicht planbare Abweichungen auf. Das ist ärgerlich, aber nicht zu ändern“, so Sandra Trebesius. Wichtig sei, dass dies den Fahrgästen mitgeteilt werde. Der Zvon nimmt Trilex zu den Pannen in Schutz: „In den beiden zurückliegenden Fällen (Jahreswechsel und aktuelle Erkrankungswelle von Mitarbeitern – d. Red) hat die Länderbahn aus unserer Sicht sofort kommunikativ auf mehreren Kanälen reagiert“, so die Zvon-Pressesprecherin.

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