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Gröditz investiert in die Feuerwehr

Das neue Gerätehaus in Nauwalde ist nur eins der großen Vorhaben der Stadt, so Bürgermeister Jochen Reinicke.

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Der Gröditzer Stadtchef Jochen Reinicke probierte im September 2019 die neu eingerichtete Landfunkstelle im Gerätehaus der Gröditzer Feuerwehr aus. Auch 2020 investiert die Stadt groß in den Brandschutz.
Der Gröditzer Stadtchef Jochen Reinicke probierte im September 2019 die neu eingerichtete Landfunkstelle im Gerätehaus der Gröditzer Feuerwehr aus. Auch 2020 investiert die Stadt groß in den Brandschutz. © Sebastian Schultz

Herr Reinicke, in den vergangenen Jahren gab es in Gröditz etliche Großvorhaben: den Dreiseithof oder den Straßenbau in Nauwalde. 2019 war es etwas ruhiger. Warum eigentlich?

Ruhiger war es nicht ganz. Wir haben die Straße Neue Kolonie gebaut und uns um die Reste der Straße in Nauwalde gekümmert. Wir haben außerdem vorbereitet, was 2020 kommt.

Was wird das sein?

Das Jahr wird vom Bau geprägt werden: die neue Zweifeldhalle am Eichenhain und das neue Feuerwehrgerätehaus in Nauwalde. Außerdem begleitet uns die Digitalisierung. Auch der Breitbandausbau ist dran.

Wie ist da der Stand?

Wir haben alle Anträge abgegeben. Es ist geplant, bis Juni die Ausschreibung vorzubereiten und Ende des Jahres zu beginnen. Die Maßnahme soll sich ja bis Ende des Jahres 2023 hinziehen. So ist die Planung.

Was ist 2020 beim noch immer laufenden Kitastreit zu erwarten?

Nicht viel, außer, dass wir versuchen, die Problematik so auf feste Füße zu stellen. Damit wir weiter miteinander arbeiten können in den nächsten Jahren.

Das heißt, die Streitigkeiten mit den freien Trägern sollen beigelegt werden?

Man streitet sich mal und dann ist man auch wieder gut. Wir kommen gut vorwärts mit der Mediation (Schlichtungsverfahren zwischen Stadt und den freien Kita-Trägern, Anm. d. Red.). Wir werden auch im Januar und Februar mit den Trägern sprechen. Ich habe da keine großen Sorgen. So schlimm, wie es einmal war, ist es nicht mehr.

Apropos Sorgen: Gröditz musste 2019 Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer verkraften. Sind städtische Vorhaben gefährdet, wenn sich das 2020 wiederholen würde?

Nein. Es würde natürlich finanziell nicht einfach. Aber es gibt den Erlass des Landes, dass eingesprungen wird, wenn Gewerbesteuern ausfallen sollten. Das müsste dann gezogen werden. Aber grundsätzlich ist es so, wie ich immer betone: Wir fahren finanziell auf Sicht und passen auf.

Wann werden die für 2020 geplanten Baumaßnahmen starten?

Die Bauanträge werden jetzt eingereicht. Beim Feuerwehrgerätehaus ist das schonpassiert, bei der Zweifeldhalle soll es Anfang Januar so weit sein. Danach wird die Ausschreibung der Bauaufträge vorbereitet. Ich hoffe, es geht im Mai, Juni los.

Im Mai vorigen Jahres war Stadtratswahl, der neue Rat ist anders zusammengesetzt als der alte. Was hat sich verändert?

Es gibt das Interesse, das Eine oder Andere mehr erfahren zu wollen oder zu hinterfragen. Das betrifft die AfD. Aber vom Arbeitsklima und der Zusammenarbeit her sehe ich nichts Negatives.

Gibt es etwas, was Ihnen mit Blick auf die Zukunft Bedenken bereitet?

Das weniger. Mir geht es darum, dass die begonnene Entwicklung in unserer Stadt weiter vorangetrieben wird. Dass das, was man aufgebaut hat, fortgeführt wird. Da sind wir auch dabei, das zu organisieren.

Wie stellen Sie das sicher?

Das ist nicht ganz einfach. Es spielen da viele Dinge rein. Etwa die Frage, wie entwickelt sich der ländliche Raum. Das ist ein Prozess, zu dem ich nur so meinen Anteil bringen kann, indem ich allen sage, wo es langgehen kann und wie es funktioniert, in der Hoffnung, dass es Früchte trägt.

Sie haben im letzten Stadtrat des Vorjahres angekündigt, dass im Januar über die interkommunale Zusammenarbeit im Elbe-Röder-Dreieck debattiert wird. Warum?

Die Diskussion über das Konzept, das wir dazu vorliegen haben, muss man zeitnah führen. Man muss sich bemühen, 2020 im ersten Halbjahr eine klare Position zu bekommen, wo es hingehen soll. Wenn man das weiß, kann man einzelne Themen aus dem Konzept bearbeiten.

Das ist ein straffer Zeitplan. Wie ist das mit den anderen Kommunen?

Ich weiß, auch die anderen wollen sich im Januar oder Februar mit dem Thema auseinandersetzen. Bei uns in Gröditz ist die Diskussion dazu öffentlich. Ob die anderen es nichtöffentlich machen, weiß ich nicht. Aber aus meiner Sicht gehört das Thema in die Öffentlichkeit. Man muss das Konzept auch zeitnah diskutieren, sonst verlieren die Zahlen darin ihre Wertigkeit.

Lassen Sie uns zum Ende noch mal auf Gröditz kommen: Worauf kann die Stadt mit Blick aufs Vorjahr stolz sein?

Dass wir uns weiter so gut entwickelt haben. Sei es in der Zusammenarbeit mit den Ortsteilen wie Nauwalde oder Spansberg. Aber auch vor allem im Bereich Kultur. Im Dreiseithof hatten wir viele Veranstaltungen, von der Feier zur 50-jährigen Städtepartnerschaft mit Jarny bis zum Weihnachtsmarkt. Mich macht stolz, wie das von den Gröditzern angenommen wird.

Es fragte Eric Weser.

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