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Gröditz umringt von B-169-Baustellen

Zwischen Tiefenau und Gröditz laufen die Bauarbeiten noch. Montag ist ein Großprojekt in Prösen gestartet. Ein Vor-Ort-Besuch.

Der neue Asphalt kommt: Auf der B 169 am Ortsausgang Gröditz Richtung Riesa ist am Montag der Asphaltfertiger unterwegs. Die Arbeiten liegen den Verantwortlichen zufolge gut im Plan.
Der neue Asphalt kommt: Auf der B 169 am Ortsausgang Gröditz Richtung Riesa ist am Montag der Asphaltfertiger unterwegs. Die Arbeiten liegen den Verantwortlichen zufolge gut im Plan. © Eric Weser

Gröditz/Prösen. Einiges ist los an diesem Montagvormittag auf der B169 in Gröditz. Aber der übliche Autoverkehr ist es nicht. Stattdessen schieben sich zwei Asphaltfertiger langsam vorwärts. Dahinter verdichten Walzen den frischen schwarzen Straßenbelag.

Es geht sichtbar vorwärts auf der Straßenbaustelle, die seit Anfang Juli besteht und vom Bahnübergang in Tiefenau bis zum Ortseingang reicht. Von der Baufirma heißt es vor Ort: Die Arbeiten liegen zeitlich im Plan. Ähnlich äußert sich die zuständige Straßenbaubehörde, das Dresdner Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Von dort heißt es zudem: "Sofern die geeignete Witterung anhält, kann die B 169 am 14. August wieder für den Verkehr freigegeben werden." Das ist der Freitag übernächste Woche. 

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Dass der Verkehr bald wieder rollt, wünschen sich vor allem Geschäftsleute aus dem Gröditzer Gewerbegebiet an der B 169. Dort sind momentan zwei wichtige Zufahrten baubedingt blockiert. Im Aktionshaus Wreesmann ist dadurch deutlich weniger los, sagt Bereichsleiter Christian Berger.

 Ein Problem sei die Beschilderung aus Richtung Pulsen. "Da steht ja nur: Durchfahrt verboten, frei bis Baustelle". Das sei "unglücklich", da nicht klar sei, dass man damit auch zu den Geschäften komme. Wreesmann habe deshalb am Montag Hinweisschilder am neuen Dreiseithof-Parkplatz in der Innenstadt aufgestellt, die Kunden lotsen sollen. 

Nicht ganz einfach die Lage auch für die Gröditzer Bäckerei Raddatz, den größten Betrieb im Gewerbegebiet. Die Kunden in der Verkaufsstelle seien "an einer Hand abzuzählen". Mitarbeiter müssten zum Teil massive Umwege fahren, um auf Arbeit zu kommen, sagt Geschäftsführer Christoph Raddatz. Auch die Liefer-Lkws für die Filialen müssten über die Dörfer wie Pulsen und Frauenhain fahren, der kürzere Weg übers Koselitzer Teichgebiet sei nicht möglich. "Das ist aufwendig." 

Was seine Lösung wäre? "Ich bin kein Straßenplaner", sagt der Geschäftsmann, der sich gewünscht hätte, dass die Baumaßnahme mit etwas mehr Vorlauf angekündigt worden wäre. Er hoffe jetzt, dass die Baustelle so schnell wie möglich fertig und vielleicht schon mal eine Teilstrecke geöffnet wird, damit Kunden wieder besser ins Gewerbegebiet kommen. Und er fügt an: Es sei zwar schön, dass gebaut werde. Aber warum "alles auf einmal" passiert, das erschließe sich nicht unbedingt.

Start für neue Großbaustelle im Nachbarort

Den Eindruck, dass alles auf einmal passiert, dürfte durch den Start einer neuen B-169-Baustelle im Gröditzer Nachbarort Prösen in Südbrandenburg verstärkt werden. Dort ist die Bundesstraße seit Montag nahe dem Bahnübergang voll gesperrt. Zwar derzeit nur auf einem relativ kurzen Abschnitt von gut 100 Meter Länge am Ortsausgang Richtung Elsterwerda. Doch es reicht, um Autofahrer auf längere Umwege zu zwingen.

An der Alten Elsterwerdaer Straße in Prösen ist am Montag damit begonnen worden, den Asphalt abzufräsen. Die Baustelle führt dazu, dass man derzeit von Gröditz aus nicht über die B 169 nach Elsterwerda kommt.
An der Alten Elsterwerdaer Straße in Prösen ist am Montag damit begonnen worden, den Asphalt abzufräsen. Die Baustelle führt dazu, dass man derzeit von Gröditz aus nicht über die B 169 nach Elsterwerda kommt. © Eric Weser

Die B-169-Vollsperrung am Ortsausgang in Richtung Elsterwerda hatten am Montag aber viele Autofahrer anscheinend noch nicht auf dem Schirm. Sie mussten am Bauzaun Kehrt machen. 

Etliche solcher Wendemanöver hat auch eine Mitarbeiterin in der nahe gelegenen  Prösener Gulf-Tankstelle beobachtet. Dort spürt man am ersten Tag des Straßenbaus, dass etwas weniger Verkehr ist als sonst. Ob die Baufirma das Projekt wie angekündigt bis Jahresende fertig bekommt, da ist die Tankstellen-Mitarbeiterin noch etwas skeptisch. 

Viel Umleitungsverkehr wird die Prösener Baustelle nach Freigabe des Gröditzer B-169-Baus wohl für Pulsen und Frauenhain bringen. Heiko Königsdörfer, selbst Frauenhainer, CDU-Gemeinderat und Vize-Bürgermeister der Röderaue, beobachtet schon wegen des Gröditzer B-169-Baus jetzt mehr Verkehr im Ort als sonst. Und das werde sich noch verstärken. Er rechne unter anderem mit deutlich mehr Schwerlastverkehr. Zwar seien die Straßen im Dorf so weit in Ordnung.

 Wie es nach der Baumaßnahme in Prösen aussieht, die laut Brandenburger Straßenbaubehörde bis November 2022 braucht, das bleibe abzuwarten. Begeistert seien die Frauenhainer über die absehbare Belastung durch den Umleitungsverkehr nicht. Aber Protest gebe es bisher keinen, so der stellvertretende Gemeindechef.

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