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Gröditz wehrt sich gegen Rechts

Trotz Ablehnung des Veranstalters wollen NPD-Vertreter am Benefizschwimmen in der Stadt teilnehmen. Die Polizei ist alarmiert.

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Von Ulrike Körber

Die Gröditzer erwarten einen unruhigen Sonntag. Am 27. Januar findet in ihrer Schwimmhalle ein Benefizschwimmen zugunsten der Halle und gegen Rechtsextremismus statt. Vertreter der NPD haben sich zu dieser Veranstaltung angesagt und lassen sich – trotzdem sie eindeutig ausgeladen wurden –nicht abwimmeln.

Veranstalter ist das Bündnis für Demokratie und Zivilcourage. Dieses hat eine Nutzung der Halle mit der Stadt vereinbart und will deswegen von seinem Hausrecht am Wochenende Gebrauch machen und die unerwünschten Gäste nicht zur Großveranstaltung zulassen. Dietmar Görsch vom Bündnis rechnet nach einem nachdrücklichen Schreiben der Partei aber damit, dass sie in jedem Fall versuchen werde, in die Halle zu kommen. Die Polizei sei informiert worden, so Görsch. Sie werde im Hintergrund präsent sein. Aber nur im Ernstfall einschreiten, wenn der Veranstalter mit der Situation überlastet sei, heißt es von der Polizei.

Die ausgeladenen Gäste pochen darauf, an einer öffentlichen Veranstaltung teilnehmen und sich dem Benefiz-Gedanken anschließen zu dürfen, ob sie erwünscht seien oder nicht. „Ich teile diese Rechtsauffassung nicht“, so Anwalt Görsch.

Der Gröditzer Bürgermeister Andreas Bölke (parteilos) sieht die Entwicklung am Wochenende mit Argwohn. Er fürchtet vor allem, dass zusätzlich noch fremde Randalierer die Gelegenheit dieses Zusammentreffens nutzen, um in Gröditz für Aufruhr zu sorgen. Wie die Stadt künftig mit NPD-Besuchen bei Gedenk- und Benefizaktionen umgehen will, kann Bölke nicht sagen. Um deren Teilnahme zu verhindern, wurde das Benefizschwimmen an das Bündnis für Demokratie übertragen.

Das Landesamt für Verfassungsschutz in Dresden beobachtet die Situation in Gröditz derzeit genau. Von dort heißt es: „Die NPD ist hier offensichtlich bestrebt, sich unter gleichzeitigem Verschweigen ihrer extremistischen Zielsetzungen öffentlichkeitswirksam für das Gemeinwohl vordergründig einzusetzen und damit sowohl Ansehen als auch Akzeptanz bei der Bevölkerung zu steigern.“ Auf der Homepage des NPD-Kreisverbandes Meißen wurde die Ausladung für das Benefizschwimmen bereits im November unter der Überschrift „Ausländer rein und Deutsche raus? Gröditz ist unsere Heimatstadt!“ in ausländerfeindlicher Art und Weise kommentiert sowie eine Flugblattaktion für Januar angekündigt.