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Gröditzer Schwimmhalle steht bald vor dem Aus

2010 ist die finanzielle Reserve der Stadt aufgebraucht, mit der sie das Bad unterstützt. Über die Zukunft der Halle soll jetzt der Stadtrat urteilen.

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Von Ulrike Körber

Ab 2010 könnten die Türen zur Gröditzer Schwimmhalle für immer geschlossen sein. Dann ist die städtische Finanzreserve aus dem Verkauf des Spanischen Hofes, mit der die Halle unterstützt wird, aufgebraucht. Im Sparsäckel von Gröditz – das vor gut drei Jahren mit diesem Verkaufserlös in Höhe von 850000 Euro gefüllt wurde – findet sich noch ein Rest. Der reicht für das Bad gerade bis 2009. Dann ist Schluss, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Insgesamt erwartet Gröditz für dieses Jahr 279500 Euro Einnahmen in der Schwimmhalle. In dieser Summeist ein Teil des Geldes vom Spanischen Hof bereits enthalten. Kosten wird das Bad jedoch laut Haushaltsplan voraussichtlich 386000 Euro. Die Differenz würde die Stadt zuschießen. Das sei zu bewältigen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Mehr aber könne Gröditz in Zukunft nicht leisten.

Halle soll erhalten bleiben

Die Halle steht also vor dem Aus. Und eine Idee, wie sie zu halten ist, hat Bürgermeister Andreas Bölke (parteilos) derzeit noch nicht. Die Preise will er in keinem Fall anheben. Das ist den Gröditzern nicht zuzumuten, so Bölke. „Der Stadtrat muss eine Grundsatzentscheidung treffen, wie wir verfahren wollen“, sagt er. Möglichst noch in diesem Jahr.

Volkmar Döhnert von der Freien Wählervereinigung ist jedenfalls für den Erhalt der Halle. Allein schon wegen des Schülerschwimmens und der Gesundheitsangebote für Senioren. Doch weiß er auch, dass etliche Gröditzer ins Erlebnisbad ins 15 Kilometer weite Bad Liebenwerda, ins Oschatzer „Platsch“ und ins Meißner „Wellenspiel“ fahren. Für ihn ist Fakt: Die Schwimmhalle in der Stadt muss mehr anbieten und diese Angebote besser verkaufen. „Wir werden die Halle so lange erhalten, wie es geht. Aber Gröditz kann nicht über seine Verhältnisse leben“, sagt er. Erst recht nicht, weil außer den jährlichen Kosten für Personal, Wasser, Energie, Abwasser, Chemikalien auch Reparaturen auf die Stadt zukämen. Schon jetzt gebe es einen so genannten Sanierungsrückstau. Für die Schwimmhalle und die angrenzende Turnhalle liegt dieser nach Rathausinformationen bei rund einer halben Million Euro.

Heizkosten minimieren

Auch Thomas Ackermann von der CDU-Fraktion im Stadtrat will allein schon wegen des Schülerschwimmens die Halle erhalten, so lange es geht. Sein Rezept: Die Heizkosten des Hauses (50000 Euro jährlich) langfristig minimieren, indem die Stadt in eine alternative Heizquelle investiert. Aber nicht wie geplant in eine Biogasanlage, sondern in ein Blockheizkraftwerk oder ähnliches. Geld sei wegen der hohen Gewerbesteuereinnahmen in diesem Jahr da. Sein zweiter Vorschlag: Ein preiswerter Ausbau der Saunalandschaft am Giebel der Schwimmhalle.