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Ist Herbert Grönemeyer ein Links-Terrorist?

Eine politische Äußerung des Deutschrockers bringt Fans und Kritiker dazu, sich über Twitter zu duellieren.

Herbert Grönemeyer
Herbert Grönemeyer © dpa

Was ein Videoschnipsel so alles auslösen kann: Deutschrocker Herbert Grönemeyer ist gerade auf großer Tour, macht jetzt aber weniger durch die live gespielte Musik Schlagzeilen als mit einer knappen Zwischendurch-Ansage. Bei seiner Show in Wien rief er, ähnlich wie bereits beim Dresdner Konzert am 10. September, dazu auf, „keinen Millimeter nach rechts“ zu rücken. Und plötzlich tobt im Internet eine wilde Debatte, ob Grönemeyer damit zu weit gegangen ist oder nicht.

Einige Kommentare störten sich auch daran, dass der Musiker das Wort „diktieren“ benutzte. Grönemeyer sagt in dem Konzertvideo etwa, auch wenn Politiker schwächelten, und das sei in Österreich nicht anders als in Deutschland, „dann liegt es an uns, zu diktieren, wie ’ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so ’ne Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze“.

Doch Kritik an dem Auftritt kam nicht nur aus dem rechten Lager. Der Autor und Dramaturg Bernd Stegemann, Unterstützer der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“, schrieb ebenfalls auf Twitter: „Der Tonfall, mit dem Grönemeyer sein Publikum politisch anheizt, macht mir ein wenig Angst. Ich sag’s ungern, aber er klingt wie ein Redner vor 1945.“

Verteidigt wurde der Musiker etwa vom Kabarettisten Florian Schroeder. Als Besucher des Berliner Grönemeyer-Konzerts könne er bestätigen und beruhigen: Grönemeyer brülle alle seine Moderationen so wie diese. „Grönemeyers Aufruf mit einer Sportpalast-Rede zu vergleichen, ist infam und vor allem dumm“, so Schroeder. Etwas entspannter wertet der Satiriker Shahak Shapira das Ganze: „Vergleichen Leute jetzt Grönemeyer mit Goebbels, nur weil er eine Rede in ähnlicher Lautstärke gehalten hat? Mein Föhn ist ungefähr so laut wie eine Kettensäge und ich bekomme trotzdem unterschiedliche Ergebnisse, wenn ich sie mir an den Kopf halte.“

Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, twitterte: „Das ist die furchterregendste, übelste, totalitärste Hassrede, die ich je gehört habe.“ Das sei Ton und Furor „des neuen Terrors von links“, schrieb sie. „Wer das unterstützt, ist – wie Heiko Maas – ein Fall für den Verfassungsschutz.“

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