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Groß-Institut kommt an die Hochschule

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt will mit über 100 Mitarbeitern in der Lausitz forschen. Ob ein Standort Görlitz oder Zittau heißt, ist noch unklar.

Von Thomas Mielke & Ingo Kramer
 3 Min.
Die Forschungseinrichtung will die Umrüstung von Kohlekraftwerken zu Speicherkraftwerken erforschen
Die Forschungseinrichtung will die Umrüstung von Kohlekraftwerken zu Speicherkraftwerken erforschen © Oliver Berg/dpa

Die Gründungsphase läuft, noch in diesem Jahr sollen die Aktivitäten in der Lausitz sichtbar werden: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will in der Nähe der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus und der Hochschule Zittau/Görlitz ein „Institut für CO²-arme Industrieprozesse“ aufbauen. Derzeit seien mehr als 100 Mitarbeiter, hälftig auf beide Standorte verteilt, vorgesehen, sagt Bernhard Milow, Programmdirektor Energie beim DLR in Köln, auf SZ-Anfrage. Voraussichtlich wird die Ansiedlung samt Neubauten und Technik insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Derzeit sei man mit Bund und Land über die Finanzierung im Gespräch, so Milow. Ob der sächsische Teil des Instituts in Görlitz oder Zittau entsteht, ist noch unklar. Darüber wolle man mit der Hochschule sprechen, sagt Milow. Allerdings sei dem Zentrum bewusst, dass die Techniker in Zittau sitzen.

Das DLR will eigenen Angaben zufolge den Wandel der Braunkohleregion unterstützen und dazu beitragen, dass vorhandene Investitionen weiter genutzt und Arbeitsplätze erhalten werden können. Daher wird die Forschungseinrichtung die Umrüstung von Kohlekraftwerken zu Speicherkraftwerken erforschen. Zudem „ergänzt das DLR sein Portfolio und insbesondere seine Arbeiten zu thermischen Energiespeichern um Forschungen zur Umwandlung von Strom in Wärme im Großmaßstab“, heißt es in einer Mitteilung des Zentrums. Das DLR hatte sich schon längere Zeit vorgenommen, das Forschungsthema zu bearbeiten. Die Ansiedlung im Gebiet des auslaufenden Kohlebergbaus in der Lausitz soll ein Baustein der Unterstützung beim Strukturwandel in der Region sein.

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Das DLR ist das Forschungszentrum der BRD für Luft- und Raumfahrt. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten liegen eigenen Angaben zufolge in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr, Digitalisierung und Sicherheit. Die Forschungsthemen sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. „Darüber hinaus ist das DLR im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig“, heißt es. In Deutschland hat es derzeit 20 Standorte und hält sich zugute, in diesen Regionen treibende Kraft zu sein.

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In den nächsten Jahren könnten sogar noch weitere Institute an die Hochschule Zittau/Görlitz kommen. „Die Kohlekommission hat in ihrem Abschlussbericht fünf Projekte vorgeschlagen, die in direktem Zusammenhang mit uns stehen“, sagt Rektor Friedrich Albrecht. Im Bericht stehen ein Sächsisches Institut für Energie- und Transformationsforschung, ein Gesundheitscampus, ein Großtechnikum für nachhaltige Energie- und Stoffwandelvorgänge, ein Fort- und Weiterbildungszentrum sowie ein Projekt Leichtbau und Energietechnik, Letzteres als Kooperation von Hochschule und Fraunhofer-Kunststoffzentrum Zittau. „Bisher sind das alles nur Nennungen der Kommission, noch nichts Verbindliches“, sagt Albrecht. Er hofft aber, dass zumindest einige Vorschläge am Ende umgesetzt werden können: „In zwei Wochen wissen wir hoffentlich mehr.“

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