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Großauftrag geht nach Hainewalde

Der Poker um den Pausenhof der Grundschule scheint beendet. Beim Elternrat sorgt die Vergabe aber für Verstimmung.

Von Alexander Kempf

Der Gemeinderat ist bis zuletzt gespalten. Welches Unternehmen soll den Pausenhof für die Grundschule in Nieder Seifersdorf bauen? Für das Görlitzer Planungsbüro Eichler und Heinrich ist die Frage unstrittig. Es favorisiert die Firma Bau GmbH Franke aus Hainewalde. Die hat mit 273 750 Euro das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt. Günstiger als der Konkurrent Bauhof Soldan aus Weigersdorf ist sie aber nur mit Hilfe von zwei technischen Nebenangeboten. Eine Betonwand soll schmaler ausfallen und ein Bolzplatz einen dünneren Bodenbelag erhalten.

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Um jene Alternativvorschläge wird seit Wochen im Gemeinderat gestritten. Erst sind sie abgelehnt worden, dann wieder zugelassen und zuletzt stellt sich heraus, dass die Gemeinderäte weder den einen, noch den anderen Beschluss hätten fassen dürfen, da der Bürgermeister zweimal statt der neu gewählten Gemeinderäte die alten einberufen hat. Auch im dritten Anlauf gibt es also genügend Gesprächsbedarf.

Der Elternrat der Grundschule etwa wirbt in einem Schreiben an den Gemeinderat für den Bauhof Soldan, da der den weicheren Bodenbelag anbiete. Sowohl das Planungsbüro als auch der anwesende Dieter Peschel, Leiter des Amtes für Hoch- und Tiefbau des Landkreises, sehen die Angebote der Bieter aber als gleichwertig an. So erhält nach Sächsischer Vergabeordnung der günstigste Bieter den Zuschlag.

Doch selbst über den Wortlaut des Regelwerks wird in der Gemeinderatssitzung noch diskutiert. Denn dort ist die Rede von „gleichen“, nicht aber „gleichwertigen“ Angeboten, kritisieren die neu gewählten Gemeinderäte Friedrich Boltz und Matthias Rompe. Letzterer ist stellvertretender Elternsprecher und Vater von drei Kindern. Er zeigt sich enttäuscht, dass das Planungsbüro vorab keine Proben der beiden unterschiedlichen Bodenbeläge vorlegen kann. „Das kriegt jeder Teppichhändler hin“, sagt er. Die fehlenden Proben seien der kurzfristigen Anfrage geschuldet, entschuldigt sich Thomas Heinrich vom Planungsbüro. Zuvor hat schon Bürgermeister Horst Brückner Gemeinderäte, Eltern und Kinder um Verzeihung wegen der von ihm verschuldeten Verzögerung gebeten.

Gemeinderat Friedrich Boltz scheitert mit dem Antrag, die Nebenangebote der Bau GmbH Franke auszuschließen und den Auftrag dem Bauhof Soldan zuzusprechen. Auch für den kurzfristigen Antrag, die Entscheidung zu vertagen, erhält der Jänkendorfer keine Mehrheit. Die Mehrheit stimmt für die Vergabe des Auftrags an die Firma aus Hainewalde.