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Kamenz

Großbrand in Brauna

Im Kamenzer Ortsteil Brauna steht in der Nacht zu Montag ein Pferdestall in Flammen. Tiere sterben. Der Inhaber ist geschockt.

Beim Stallbrand in Brauna in der Nacht zu Montag waren 71 Feuerwehrleute mit 17 Fahrzeugen aus sieben Wehren im Einsatz. Das Löschwasser musste weitgehend über die Tanker bereitgestellt werden. Vor allem die neue Drehleiter der FFw Kamenz-Stadt wurde gebr
Beim Stallbrand in Brauna in der Nacht zu Montag waren 71 Feuerwehrleute mit 17 Fahrzeugen aus sieben Wehren im Einsatz. Das Löschwasser musste weitgehend über die Tanker bereitgestellt werden. Vor allem die neue Drehleiter der FFw Kamenz-Stadt wurde gebr © Rocci Klein

Brauna. Gegen 23.45 Uhr jaulten in der Nacht zu Montag in Kamenz dreimal kurz die Sirenen auf. Feueralarm! Innerhalb kürzester Zeit rückten die Kameradinnen und Kameraden mehrerer freiwilliger Feuerwehren der Region nach Brauna aus. Unter anderem die FFw Kamenz-Stadt mit ihrem kompletten Löschzug, der auch eine nagelneue Drehleiter hat. Diese sollte im Laufe der Nacht noch besonders wichtig werden.

Die Alarm-Information aus der Leitstelle lautete: Im Kamenzer Ortsteil steht ein Reiterhof in Flammen. Und tatsächlich erleuchtete ein großes Feuer den Nachthimmel über dem Dorf – verbunden mit starker, weithin sichtbarer Rauchentwicklung. Zum Glück war nicht der ganze Reiterhof Wendt betroffen, sondern „nur“ eine größere Scheune, die erst 2007 angebaut worden war. Gleichwohl drohte das Feuer außer Kontrolle zu geraten. Immerhin liegen mehrere Wohn- und Geschäftsräume gleich nebenan. Sie zu retten, war die wichtigste Aufgabe der Kameraden.

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Der gemauerte Stall ist völlig zerstört. Zum Glück wurde ein Übergreifen des Brandes verhindert.
Der gemauerte Stall ist völlig zerstört. Zum Glück wurde ein Übergreifen des Brandes verhindert. © Bernd Goldammer

Das Feuer hatte sich in Windeseile in Brauna herumgesprochen. Viele Nachbarn waren hochgeschreckt, manch einer filmte das Geschehen aus mehr oder weniger sicherer Entfernung. Auch von einer Behinderung der Löscharbeiten wird gesprochen. Augenzeugen berichten von der Todesangst von den in der Scheune mit untergebrachten Pferden. „Die Tiere haben furchtbar geschrien“, so eine Nachbarin auf Radio Lausitz. Und ein Angehöriger der Familie Schleinitz, die praktisch im Nachbarhaus eine Elektro-Werkstatt betreibt und derzeit im Urlaub ist, war sogar von dort aus geweckt und rübergeschickt worden: „Mir wurde himmelangst. Die Nacht war glutrot und voller Blaulicht. Ich dachte, das Feuer würde wohl auch auf unser Haus übergreifen“, sagt er.

Feuertaufe der Drehleiter

Dass es nicht dazu kam, war dem schnellen Handeln der Feuerwehren zu verdanken. So wurde mittels Drehleiter, die quasi ihre Feuertaufe erlebte, ganz viel Strahl von oben vor allem auf die Brandmauer gegeben, die die Scheune von den angrenzenden Immobilien trennt. Mit Erfolg, wie berichtet wird. Die Mauer hielt, sie triefte noch am Vormittag vor Wasser. Die letzten Kameraden, die den Brandherd verließen, waren die Einheimischen von der FFw Brauna. Anschließend konnten die Brandursachenermittler, die bereits in der Nacht vor Ort waren, ihre Arbeit fortsetzen.

Der Brand war nach 23.30 Uhr ausgebrochen. Warum, steht noch nicht fest. Fakt ist, dass sich die Flammen rasend schnell ausbreiten konnten. Dies lag auch an dem in der Scheune gelagerten Stroh. Die in dem festen Gebäude eingeschlossenen Pferde wurden ins Freie gebracht. Allerdings haben nicht alle Tiere überlebt. Die Polizei sprach in einer ersten Information in der Nacht von einem Tier, das in den Flammen verbrannt sei. Mehrere Ponys erlitten Rauchvergiftungen oder sogar Brandwunden, hieß es vor Ort.

Familie Wendt hat mehrere Pferde eingebüßt. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet.
Familie Wendt hat mehrere Pferde eingebüßt. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet. © Bernd Goldammer

Markus Wendt, der die Feuerwehr selbst gerufen hatte, betreibt den Pferdehof mit angeschlossener Hotellerie. Er stand auch am Montagvormittag noch unter Schock. „Von meinen sieben Pferden sind inzwischen zwei gestorben, und eines ringt noch mit dem Tode.“ Das sei ein unersetzlicher Verlust für den Reiterhof. Erschwerend bei den Löscharbeiten war die Tatsache, dass sich keine Brandlöschanlage mit Hydranten in der Nähe befindet. Der nicht ausreichende Brandschutz in den Orten an den Schönteichen war einer der Gründe für das Zusammengehen mit Kamenz gewesen. Auch deshalb ist Großalarm ausgelöst worden, um möglichst viel Wasser in den Tanklöschfahrzeugen vor Ort zu bringen, wie es heißt.

Die Polizei informierte darüber, dass etwa 70 Feuerwehrleute mit 17 Fahrzeugen aus sieben Wehren im Einsatz gewesen sind. „Sie verhinderten, dass die Flammen auf das Wohnhaus und eine weitere Scheune des Dreiseitenhofes übergreifen konnten.“ Dabei sei auch ein Radlader zum Einsatz gekommen, um das im Stall lagernde Stroh bzw. Heu herauszufahren, dort breitzuziehen und restlos abzulöschen. Der Sachschaden wird auf mindestens 200 000 Euro geschätzt.  „Die Kriminalpolizei hat die Untersuchung vor Ort übernommen“.

Mit viel Wasser aus den Tankern wurde das Gebäude abgelöscht. Hier waren vor allem Heu und Stroh gelagert gewesen.
Mit viel Wasser aus den Tankern wurde das Gebäude abgelöscht. Hier waren vor allem Heu und Stroh gelagert gewesen. © Bernd Goldammer

Offenbar wird auch wegen Brandstiftung zu ermitteln sein. Laut OB Roland Dantz, der sich am Montag informierte, könnte einiges dafür sprechen. „Es wird berichtet, dass kurz vor dem Brandausbruch ein Fahrzeug sehr schnell vom Ort des Geschehens fortgefahren sein soll. Dies müssten freilich die Spezialisten der Polizei klären.“ Dem OB, selbst großer Pferdeliebhaber, ging das Brandereignis sichtlich nahe. „Der Reiterhof wird seit vielen Jahrzehnten von der Familie in Brauna betrieben. Er ist weit über die Stadtgrenzen hinaus vor allem auch als Deckstation für das Landesgestüt Moritzburg bekannt.“

Spendenkonto eingerichtet

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Die junge Familie, die den Reiterhof jetzt führt, sei durch das Ereignis hart getroffen. Auch deshalb habe die Stadt kurzerhand entschieden, ein Spendenkonto (siehe unten) einzurichten. „So kann auch mit kleinen Beträgen geholfen werden, das Leid zu mindern.“ Es könne ein Zeichen gegenüber den Betroffenen sein, das Mut macht und beweist, wie die Gemeinschaft zusammenstehen kann, so Dantz. Der eingegangene Betrag werde am Ende der Familie Wendt vollständig zur Verfügung gestellt.

Das Spendenkonto ist bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden eingerichtet. Inhaber: Große Kreisstadt Kamenz, Kontonummer IBAN: DE 24 8505 0300 30000306 10, BIC OSDDDE81XXX; Verwendungszweck: Spende Reiterhof Wendt

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