merken
PLUS

Großenhain

Felder brennen im Minutentakt

Die Kameraden der Feuerwehren kommen nicht zur Ruhe: Am Dienstag kämpfen sie in Priestewitz und Lampertswalde. Ein Zufall?

Die Einsatzkräfte in diesem Fahrzeug kämpften bis zum Schluss gegen das Feuer auf dem Feld der Kmehlener Agrarprodukte GmbH. Insgesamt 46 Kameraden sorgten dafür, dass der Brand nach einer Stunde unter Kontrolle war.
Die Einsatzkräfte in diesem Fahrzeug kämpften bis zum Schluss gegen das Feuer auf dem Feld der Kmehlener Agrarprodukte GmbH. Insgesamt 46 Kameraden sorgten dafür, dass der Brand nach einer Stunde unter Kontrolle war. © Anne Hübschmann

Priestewitz/Lampertswalde. Am Ende kann Kreisbrandmeister Ingo Nestler Entwarnung geben. Schneller als gedacht und glimpflicher ausgegangen als zunächst erwartet. „Die Brände sind beide unter Kontrolle“, bestätigt er am späten Nachmittag im SZ-Gespräch.

Etwas, das um kurz nach 15 Uhr so nicht abzusehen ist. Immerhin: Nur zwei Tage nach dem verheerenden Feuer in der Agrargenossenschaft Skäßchen schien es zunächst, als ob die Region der nächste Großbrand ereilen würde. „Um 15.11 Uhr ging die Alarmierung ein, dass ein Feld in der Gemeinde Priestewitz brennt“, so Ingo Nestler. Sieben Minuten später dann die Nachricht, dass auch die Kameraden in Lampertswalde ausgerückt sind. 

Anzeige
Lust auf neue Kunden?

Wie Sie mit der sz-Auktion gleich doppelt gewinnen und was Sie dafür tun müssen.

Auch auf diesem Feld lodern in dem Moment die Flammen auf drei Hektar wie Zunder. Während das Feuer relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden kann, wird es im Priestewitzer Ortsteil Geißlitz etwas länger dauern. 46 Einsatzkräfte aus Priestewitz, Großenhain, Ebersbach und Niederau bemühen sich unter relativ schwierigen Bedingungen, den sogenannten Großbrand – möglicherweise durch eine Erntemaschine ausgelöst – zu löschen.

Hinderlich und hoch gefährlich, so der diensthabende Kreisbrandmeister Sirko Proy, sei der starke Wind gewesen. Er habe das Feuer vom 43 Hektar großen Feld Richtung Bahn und an die angrenzenden Ortschaften getrieben. Um ungehindert den Flammen, die sich in kürzester Zeit auf fünf Hektar ausgebreitet haben, zu Leibe rücken zu können, werden mit Hilfe der eingetroffenen Polizei sowohl die Kreisstraße in Richtung Geißlitz als auch zwei Bahnstrecken gesperrt.

Glück im Unglück: Mitarbeiter der Kmehlener Agrarprodukte GmbH, zu denen das Areal gehört, sind sofort zur Stelle und ziehen eine Brandfurche, so dass sich das Feuer nicht seinen eigenen Weg bahnen kann. „Ohne diese Unterstützung wäre es sicherlich nicht so gut gelaufen“, konstatiert Sirko Proy.

Ende gut, alles gut? Nein. Dass zwei Felder an zwei verschiedenen Orten im Abstand innerhalb nur weniger Minuten in Brand geraten, gibt Meißens Kreisbrandmeister zu denken. Und das ist nicht das Einzige, worüber sich der Feuerwehrchef den Kopf zerbricht. 

Nach mehreren Großeinsätzen in den zurückliegenden Wochen – unter anderem in Coswig und am Sonntag in Skäßchen – seien viele Kameraden bereits jetzt am Limit. Und dabei habe der Sommer erst angefangen. „Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, dass sich die Einsätze auf Feldern und in Wäldern massiv häufen. 

Eine bittere Erfahrung für die Besitzer der Flächen, aber auch für unsere Leute“, gibt Nestler zu bedenken. Er hoffe sehr, dass sich diese Tendenz nicht fortsetze. Und auch eine, die statistisch nachvollziehbar wäre: Es brenne immer an Nachmittagen. Stets zur besten Feierabendzeit.