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Großbrand in Ruppendorf

Das Strohlager der Agrargesellschaft hat sich entzündet. Daneben steht eine Biogasanlage. Auch Kühe und Kälber waren in Gefahr, das Löschwasser knapp.

Ein Strohlager der Agrargesellschaft Ruppendorf brennt.
Ein Strohlager der Agrargesellschaft Ruppendorf brennt. © Egbert Kamprath

Großeinsatz für die Feuerwehren aus der Gemeinde Klingenberg und Nachbarorten. Das Strohlager der Agrargesellschaft Ruppendorf an der Milchviehanlage, die zwischen Ruppendorf und Reichstädt am Wald liegt, brannte lichterloh. "Unsere Angst war, dass der Stall mit abbrennt", sagte Peter Baling, der Vorstandsvorsitzende des Agrarunternehmens. Außerdem steht in der Nähe die Biogasanlage des Betriebs, die nur durch eine Straße von dem Brand getrennt war. 

Mitarbeiter des Agrarbetriebs haben am frühen Nachmittag den Qualm entdeckt, der unter dem Dach der Scheune hervortrat. Sie alarmierten gegen 14.30 Uhr die Feuerwehr, die auch schnell mit großen Aufgebot ausrückte. Auch in Dippoldiswalde ging die Sirene, weil der Hubsteiger benötigt wurde, um den Brand von oben bekämpfen zu können.

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Kühe und Kälber in Sicherheit gebracht

Mitarbeiter des Agrarbetriebs brachten die Kühe und Kälber aus dem Stall in Sicherheit, der direkt neben dem brennenden Strohlager steht. Außerdem fuhren sie Strohballen aus dem Gefahrenbereich weg, damit sie nicht auch noch Feuer fingen. 

Die Hitze hatte schon am Nachbargebäude Glasscheiben bersten lassen und die Holztüren angesengt. Die Feuerwehr mit Einsatzleiter Jens Glöckner von der Ruppendorfer Wehr hat deswegen vor allem von der Seite her gelöscht, die zum Stallgebäude hin offen war. Die Rückseite der Scheune hat eine Blechwand, die den Flammen standgehalten hat. Außerdem hat die Feuerwehr von oben Wasser auf das Blechdach gespritzt, um dieses zu kühlen. "Die sind gut organisiert vorgegangen und haben die Gefahr schnell gebannt", sagt Baling. 

Eine ihrer Hauptaufgaben war, genügend Wasser heranzuschaffen. Das war eine logistische Herausforderung. Das Regenwasserbecken der Milchviehanlage war schnell leergepumpt. Die Feuerwehren legten zwei Schlauchleitungen zur Hauptwasserleitung, die von Klingenberg zum Hochbehälter nach Dippoldiswalde-Elend führte. Außerdem halfen benachbarte Agrarbetriebe mit Wasserfässern aus und besorgten auch Wasser aus Wolfs Teich, der oberhalb von Ruppendorf liegt. Alle Zisternen in der Umgebung, in Ruppendorf, Paulsdorf und anderen Orten wurden leergepumpt. Auch die Feuerwehr Rabenau mit ihrem Tanklöschfahrzeug war im Einsatz. 

Staatsstraße Reichstädt-Ruppendorf komplett gesperrt

Die Wasserversorgung musste auch so ausgelegt werden, dass sie lange hält. Denn die Einsatzkräfte rechnen damit, dass das Strohlager lange brennen wird, wahrscheinlich die ganze Nacht.  Entscheidend war aber, dass die Biogasanlage und der Kraftstofftank auf dem Gelände vor einem Übergreifen des Brandes gesichert werden. 

Der Bauhof der Gemeinde Klingenberg kümmerte sich um die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Essen. Die Polizei sperrte die Staatsstraße zwischen Reichstädt und Ruppendorf wegen des Feuerwehreinsatzes komplett ab. Auch ein Rettungswagen wurde vorsorglich am Brandort stationiert, falls sich beim Einsatz jemand verletzt. 

Die Wasserversorgung war schwierig. Die Landwirte brachten mit eigenen Fässern Wasser herbei.
Die Wasserversorgung war schwierig. Die Landwirte brachten mit eigenen Fässern Wasser herbei. © Franz Herz
Die Landwirte beruhigten die Tiere und brachten sie in einen Stall abseits der Brandstelle. 
Die Landwirte beruhigten die Tiere und brachten sie in einen Stall abseits der Brandstelle.  © Franz Herz
Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Quinger beugt sich am Tisch der Einsatzleitung über eine Lagekarte der Milchviehanlage.
Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Quinger beugt sich am Tisch der Einsatzleitung über eine Lagekarte der Milchviehanlage. © SZ/Franz Herz
Hier pumpt die Feuerwehr mit zwei Leitungen Wasser aus der Versorgungsleitung von Klingenberg nach Dippoldiswalde. 
Hier pumpt die Feuerwehr mit zwei Leitungen Wasser aus der Versorgungsleitung von Klingenberg nach Dippoldiswalde.  © SZ/Franz Herz
Die Wasserversorgung war schwierig. Die Landwirte brachten mit eigenen Fässern Wasser herbei.
Die Wasserversorgung war schwierig. Die Landwirte brachten mit eigenen Fässern Wasser herbei. © Egbert Kamprath

Die Brandursachenermittler der Polizei waren bereits während der Löscharbeiten in Ruppendorf. Sie werden nach Abschluss des Feuerwehreinsatzes die Brandstelle noch einmal untersuchen. Peter Baling hält eine Selbstentzündung des Strohs für ausgeschlossen. "Dort, wo der Brandherd ist, lagert das schon sechs Wochen und es ist völlig trocken eingelagert worden. Was soll sich da von alleine entzünden? Das muss eine andere Ursache haben", sagt er. Die Gefahr, dass sich Stroh von alleine erhitzt, besteht normalerweise nur dann, wenn es feucht ist. Die Polizei ermittelt hier weiter. 

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Die Schadenshöhe lässt sich noch nicht genau beziffern. Rund 1.500 Ballen Stroh lagerten in der Halle. Das entspricht einem Wert von etwa 90.000 Euro. "Und die Stahlkonstruktion der Halle können wir auch nur noch abreißen", erwartet Baling. Ein genauer Überblick ist erst möglich, wenn das Feuer komplett gelöscht und die Brandstelle zugänglich ist. 

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