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Rapper Smudo wirbt für #unteilbar

Wegen der Großdemo wird es am Sonnabend eng in der Innenstadt. Auch viele Prominente kündigen sich an. Was alles zu erwarten ist. 

Am Sonnabend soll die #unteilbar-Demo durch Dresden ziehen.
Am Sonnabend soll die #unteilbar-Demo durch Dresden ziehen. © dpa

Ein deutliches Zeichen werde am Sonnabend von Dresden ausgehen, kündigen die Macher von #unteilbar bei Twitter an: "Für eine solidarische Gesellschaft, in der alle Menschen frei von Angst und selbstbestimmt leben können!" Dazu zeigen sie ein Video, in dem verschiedene Unterstützer der Großdemonstration zu Wort kommen, zum Beispiel von der Gewerkschaft Verdi und der Initiative schwarze Menschen in Deutschland e.V.

25.000 Demonstranten werden zur #unteilbar-Demo in Dresden erwartet und in den sozialen Netzwerken sorgen auch prominente Unterstützer dafür, dass es so viele wie möglich werden. So ruft Rapper Smudo von der Band Die Fantastischen Vier im Video bei Twitter auf: "Lasst euch nicht von den Rassisten und von den Spaltern und von den Hatern kaputt machen." 

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Die Schriftstellerin und Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Carolin Emcke kündigt in dem Netzwerk an, am Sonnabend selbst dabei sein zu wollen, weil es auch Spaß mache, eine freie, inklusive, plurale Demokratie zu feiern. 

Was steckt hinter dem Namen „unteilbar“, wo wird es eng und was sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zur Veranstaltung? Sächsische.de beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Wer ruft zur großen Demonstration durch Dresden auf?

Am 13. Oktober 2018 fand in Berlin die erste Demo statt, die die Initiative „unteilbar“ organisiert hat. Den Aufruf hatten mehr als 4.500 Organisationen und Einzelpersonen unterzeichnet, darunter Prominente wie Schauspieler Benno Führmann, Satiriker Jan Böhmermann, Schriftstellerin Eva Menasse, Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan, der Paritätische Wohlfahrtsverband, Amnesty International, Pro Asyl und Bands wie Die Ärzte. Nach Dresden mobilisieren unter anderem Pfarrer der Evangelischen Landeskirche, der Leipziger Peterskirche, Professorinnen und Professoren der Technischen Universität, der Hochschule für bildende Künste, der Evangelischen Hochschule, Kultureinrichtungen wie Vertreter des Staatsschauspiels, Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel und viele mehr.

Ist die Demo von außen organisiert? Wie viel Dresden/Sachsen steckt darin?

Viel. Rund 150 Initiativen aus Dresden und Sachsen sind Erstunterzeichner des Aufrufs. Dabei sind beispielsweise die Aids-Hilfe Dresden, Dresden für Alle, Herz statt Hetze, Kein Viertel für Ausgrenzung Löbtau, Willkommen in Johannstadt, der Studentenrat der Uni Dresden und viele mehr. Um die Gesamtkoordination kümmert sich der Sächsische Flüchtlingsrat.

Weshalb werden die Menschen aufgefordert, auf die Straße zu gehen?

Die Initiatoren berufen sich auf die friedliche Revolution. „Für ein offenes Land mit freien Menschen“ – unter diesem Banner gingen ’89 Menschen in Sachsen auf die Straße. Die Botschaft hat nicht an Relevanz verloren und soll in diesem Sommer auf die Straßen zurückkehren“, so der Aufruf. „Gemeinsam stellen wir uns gegen Diskriminierung, Verarmung, Rassismus, Sexismus, Entrechtung und Nationalismus! Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden, und ergreifen die Initiative.“

Was sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert zu der Veranstaltung?

Auf Anfrage der SZ antwortete OB Hilbert: „Es ist wichtig und gut, dass breite Teile der Bürgerschaft in diesem Land ihre Überzeugung und Werte auch auf der Straße zum Ausdruck bringen. Jeden Tag setzen sich viele Dresdnerinnen und Dresdner – mich eingeschlossen – für Respekt und Toleranz in unserer Stadtgesellschaft ein. Rassismus, egal in welcher Form, ist ein Angriff auf unsere Lebensweise und unser Grundgesetz. Ich hoffe, dass die Demonstration am Samstag dazu beiträgt, die demokratische Kultur zu stärken und zu einem bunten und friedlichen Fest wird. Besonders wichtig finde ich es, dass die Veranstalter so kurz vor der Landtagswahl Wert auf eine parteipolitische Unabhängigkeit legen, und habe die Hoffnung, dass dies auch durch die Politik akzeptiert wird.“

Wann geht es los und wo führt die Route entlang?

© Grafik: SZ

Ab 12 Uhr versammeln sich die Teilnehmer auf dem Altmarkt. Um 13 Uhr ist der offzielle Start geplant. Dort redet unter anderen Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach. Danach soll die Demo sich in Bewegung setzen und rund zweieinhalb Stunden durch die Stadt ziehen. Die Route führt vom Altmarkt über die Wilsdruffer Straße zum Pirnaischen Platz, über die St. Petersburger Straße, den Rathenauplatz, die Carolabrücke, Wigardstraße, Rosa-Luxemburg-Platz, über die Albertbrücke zum Sachsenplatz, die Sachsenallee, Güntzplatz, Güntzstraße, über den Straßburger Platz, die Grunaer Straße, Blüherstraße bis zur Cockerwiese. 

Gegen 16.30 Uhr startet die Abschlusskundgebung zunächst mit Musik der „Banda Internationale“. Nach weiteren Redebeiträgen spielen Silbermond, Enno Bunger, Max Herre und einige mehr. Die Veranstaltung ist bis 22 Uhr angemeldet, wird aber voraussichtlich nicht so lange dauern.

Wann und wo wird es zu Sperrungen kommen, fahren die Bahnen?

Die Fahrbahn an der Westseite des Altmarktes ist von 7 bis 15 Uhr gesperrt, die Wilsdruffer Straße in Richtung Postplatz von 12 bis 15 Uhr. Zwischen 14 Uhr 18 Uhr wird es temporäre Sperrungen entlang der Demo-Route geben. Im Bereich Blüherstraße/Cockerwiese wird den ganzen Tag viel Verkehr erwartet, es stehen auch nur bedingt Parkplätze zur Verfügung. 

Zwischen 13.30 und 19 Uhr rechnen die Verkehrsbetriebe mit Einschränkungen. Alle Straßenbahnlinien in der Innenstadt und der Bus 62 werden temporär umgeleitet. Fahrgäste können sich via Twitter oder DVB-Handy-App informieren. Die DVB-Hotline ist unter 8571011 erreichbar. An zentralen Stationen stehen zehn Info-Teams bereit.

Wird es friedlich? Wie schätzt die Polizei die Lage ein?

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„Wir werden die Sicherheit gewährleisten“, sagt Polizeisprecher Martin Gebhardt. Für die Polizei wird es ein größerer Einsatz, aufgrund der erwarteten Teilnehmer. „Wir rechnen aber mit einem friedlichen Verlauf.“ Mit Einschränkungen im Verkehr sei zu rechnen. „Aber diese gibt es auch, wenn montags Pegida mit 1000 bis 2000 Leuten durch die Stadt zieht“, so Gebhardt.

Diese Blöcke gibt es bei der Demo:

unteilbar Bündnisblock

Parade-Power-Block: United against Racism & Fascism – Solidarität verteidigen!

Soziales in Vielfalt

Feministischer und Queerer Block

#WannWennNichtJetzt – Support your Hinterland!

Solidarität & Menschenrechte 

Polizeigesetz stoppen

Kultur-, Wissenschafts- und Bildungsblock

Klima & Sozialökologische Transformation

Gewerkschafts- und Pflegeblock

Gesundheitsblock

Kirche, Diakonie & Caritas

Parteienblock

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