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Großdubrau erhöht die Hundesteuer

Weil die Jäger eine Ermäßigung wollten, hat sich der Gemeinderat mit der Satzung beschäftigt. Jetzt kosten die meisten Hunde mehr.

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© dpa

Von Kerstin Fiedler

Es seien ja vor allem Gemeinderäte, die keinen Hund haben und für die Erhöhung der Steuer sprechen, fand Gemeinderat Sandro Hutnik. Doch auch er stimmte letztlich im Gemeinderat für die neue Hundesteuersatzung. Für den ersten Hund heißt das eine Erhöhung von 30 auf 50, für jeden weiteren von 60 auf 70 Euro. Allerdings tritt die Erhöhung erst 2015 in Kraft, die Ermäßigungen schon in diesem Jahr. In der Gemeinde gibt es rund 300 Hunde.

Es ist vor allem ein sichtbarer Fakt, der die Gemeinderäte zum Teil gegen die Hundebesitzer aufbringt. „Es gibt zu viele Hundehalter, die es nicht schaffen, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde wegzuräumen“, sagt Inge Klisch. Sie kann es allein an ihrem Zaun fast täglich sehen, dass die Hundehaufen einfach liegengelassen werden. Jemanden zu erwischen, ist ihr noch nicht gelungen. „Viele Hundehalter fühlen sich einfach nicht verantwortlich“, sagt Inge Klisch. Und deshalb findet sie die Erhöhung der Steuer als ein Mittel der Erziehung gerade richtig. Dem stimmen auch andere Räte zu. Tobias Hilbert zum Beispiel bezeichnet den Besitz eines Hundes als Luxusgut. „Einen Hund muss man nicht haben. Und wer sich einen anschafft, muss ihn sich auch leisten können“, sagt er. Noch zumal eine Steuer pro Hund von 50 Euro aufs Jahr gerechnet doch nicht überzogen ist, findet er. Jürgen Pietke verwies dann auf die Kosten, die eigentlich einen Hund teuer machen: Die Ausgaben fürs Futter. „Schauen Sie mal bei Edeka, was da an Dingen für den Hund gekauft wird“, argumentiert er.

Der Vorschlag von Sandro Hutnik, bei der Erhöhung der Hundesteuer darüber nachzudenken, Hundetoiletten aufzustellen, kam nicht an. „Wie lange würden solche Behälter stehen bleiben“, fragt Inge Klisch skeptisch. Und Kämmerin Gabi Bilk wies darauf hin, dass nicht nur die Anschaffungs-, sondern auch die Unterhaltungskosten ziemlich hoch wären. Auch ein weiteres Argument von Sandro Hutnik fand kein Gehör. „Was ist mit Leuten, die nur wenig Geld haben, aber für die ein Hund der soziale Bezugspunkt ist“, fragte er.

Nicht mehr diskutiert wurde die Steuerbefreiung für Jäger. Die stand bisher nicht in dem sich ansonsten an die Mustersatzung des Freistaats haltenden Regelwerk. So braucht ab sofort für Hunde von bestätigten Jagdaufsehern und für Jagdhunde, die nachgewiesenermaßen zur Jagd gebraucht werden, keine Hundesteuer bezahlt werden. Die Bestätigung für sechs Jäger liegt vom Kreisjagdverband vor, sagt Bürgermeister Siegfried Schuster (FWV).

Die meisten Hundesteuersatzungen im Kreis halten sich an die Mustersatzung. Dennoch schwankt die Höhe der Steuern. Allerdings liegt Großdubrau derzeit mit den neuen Werten ab 2015 wohl an der Spitze im Kreismaßstab.