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Große Aufgaben für kleine Gemeinde

In den nächsten Jahren muss Kreischa gleich mehrere Mammut-Projekte angehen – nicht nur finanziell ein Kraftakt.

Die Kapazitäten der Kreischaer Oberschule reichen bald nicht mehr aus. Die Gemeinde muss neu bauen.
Die Kapazitäten der Kreischaer Oberschule reichen bald nicht mehr aus. Die Gemeinde muss neu bauen. © Karl-Ludwig Oberthür

In den vergangenen Jahren hat sich die Gemeinde Kreischa intensiv mit der Frage beschäftigt, wo sie im Jahr 2035 stehen will. Dazu hat sie ein Entwicklungskonzept zusammengestellt.

So haben sich Bürger und Gemeinde unter anderem zum Ziel gesetzt, mehr Wohnraum zu schaffen und die Ortsmitte zu stärken, ohne dabei die verschiedenen Ortsteile zu vernachlässigen. Durch die Bavaria-Kliniken ist das Thema Gesundheit allgegenwärtig. Das ist das Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde. Gemäß dem Leitbild „Gesund tut allen gut“ will Kreischa gesunde Lebensbedingungen in einer intakten Umwelt schaffen und so Zuzüglern noch mehr Anreiz bieten.

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Insgesamt 110 Seiten umfasst das Konzept, welches noch vom alten Gemeinderat beschlossen werden soll. Damit es kein totes Konzept ist, wird es eine der führenden Aufgaben des neu gewählten Rates sein, erste Maßnahmen zu formulieren und umzusetzen. Die Sächsische Zeitung analysiert, welche Aufgaben auf den neuen Gemeinderat warten.

Schulerweiterung wird die größte Herausforderung

Spätestens ab dem Schuljahr 2020/21 sind die räumlichen Kapazitäten der Oberschule Kreischa erschöpft. Eine einzügige zehnte Klassenstufe wird die Schule verlassen, während zwei fünfte Klassen nachrücken. Auch die Turnhalle reicht dann nicht mehr aus. Das Landesamt für Schule und Bildung hat bereits die Notwendigkeit einer Schulerweiterung bestätigt.

Die Feuerwehr braucht mehr Einsatzkräfte.
Die Feuerwehr braucht mehr Einsatzkräfte. © Karl-Ludwig Oberthür

Ersten Schätzungen zufolge wird der Schulneubau rund 19 Millionen Euro kosten. Selbst wenn im Idealfall 60 Prozent der Summe über Fördergelder finanziert werden können, bleibt der Gemeinde immer noch ein Eigenanteil von fast neun Millionen Euro. Dazu muss auch der sogenannten Digitalpakt Schule umgesetzt werden. Das erfordert noch einmal Ausgaben, die im sechsstelligen Bereich liegen.

Bautechnisch und auch finanziell steht die Gemeinde mit der Schulerweiterung vor einem der größten Vorhaben überhaupt.

Feuerwehr braucht mehr Einsatzkräfte

Mit vier Feuerwehrstandorten ist die Gemeinde grundsätzlich ausreichend ausgestattet. Das ergab eine Studie, die Kreischa in Auftrag gegeben hatte. Alle vier Ortsfeuerwehren sind notwendig und müssen nicht an andere Standorte verlegt werden. Jedoch fehlt es den Wehren an Einsatzkräften. Vor allem bei Einsätzen unter der Woche zwischen 6 Uhr morgens und 18 Uhr abends stehen nur wenige Kräfte zur Verfügung. Besonders kritisch wird es, sollte es an den Bavaria-Kliniken zu einem Brand kommen. Die für einen solchen Ernstfall erforderlichen Kräfte kann die Gemeindefeuerwehr nicht aufbringen.

Die Gemeinde will mehr für den Umweltschutz tun.
Die Gemeinde will mehr für den Umweltschutz tun. © Karl-Ludwig Oberthür

Hier gilt es, eng mit der Klinikleitung zusammenzuarbeiten und einen Einsatzplan zu erstellen. Hinsichtlich weiterer Investitionen in neue Technik und Ausstattung ist in nächster Zeit die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans notwendig.

Radweg nach Dresden soll endlich gebaut werden

Klimaschutz ist ein Thema, mit dem sich die Gemeinde ebenfalls aktiv befasst. Dazu ist bereits eine Einstiegsberatung erfolgt. Diese hat ergeben, dass die Gemeinde über Senkung von Strom- und Wasserkosten sowie die Optimierung von Heizanlagen und die Umrüstung von vorhandenen Altsystemen der kommunalen Wohnungen und Liegenschaften den CO2-Ausstoß erheblich senken kann. Geplant ist auch die Errichtung von Mobilitätspunkten, die als Schnittstellen zwischen dem öffentlichen Personennahverkehr, dem Radverkehr und Ladestationen für Elektrofahrzeuge fungieren. Im Bereich Mühlgraben wäre das denkbar.

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Sinn hat ein solcher Schnittpunkt vor allem in Verbindung mit einem Radweg durch das Lockwitztal nach Dresden. Die Gemeinde hofft, dass dieser nach Planung, Vorentwurf und Planfeststellungsverfahren schließlich bis 2025 gebaut werden kann. Kreischa wird hier vor allem bei der Trassenfindung und den Abstimmungen mit Grundstückseigentümern entlang der Strecke mitwirken müssen.

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