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Große Ausfälle bei Aronia-Ernte

Die dunkle Beere wächst vor allem auf Feldern in Sachsen und Brandenburg. Die Trockenheit sorgt für magere Erträge.

Jörg Holzmüller, Gründer und Geschäftsführer der Aronia Original Naturprodukte GmbH, misst mit einem Refraktometer den Brechungsindex der Aronia-Beeren auf einer Plantage bei Coswig.
Jörg Holzmüller, Gründer und Geschäftsführer der Aronia Original Naturprodukte GmbH, misst mit einem Refraktometer den Brechungsindex der Aronia-Beeren auf einer Plantage bei Coswig. © Robert Michael/dpa

Dresden. Auf den Aronia-Feldern in Sachsen hat die Ernte begonnen. "Die Beeren sind schneller reif geworden, als wir zunächst dachten", sagte der Geschäftsführer von Aronia-Original, Jörg Holzmüller. Auf den Feldern in Brandenburg sollen die Beeren erst in gut einer Woche gepflückt werden.

Mehrmals am Tag misst der Chef derzeit den Zuckergehalt der Beeren mit einem sogenannten Refraktometer, das auch beim Weinbau zum Einsatz kommt. So kann der optimale Zeitpunkt der Reife - und Ernte - bestimmt werden. Die Qualität der dunklen Beeren sei gut, so Holzmüller. Der Ertrag werde hingegen wegen Trockenheit und Frostschäden "eher mager" ausfallen. Vereinzelt gibt es komplette Ernteausfälle. Allein auf den Feldern in Coswig (Landkreis Meißen) hatte Holzmüller mit 300 Tonnen Beeren gerechnet. "Nun wird es gerade einmal ein Drittel."

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Grund sind der Dürresommer 2018 und seine Folgen. "Wir haben einfach zu wenig Feuchtigkeit im Boden", sagte Holzmüller. Zudem habe es auch im Frühjahr zu wenig geregnet. Zahlreiche Beeren könnten daher nicht zu Saft gepresst werden.

Für den Landwirt Gerhard Jochen wird es in diesem Jahr nichts mit der Aronia-Ernte im märkischen Beelitz. "Außergewöhnliche Fröste im Frühjahr von bis zu minus acht Grad haben die Blüten vernichtet", sagt er. Auf eine Art ist er froh darüber. "Denn aufgrund der Hitze und Trockenheit in diesem Sommer wären alle Beeren am Strauch vertrocknet", sagt der 68-Jährige. Das hätte den 5.000 Pflanzen, die auf seinem Acker stehen, zusätzlichen Stress bereitet.

2010 hatte sich der Brandenburger Landwirt zum ersten Mal mit den Aronia-Pflanzen beschäftigt und sich in Sachsen über den Anbau informiert. "Ich kaufte für 20.000 Euro Pflanzen und erntete erstmals 2014 drei Tonnen Beeren", erzählt er. Das sei die bislang größte Menge gewesen. Jochen, der die Aronia-Beeren an Selbstpflücker verkauft, lässt trotz des ausbleibenden finanziellen Erfolgs nichts auf das Obst kommen. "Aronia ist eine Zukunftspflanze und kommt mit den unterschiedlichsten Bodenbedingungen zurecht", betont er. Gut wäre eine Bewässerungsanlage, aber das Geld will Jochen nicht ausgeben.

© Robert Michael/dpa

Etwa das Vierfache an Wasser hat Holzmüller für seine eigenen Felder in diesem Jahr verwendet. Zudem sollen spezielle Präparate wie Kamille oder Hornkiesel die Pflanzen widerstandsfähiger machen. Holzmüller bewirtschaftet seine Plantagen in Sachsen und Brandenburg nach ökologischer Anbauweise. "Nur in einer natürlichen Landschaft können wir auch eine natürliche und gesunde Pflanze haben."

In Sachsen und Brandenburg baut Aronia-Original auf rund 250 Hektar Aronia-Beeren an. Rund 900 Tonnen hat das Unternehmen 2018 geerntet, in diesem Jahr rechnet Holzmüller mit einem Ertrag zwischen 550 und 700 Tonnen. Innerhalb weniger Stunden nach dem Ernten werden die dunklen Beeren in der Region gepresst und weiterverarbeitet.

Verkauft wird vor allem der Saft, etwa in Reformhäusern und Bioläden. Die aus Nordamerika stammende Aronia gilt als sogenannte Super-Frucht, weil sie viele gesunde Stoffe wie Vitamin C enthält. Geliefert werden die Aronia-Produkte vor allem nach Deutschland, zunehmend aber auch nach Asien. "Dort gibt es ein ganz anderes Gesundheitsbewusstsein", sagt Holzmüller. Sachsen gilt mit einem Anteil von mehr als 26 Prozent als größter Anbauer in Deutschland. (dpa)

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