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Große Chance für Freie Schulen

Die bevorstehende Landtagswahl bringt Bewegung in die Schulpolitik des Freistaats. Auch Seifhennersdorf kann hoffen.

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Von Frank Seibel

Ebersbach. Eine volle Aula in der Ebersbacher Schkola, Ministerpräsident Tillich zur selben Zeit an einem privaten Gymnasium in Hoyerswerda, Finanzminister Unland irgendwo im Sachsenland bei einer freien Mittelschule: Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl kommt Bewegung in Sachsens Bildungswesen. Das wurde am Mittwochabend deutlich, als die Landtgsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen gemeinsam mit der Schkola Oberland zur Diskussion über die Zukunft der Freien Schulen eingeladen hatten. Anlass war vor allem das Urteil des Verfassungsgerichtshofes Leipzig von Mitte November, wonach der Freistaat die staatlichen Schulen in keiner Weise gegenüber den Freien Schulen bevorzugen darf. Das Schulgesetz muss überarbeitet werden, und die Befürworter der Freien Schulen sollten die Monate bis zur Wahl nutzen, dafür möglichst gute Bedingungen herauszuhandeln. „So eine gute Zeit, etwas durchzusetzen, wird es in den nächsten fünf Jahren nicht mehr geben“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Annekathrin Giegengack. Sie würdigte die liberalen Grundsätze, die der Freistaat vor 24 Jahren in seiner Verfassung festgelegt hat. „Es gibt kaum ein Bundesland, in dem die Rolle der Freien Schulen laut Verfassung so stark ist wie in Sachsen.“ Nun gehe es darum, mit dem neuen Schulgesetz eine bessere Finanzierung der Freien Schulen durchzusetzen. Mindestschülerzahlen für eine Schulgründung, Zuschüsse für arme Familien und für Sachkosten der Schulen sind wichtige Schlagworte.

Dass sich etwas bewegt im Lande, kommt auch den „Schulrebellen“ von Seifhennersdorf zugute. Die Gespräche über die Gründung einer Freien Oberschule laufen gut und diskret, sagte Andrea Urban vom Vorstand des neuen Schulvereins.